Bundesliga

"Mehr Mut, mehr Risiko, mehr Mentalität": Josip Brekalo rüttelt auf

VfL Wolfsburg soll in der Bundesliga wieder in die Spur finden

"Mehr Mut, mehr Risiko, mehr Mentalität": Brekalo rüttelt auf

Josip Brekalo ist Spieler des VfL Wolfsburg.

Hat mehr Erfolg beim VfL Wolfsburg im Sinn: Josip Brekalo. imago images

So ganz verarbeitet hat Josip Brekalo die 1:3-Niederlage in Köln noch nicht. Zumal in Wolfsburg am Dienstag die Analyse der Partie anstand und alte Wunden noch einmal aufriss. "Wir sind gut gestartet, hatten Riesenchancen", haderte der Kroate entsprechend nach den 90 Minuten am Rhein. "Dann haben wir stark nachgelassen, waren nicht konsequent. So kannst du keine Spiele gewinnen. Durch die Fehler bringst du den Gegner ins Spiel. Am Ende macht er auch noch aus drei Chancen drei Tore - dann ist es vorbei."

Zurück zu den Basics, lautet die Devise für den 21-Jährigen. "Der einfachste Weg zum Tor ist das offene Feld nach einer Balleroberung. Mit zwei, drei Pässen kannst du zu einer Torchance kommen - das fehlt uns aber gerade. Wir haben es in dieser Saison schon gezeigt und müssen es mit viel mehr Risiko, mehr Mut wieder angehen, im Zweikampf viel konsequenter sein und eine bessere Mentalität zeigen, nicht so billig die Spiele verlieren."

"Im Moment passt etwas nicht in unserem Spiel"

Er selbst möchte allzu gerne auf dem Weg zurück in die Erfolgsspur dabei sein und den VfL entsprechend aufrütteln. "Im Moment passt etwas nicht in unserem Spiel. Wenn wir als Mannschaft gut pressen, können wir den Ball erobern und nach vorne spielen. Einer allein kann das nicht. Wir müssen zusammenarbeiten, alle zusammen mehr investieren." Seine eigenen Qualitäten passen zu diesem Plan, glaubt der Mittelfeldakteur. "Ich bin ein Spieler, der davon lebt, bei Ballbesitz Räume zu finden, torgefährlich zu werden."

Gelungen war aber auch ihm selbst zuletzt nicht immer alles. "Klar war ich nicht zufrieden mit der Situation, aber ich bleibe positiv und glaube auch, dass die Mannschaft insgesamt wieder erfolgreich sein wird."

"Wer sagt, dass das nicht wichtig ist, der lügt"

Josip Brekalo ist Fußballprofi beim VfL Wolfsburg.

Ist mit dem VfL Wolfsburg zuletzt beim 1. FC Köln mit 1:3 gescheitert - und braucht eine Schiene: Josip Brekalo. imago images

Wichtig sind für ihn dabei auch kleine Erfolgserlebnisse, wie etwa der Assist zu Renato Steffens Ehrentreffer am vergangenen Samstag, wie auch schon die Torvorlage beim 1:0-Sieg zuletzt in der Europa League für Paulo Otavio gegen St. Etienne. "Wer sagt, dass das nicht wichtig ist, der lügt", sagt Brekalo zu seinen Scorerpunkten. "Es ist wichtig. Aber alles zählt nicht, wenn wir nicht gewinnen."

Schiene für Brekalo

In den nächsten vier bis sechs Wochen wird der Wolfsburger eine Karbonschiene an der rechten Hand tragen. Im Training hatte ihn in der vergangenen Woche ein Schuss seines Mannschaftskollegen William so unglücklich getroffen, dass der Handwurzelknochen brach. "Die Schiene behindert mich aber überhaupt nicht, es ist kein Problem." Brekalo will Wolfsburg uneingeschränkt helfen und damit auch in eigener Sache Werbung betreiben. Die Nationalelf Kroatiens, für die er bisher elfmal spielte, lockt. "Ich muss im Verein spielen, dann werde ich bei der EM ein Teil der Mannschaft sein. Das ist natürlich mein Ziel."

Besonderen Druck mache ihm das nicht, sagt er selbstbewusst: "Ich bin überzeugt, ich gehöre in der Auswahl dazu. Ich habe den großen Willen, hier jeden Tag im Training und dann im Spiel alles zu geben. Und dann werde ich auch ein Teil der Nationalmannschaft sein."

Michael Richter

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