3. Liga

Der 1. FC Kaiserslautern und die Stadt: Eine eisige Atmosphäre

Entscheidung um Stadionpacht vertagt

Der FCK und die Stadt: Eine eisige Atmosphäre

Eine Entscheidung über die Pachtzahlungen des 1. FC Kaiserslautern wurde noch nicht getroffen.

Eine Entscheidung über die Pachtzahlungen des 1. FC Kaiserslautern wurde noch nicht getroffen. imago images

Es gibt Aufeinandertreffen, auf die freut man sich mehr. Und es gibt welche, auf die freuen sich die Beteiligten weniger. Die Begegnung der Verantwortlichen des FCK mit dem Stadträten an diesem Montag im Kaiserslauterer Rathaus gehört definitiv in die zweite Kategorie. Doch der Zweckgemeinschaft bleibt keine Wahl. Es muss eine Lösung her für die künftigen Pachtzahlungen des Klubs an die Stadt. Weil diese aus diversen Gründen jedoch nicht gefunden wurde, soll nun der 3. Februar als Tag der Entscheidung herhalten.

So nah die FCK-Entscheider Sören Oliver Voigt (Geschäftsführer), Markus Merk (Beiratsvorsitzender) und Rainer Keßler (Aufsichtsratsvorsitzender) dem Oberbürgermeister Klaus Weichel auf dem Podium auch saßen, so konträrer sind ihre Ansichten. Der SPD-Politiker sorgte schon im Vorfeld der Sitzung für "Irritation", als er öffentlich einen Wertausgleich in Form von Aktien an der Kapitalgesellschaft des Klubs im Gegenzug für eine fortdauernde Pachtsenkung forderte. Dies, so Keßler, habe Investoren abgeschreckt. Termine mit potenziellen Geldgebern seien abgesagt worden, andere bis auf weiteres verschoben.

Und da liegt das große Problem. "Wenn es uns nicht gelingt, Investoren zu finden, haben wir unser Eigenkapital im Sommer aufgebraucht. Das heißt es gibt keine Lizenz. Dann ist das Licht aus", machte Keßler den 48 anwesenden Kommunalpolitikern klar. Das Vorhaben Weichels würde die Verhandlungen mit Investoren massiv erschweren. Dieser rechtfertigte sich mehrfach. "Ohne den FCK ist das Desaster programmiert. Meine Unterstützung haben Sie. Aber nur mit etwas werthaltigem. Und außer den Aktien sehe ich keinen Wert im Verein", so das Stadtoberhaupt. "Das ist mit uns nicht vereinbar", entgegnete Keßler, der sich zudem darüber echauffierte, dass der vom FCK gestellte Antrag auf Fortführung der aktuellen Pachtzahlung (425.000 Euro in der 3. Liga) von Weichel einseitig abgeändert wurde.

Eine Mehrheit votierte für eine Vertagung

"Was ist da geringere Übel? Und wie real ist das Drohszenario?", fragte Keßler in die Runde, um die Frage zugleich selbst zu beantworten: "Sehr real!" Wie brenzlig die Situation für den hochverschuldeten Klub wirklich ist, sollte also jedem im Saal klar geworden sein. Es hielt die SPD-Fraktion dennoch nicht davon ab, ihr Vorhaben umsetzen zu wollen. Das vergrößerte Risiko einer Insolvenz des Klubs offenbar in Kauf nehmend. Eine Mehrheit des Rates votierte jedoch für eine Vertagung der Entscheidung. Auch, weil Weichel und seinen Kollegen deutlicher Widerstand der anderen Fraktionen entgegenschlug. Der Vorwurf: Man sei nicht über sämtliche Details im Vorhinein in Kenntnis gesetzt worden.

Dazu gehörte auch eine Anfangs vorgetragene Präsentation eines Beratungsunternehmens für den Bau- und Immobiliensektor, welche der Oberbürgermeister in Auftrag gegeben hatte: Ein Nutzungsplan für die freien Flächen rund um das Stadion sowie die leerstehenden Räumlichkeiten innerhalb der WM-Arena. Wirklich ausgereift wirkte das Konzept jedoch nicht. Unter anderem die Glascontainer für Büros rund um das Stadion wären wohl spätestens nach dem ersten Derby ein Fall für die Sanierung. Der Plan an sich, Mehreinnahmen abseits des Fußballs zu generieren, um den Steuerzahler zu entlasten, ist lobenswert. Doch die Frage stellt sich: Warum erst jetzt? Die Flächen liegen schließlich seit über 15 Jahren brach. Ein Versäumnis. Pläne für die Ausführung und Finanzierung des Projekts sind zudem nicht ausgearbeitet.

Am 3. Februar soll es nun zu einer Entscheidung über die künftigen Vertragsmodalitäten kommen. Eine Entspannung der eisigen Atmosphäre ist jedenfalls nicht in Sicht. Es bleibt eben eine Zweckgemeinschaft.

Moritz Kreilinger