Bundesliga

Warum Toure von der Systemumstellung profitiert

Frankfurts Rechtsverteidiger wirbt für weitere Einsätze

Warum Toure von der Systemumstellung profitiert

Frankfurts Almamy Toure brachte sich nachhaltig in Erinnerung

Frankfurts Almamy Toure brachte sich zum Rückrundenstart in Hoffenheim nachhaltig in Erinnerung. imago images

Wenn ein Innenverteidiger ohne Not, vor allem aber ohne Absicherung im Mittelfeld zu einem Sololauf ansetzt, ist das selten eine gute Idee. Das weiß natürlich auch Almamy Toure. Dennoch ließ sich der 23-Jährige am 15. Spieltag auf Schalke zu genau einer solchen Aktion hinreißen. Ballverlust, Gegenstoß, Gegentor. Mit einem 0:1 im Gepäck trat Frankfurt die Heimreise an. In Toures Haut wollte man an diesem Tag nicht stecken. Es ließen sich weitere, weniger dramatische Situationen anführen, in denen sich der Abwehrspieler als "Bruder Leichtfuß" einen Namen machte. Zuletzt verursachte er im Test gegen Hertha BSC (1:2) mit einer ungeschickten Grätsche einen Strafstoß - kurz nachdem er das zwischenzeitliche 1:1 vorbereitet hatte. Es sind diese Augenblicke der Leichtsinnigkeit oder Unaufmerksamkeit, mit denen sich der vor einem Jahr von der AS Monaco gekommene Franzose zuweilen noch selbst im Weg steht. "Wir haben darüber gesprochen. Das ist ein Bereich, in dem ich mich verbessern muss. Im Spiel muss man 90 Minuten konzentriert sein, genauso wie im Training. Da habe ich auf jeden Fall Luft nach oben. Ich versuche, das so schnell wie möglich zu verbessern und Mängel abzustellen", sagt Toure.

Toure kann sich auf rechts "natürlich viel nach vorne einbringen"

Die gute Nachricht: Der Verteidiger verfügt über viele Qualitäten, die ihm in seiner Karriere noch einige interessante Türen öffnen könnten. Neben einer guten fußballerischen Ausbildung bringt der gelernte Innenverteidiger ein ordentliches Tempo mit, außerdem schlägt er durchaus ansehnliche Flanken. Dieses Gesamtpaket dürfte auch ausschlaggebend gewesen sein, weshalb er in Monaco vorwiegend auf der Position des Rechtsverteidigers zum Einsatz kam. 13 Vorlagen und sechs Tore in 80 Partien für die Monegassen zeugen von seinem Vorwärtsdrang. "Rechts in der Abwehr-Viererkette kann ich mich natürlich viel nach vorne einbringen", weiß Toure, der gegen Hoffenheim zusammen mit Timothy Chandler die rechte Seite bearbeitete. Sobald sein Vordermann in die Mitte einrückte, war die Bahn für ihn frei. Vor dem 1:0 spielte er nach Chandlers Balleroberung gegen Benjamin Hübner den Ball schnell in die Gasse zu Mijat Gacinovic, der den in der Mitte lauernden Torschützen Bas Dost bediente. Auch defensiv erledigte Toure seinen Job zuverlässig, laut des Datenanbieters Opta gewann er von elf Zweikämpfen zehn. In der zweiten Hälfte wäre er beinahe auch als direkter Vorlagengeber in Erscheinung getreten, doch Dost köpfte seine Flanke über das Tor (78.). Unterm Strich war es eine Leistung, die Hütter in seiner Entscheidung bestätigt haben dürfte, Toure und nicht etwa Danny da Costa oder Erik Durm aufgestellt zu haben.

Toure wie Ndicka Gewinner der Systemumstellung

Ähnlich wie Evan Ndicka auf der linken Abwehrseite zählt auch Toure zu den Gewinnern der Formationsänderung vom 3-5-2 zum 4-2-3-1. Gewissermaßen hat er nun eine doppelte Einsatzchance: als Innenverteidiger und als Rechtsverteidiger. "Vielleicht gibt es durch das neue System mehr Optionen für mich. Aber ich bin gefordert und muss meine Leistung im Training und im Spiel bringen, um das Vertrauen zu rechtfertigen", betont Toure. Gegen Leipzig wird er voraussichtlich die nächste Chance erhalten, Werbung in eigener Sache zu betreiben.

Kamada macht große Fortschritte

Gute Nachrichten gibt es derweil auch von Daichi Kamada. Der Zehner hatte sich gegen die Hertha einen Bänderriss im Sprunggelenk zugezogen, tauchte am Dienstag aber bereits wieder auf dem Trainingsplatz auf. Zwar schnupperte der Japaner nur kurz zum Aufwärmen an der frischen Luft, allerdings war zunächst eine längere Ausfallzeit befürchtet worden. Die Partie gegen Leipzig kommt für Kamada wohl noch zu früh, eine Woche später in Düsseldorf könnte er aber wieder eine ernsthafte Alternative darstellen. Das Mannschaftstraining vorzeitig beenden musste Sebastian Rode, der einen Schlag im Knöchelbereich abbekommen hatte. Dabei soll es sich aber nur um eine Vorsichtsmaßnahme handeln. Rode ist ohnehin hart im Nehmen.

Julian Franzke