Bundesliga

Skhiri: "Wir wollen nicht nur einen guten Eindruck hinterlassen!"

Köln: Dauerläufer lobt die neue sportliche Führung und zeigt Selbstbewusstsein

Skhiri: "Wir wollen nicht nur einen guten Eindruck hinterlassen!"

Kölns Neuzugang Ellyes Skhiri spult Spiel für Spiel meist deutlich über 12 Kilometer ab.

Kölns Neuzugang Ellyes Skhiri spult Spiel für Spiel meist deutlich über 12 Kilometer ab. imago images

Eine der entscheidenden Zutaten für das Erfolgsrezept der vergangenen Wochen wird beim 1. FC Köln immer wieder erwähnt: die Fitness. Sie, das betonen alle Beteiligten, bilde die Grundlage dafür, dass sich der FC nach Wochen des Siechtums wieder konkurrenzfähig zeigt und nach vier Siegen in Folge die Abstiegsränge hinter sich lassen konnte.

Zur Begründung, dass es in diesem Bereich womöglich nachhaltig haperte, wird häufig die Partie gegen Borussia Dortmund am 2. Spieltag als Beleg herangezogen. Damals führten die Kölner gegen den Favoriten 1:0, imponierten mit Einsatz und Laufbereitschaft - um nach etwas mehr als einer Stunde zusehends abzubauen. Nach 70 Minuten fiel der Ausgleich, kurz vor Schluss das 1:2, in der Nachspielzeit das 1:3. Eine "ehrenvolle Pleite", der zu viele folgen sollten und immer wieder wurden unter der Hand mangelnde Fitness und ganz offen fehlende Laufbereitschaft als Begründung ins Spiel gebracht.

Thielmann und Jakobs leisten eine Menge Arbeit

Die Zeiten haben sich geändert. Mittlerweile lebt der Aufsteiger davon, dass möglichst viele Spieler jeden Grashalm des Rasens persönlich kennen lernen müssen. Gerade junge Profis wie Jan Thielmann oder Ismail Jakobs leisten in dieser Beziehung eine Menge Arbeit, laufen unentwegt Löcher zu und bestechen sowohl durch die Fähigkeit zum Sprint als auch durch bemerkenswerte Ausdauerleistungen.

Skhiri und Hector bilden überzeugende Doppelsechs

Führend in dieser Kategorie ist allerdings ein Spieler, der schon zu Saisonbeginn die Ausnahme von der Regel bildete, dann in ein kleines Loch fiel, ehe er sich zuletzt wieder zum Kölner Dauerläufer entwickelte: Ellyes Skhiri, Neuzugang aus Montpellier und aktueller tunesischer Nationalspieler, spult Spiel für Spiel meist deutlich über 12 Kilometer ab und bildet aktuell mit Jonas Hector eine Doppelsechs, die sowohl defensiv als auch offensiv überzeugt: Gegen Wolfsburg bereitete Skhiri Jhon Cordobas Tor zum 2:0 gedankenschnell vor, Hector erzielte per Kopf das entscheidende dritte Tor.

Die Erklärung, die er für den Aufschwung hat, gerät so schnörkellos wie sein Spiel: "Wir haben Charakter gezeigt, das war das wichtigste in unserer Situation. Jeder gibt sowohl im Training als auch beim Spiel alles. Außerdem glaube ich, dass jeder individuell aktuell ein sehr gutes Niveau hat. Wenn wir auf dem Rasen umsetzen, was wir unter der Woche trainieren, sind die Erfolge nur logisch."

Einen gewichtigen Anteil an der positiven Entwicklung könne die neue sportliche Führung für sich verbuchen: "Sie haben eine neue Dynamik in den Klub und die Mannschaft gebracht. Das Team wirkt jetzt sehr stabil", sagt Neuzugang Skhiri über Sportchef Horst Heldt und Trainer Markus Gisdol.

Wie widerstandsfähig diese Stabilität tatsächlich ist, dürfte sich bereits am Freitag zeigen. Skhiri ist vor Dortmund nicht bange, wenngleich ihm bewusst ist, dass der FC im Westfalenstadion nicht mehr ist als ein krasser Außenseiter: "Im Fußball ist alles möglich. Wir fahren nicht nur nach Dortmund, um einen guten Eindruck zu hinterlassen. Wir wollen dort etwas mitnehmen."

Frank Lußem

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