Bundesliga

SC Freiburg: Der Stand beim Stadionbau und der Keller-Nachfolge

Zwei Kernthemen beim SC-Neujahrsempfang mit 500 Gästen

Freiburg: Der Stand beim Stadionbau und der Keller-Nachfolge

Das neue Stadion in Freiburg wächst.

Das neue Stadion in Freiburg wächst. imago images

Rollende Bagger, schwebende Betonteile und ein charismatischer Polier mit kernigen Ansagen - in einem vom SWR produzierten Kurzfilm bekamen die Anwesenden am Donnerstagabend exklusive Bewegtbilder von der Stadionbaustelle zu sehen. Im nördlichen Stadtteil Brühl entsteht neben dem Flugplatz die neue Spielstätte für 34.000 Zuschauer. Beim gemeinsamen Großprojekt mit der Stadt Freiburg zeichnet der SC für die Finanzierung von etwa 80 Millionen Euro für das Stadiongebäude verantwortlich, die Kommune steuert das Grundstück sowie rund 55 Millionen für die Infrastruktur bei.

Der Baufortschritt - der Rohbau der Tribünen steht größtenteils und die vor allem in Freiburg wichtigen Fahrradstellplätze sind schon fertiggestellt - ist beeindruckend, die Zeit aber weiterhin knapp. "Es ist die Aufgabe der Firma Köster, das Stadion bis zum Beginn der neuen Saison spielfertig zu machen. Bisher läuft es gut", sagte Oliver Leki im Gespräch mit ARD-Journalist Tom Bartels, der als Moderator durch den Abend führte. Der SC-Vorstand für Finanzen, Marketing und Organisation räumte an dieser Stelle aber auch ein: "Wir wissen, dass der Zeitplan ambitioniert ist. Es darf nichts schiefgehen."

Wir waren darauf nicht wirklich vorbereitet, haben keinen Plan B in der Schublade.

Oliver Leki mit Blick auf Kellers Wechsel zum DFB

Ob der Plan aufgeht, wird unter anderem auch vom Wetter abhängen. Im zweiten Quartal dieses Jahres werde laut Leki die Entscheidung getroffen, ob der Einzug wie geplant stattfinden kann oder ob man mit der DFL eine Übergangsregelung vereinbaren müsse. Das städtische Areal am Schwarzwaldstadion - für viele Fußball-Romantiker einer der letzten Zufluchtsorte in der Bundesliga - möchte der SC gerne für den Spiel- und Trainingsbetrieb seines Erstliga-Frauenteams sowie der Mädchenmannschaften behalten. Viele andere Sportvereine reißen sich jedoch ebenso um die Nutzung des Geländes neben dem Stadion-Freibad an der Schwarzwaldstraße. Ob dort am 16. Mai gegen Schalke also wirklich das letzte Spiel der männlichen Bundesliga-Profis steigt, bleibt abzuwarten.

Keller-Nachfolger? "Geeignete Kandidaten dafür wachsen nicht auf dem Baum" Das gilt ebenfalls für die Frage, wer denn Nachfolger des langjährigen Präsidenten Fritz Keller wird, der im Spätsommer 2019 überraschend in gleicher Funktion zum Deutschen Fußball-Bund wechselte. Dieser Vorgang erwischte auch Leki und Sportvorstand Jochen Saier, die einige Wochen vor der Veröffentlichung in die Wahl der DFB-Findungskommission eingeweiht waren, auf dem falschen Fuß. "Wir waren darauf nicht wirklich vorbereitet, haben keinen Plan B in der Schublade", gestand Leki, der betonte, dass das Präsidentenamt beim SC besondere Bedeutung habe: "Geeignete Kandidaten dafür wachsen nicht auf dem Baum."

Präsident mit vorwiegend repräsentativer Funktion

Da der SC-Präsident seit der jüngsten Satzungsreform nicht mehr dem geschäftsführenden Vorstand angehört, sondern in einem eigenen Ressort eine vorwiegend repräsentative Funktion besitzt, sei keine Eile geboten. Im ersten Quartal 2020 werde der Findungsprozess laut Leki unter Einbezug von Aufsichts- und Ehrenrat vorangetrieben. "Es muss einen geeigneten Kandidaten geben. Dieser muss dem Verein dienen und nicht der Verein ihm. Mit Gelassenheit aber auch der nötigen Konsequenz werden wir eine gute Entscheidung treffen", so der 46-Jährige.

Carsten Schröter-Lorenz

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