NFL

Mostert lässt die Packers stehen: Niners ziehen in den Super Bowl ein

Garoppolo muss nicht viel tun beim 37:20

Mostert lässt die Packers stehen: Niners ziehen in den Super Bowl ein

Raheem Mostert

220 Yards, vier Touchdowns - da kann man sich schon mal freuen: Raheem Mostert. Getty Images

Raheem Mostert hieß der Matchwinner in Santa Clara, nicht Jimmy Garoppolo und auch nicht Aaron Rodgers. Die beiden Spielmacher im NFC-Endspiel standen glasklar im Schatten des Running Backs der San Francisco 49ers, der sage und schreibe 220 Yards erlief und vier Touchdowns einsammelte! "Ich hatte viele Zweifler und Neinsager um mich herum", sagte Mostert nach dem 37:20, das klarer war, als es das Resultat auszudrücken vermag. "Jetzt kann ich denen erzählen: Schaut, wo ich nun bin."

Wandervogel Mostert war in seiner Laufbahn schon einige Male aus dem Aufgebot seines jeweiligen Arbeitgebers gestrichen worden. Jetzt steht er mit den Niners im Super Bowl und schrieb die wundersame Reise der Kalifornier fort. San Francisco steht als drittes Team nach den Bengals 1988 und den Rams 1999 nach einer Vorgänger-Saison mit vier oder weniger Siegen im großen NFL-Endspiel.

160 Yards schon zur Pause

Der Reihe nach. Mostert eröffnete den Punktereigen im zweiten Drive der Niners mit einem 36-Yard-Lauf in die Endzone. Während von Rodgers und den Packers in der gesamten ersten Spielhälfte wenig zu sehen war, machte Mostert nahtlos weiter, stockte seine Bilanz am Boden schon bis zur Pause auf 160 Yards auf und sorgte mit zwei weiteren TDs dafür, dass dieses Spiel nach zwei Vierteln 27:0 stand und praktisch schon entschieden war.

Im dritten Durchgang sollte noch ein 22-Yard-Touchdown-Lauf zum 34:7 folgen. Rodgers und die Packers fanden nun zwar phasenweise ihren Rhythmus, viel besser als beim 8:37 im November an selber Stelle wurde es jedoch nicht. Immerhin: Acht Minuten vor dem Ende stand es nach einem 8-Yard-Pass auf Jace Sternberger nur noch 20:34. Zwei weitere Scores fehlten zu diesem Zeitpunkt, den Niners reichte jedoch wenig später ein 42-Yarder von Robbie Gould, um Green Bay den Garaus zu machen. Kurz darauf konnte die Party an der Bay starten. Erstmals nach sieben Jahren stehen "The Red And Gold" wieder im Super Bowl - in Miami geht es am 2. Februar gegen die Kansas City Chiefs, die zuvor den Lauf der Tennessee Titans beendet hatten. Zum sechsten Mal nach 1981, 1984, 1988, 1989 und 1994 kann San Francisco den Titel holen.

Nur Dickerson war besser als Mostert

Noch einmal zurück zu Raheem Mostert. Der 27-Jährige, der in seinen ersten drei Saisons nur acht Mal hatte tragen dürfen, wies mit seinen 220 Yards am Ende den zweitbesten Play-off-Wert nach Eric Dickersons 248 Yards 1986 für die Rams auf, erstmals erlief ein Spieler über 200 Yards und vier Touchdowns in einem Play-off-Match. Bedeutete zugleich: Niners-Quarterback Jimmy Garoppolo musste kaum werfen, insgesamt flog das Ei nur acht Mal durch die Luft (sechs Catches, 77 Yards). Rodgers, nicht selten hart unter Druck gesetzt durch Niners-Defensive-End und Star-Rookie Nick Bosa, kam am Ende auf 31/39 für 326 Yards bei zwei Touchdowns und zwei Interceptions. Die Packers verloren das NFC-Finale nach ihrem Super-Bowl-Triumph 2010 insgesamt zum dritten Mal in Serie.

"Aktuell sind sie der Gold-Standard in der NFC", machte Packers-Coach Matt LaFleur den Niners ein großes Kompliment. Deren Head Coach Kyle Shanahan durfte nach dem Spiel die Conference-Trophäe von seinem Vater Mike in Empfang nehmen, 1997 und 1998 als Trainer Super-Bowl-Sieger mit den Denver Broncos und 1994 Offensive Coordinator der 49ers, die den Super Bowls XXIX gewinnen konnten.

aho