Bundesliga

Müller: "Die Jagd läuft schon lange"

Ansage des Münchner Offensivmanns an Leipzig und Dortmund

Müller: "Die Jagd läuft schon lange"

Thomas Müller

Ansage Richtung Dortmund und Leipzigs: Bayern Münchens Torschütze Thomas Müller. imago images

Herr Müller, war dieser 4:0-Sieg in Berlin ein optimaler Start für den FC Bayern?

Auf jeden Fall. Man weiß nach der Winterpause, auch wenn man gut gearbeitet hat, nie wirklich, wie man aus den Startlöchern kommt. Und dann kommt noch die besprochene Situation dazu, dass wir nicht mehr 15 bis 20 erfahrene Profis aktuell fit haben. Aber man muss sagen - obwohl wir da schon mit 2:0 oder 3:0 vorne lagen- , dass die Jungen, die reingekommen sind, es heute auch gut gemacht haben. Unter all diesen Umständen war die zweite Halbzeit sehr erfreulich.

Warum lief es in der ersten so zäh?

Da haben wir das Spiel gut kontrolliert, aber uns noch nicht getraut, einen Tick mehr Risiko zu gehen. Die Berliner haben uns vielleicht auch zu sehr das Gefühl gegeben, dass das Tor für uns schon irgendwann fallen werde, weil wir sehr viel Kontrolle hatten. Hertha hatte einen sehr passiven Plan im Aufbau, stand aber kompakt im Strafraum. So war das 1:0 der klassische Knotenlöser, wie man im Fußball sagt. Anschließend haben wir mehr Freude, Spaß und Offensivgeist entwickelt, allerdings wurde Hertha etwas müde.

Was sagt dieses Auftaktspiel über die aktuelle Verfassung der Bayern-Mannschaft aus?

Dass wir auf jeden Fall weiterhin eine sehr wettkampfbezogene Mannschaft sind, die in der Lage ist zu liefern, wenn sie es muss. Dieses Gefühl gibt uns natürlich Selbstvertrauen für die nächsten Aufgaben. Wir waren da unter Druck. Aber für die nächsten Ergebnisse sagt es natürlich gar nichts. Gegen Schalke am kommenden Samstag wird es eine andere Aufgabe, auch wenn wir zu Hause spielen.

Wir sind auf jeden Fall weiterhin eine sehr wettkampfbezogene Mannschaft, die in der Lage ist zu liefern, wenn sie es muss.

Thomas Müller

Wie bewerten Sie das hohe Ergebnis von 4:0 in seiner Innen- und Auswirkung?

Zu null zu spielen ist immer top. Ob dann vorne ein Tor mehr oder weniger fällt, das hat für mich nicht eine so hohe Wichtigkeit. Sondern es geht darum, dass man offensiv spielt und versucht, viele Torchancen herauszuspielen. Berlin hatte nur eine Chance, wo Manuel Neuer super gehalten hat. Man hat gesehen, dass alle Mannschaftsteile da und aktiv waren. Es war heute ein ziemlich souveränes Spiel.

War dieses Ergebnis die optimale Antwort auf den 3:1-Sieg der Leipziger und das 5:3 der Dortmunder am Samstag?

Absolut. Es war sogar noch die bessere Antwort. Wir hatten keine Phase des Spiels, wo wir zurücklagen oder um ein gutes Ergebnis zittern mussten.

Die Jagd ist eröffnet?

Ja, die läuft die ganze Zeit schon.

Gab es in den vergangenen Wochen zu viel Gerede über die Personalnot sowie mögliche Verstärkungen und zu wenig Mia-san-mia?

Es ist egal, worüber wir reden, solange wir uns aufs Wesentliche konzentrieren, solange wir sachlich unsere Aufgaben angehen. Und jedes Ressort, auch in einem Fußballverein wie bei uns, muss darauf schauen, dass die Bedingungen optimal sind. Jeder hat außerdem einen anderen Blickwinkel auf gewisse Dinge, deswegen werden da schon die richtigen Entscheidungen getroffen - auch wenn es hinterher immer einfacher ist festzustellen, ob es die richtigen waren.

Insgesamt gibt es in Deutschland keine Mannschaften, die nur die Punkte abgeben

Thomas Müller

Was sagt dieser erste Bundesliga-Spieltag über den weiteren Verlauf der Rückrunde aus?

Es ist viel möglich. Die Bundesliga ist sehr attraktiv, das Spiel in Augsburg gegen Dortmund war super anzuschauen. Jeder Gegner kann dem anderen ein bisschen wehtun, auch wenn man am Ende feststellen muss, dass über die Dauer von 90 Minuten die talentierteren Mannschaften die Nase vorne haben. Aber insgesamt gibt es in Deutschland keine Mannschaften, die nur die Punkte abgeben.

Vor einem Jahr waren es nach dem Spieltag für den FC Bayern sechs Punkte Rückstand auf den Tabellenführer Borussia Dortmund, in dieser Saison sind es vier auf RB Leipzig. Ist die Lage dieses Mal also viel besser?

Nein, so viel besser ist es nicht. Aber wir bleiben dran.

Interview: Karlheinz Wild

Bilder zur Partie Hertha BSC - Bayern München