Bundesliga

Bremer Vereinsikone Bratseth schwärmt von Vogt: "Er hat Autorität"

Das Klubidol lobt auch Trainer Kohfeldt

Bratseth schwärmt von Vogt: "Er hat Autorität"

Kevin Vogt

"Er hat Autorität": Bremens Neuzugang Kevin Vogt genießt Vorschusslorbeeren. imago images

Bratseth gewann mit den Norddeutschen zwei Deutsche Meisterschaften, zweimal den DFB-Pokal und 1992 den Europacup. Der 58-Jährige, heute Vorstandsmitglied seines Heimatklubs Rosenborg Trondheim, hat Bremen ebenso wie den gesamten europäischen Fußball weiter intensiv im Blick.

Werders tiefer Fall in der Hinrunde freilich hat Bratseth genauso überrascht wie praktisch alle anderen Beobachter auch. In seiner kicker-Kolumne vor Saisonbeginn hatte er noch erklärt: "Trainer Florian Kohfeldt hat bis jetzt sehr gute Arbeit geleistet, und es spricht nichts dagegen, dass er diese so fortsetzt. (...) Ich erwarte, dass Bremen um die europäischen Plätze mitspielt."

"... dann ist es kein Pech mehr"

Diese Erwartung besaßen damals viele, torpediert wurde sie aus verschiedenen Gründen. Zuvorderst gewiss von der nicht absehbaren Verletzungsmisere. Nach der verkorksten ersten Halbserie sieht Bratseth Werder nun insbesondere vor einer psychologischen Herausforderung: "Es ist eine mentale Geschichte, ohne Zweifel. Die Mannschaft hat lange gut gespielt, aber immer wieder die Punkte weggegeben. Das kann man im Einzelfall Pech nennen. Doch wenn es sich so oft wiederholt, dann ist es kein Pech mehr."

Die fast zwangsläufige Folge, so der 60-malige A-Nationalspieler: "Mit den ausbleibenden Erfolgen hat die Mannschaft dann Sicherheit und Selbstvertrauen verloren. Das lässt sich nun nicht wieder einfach so herbeireden - sondern man kriegt es nur zurück, wenn man gewinnt. Der Auftakt beim direkten Konkurrenten in Düsseldorf ist natürlich auch deshalb sehr wichtig."

Ich finde es richtig, dass Florian Kohfeldt angekündigt hat, weiter auf die spielerischen Stärken zu setzen. Man muss das beibehalten, woran man glaubt und was einen stark macht.

Rune Bratseth

Dass Werder als Klub sowie diverse Profis den Abstiegskampf noch aus der jüngeren Geschichte kennen, sei "ein gewisser Vorteil, obwohl sich die Situation jetzt vielleicht noch ein Stück schwieriger darstellt". Ganz gewiss ein Trumpf bleibt in Bratseths Augen derweil der Trainer: "Ich finde es richtig, dass Florian Kohfeldt angekündigt hat, weiter auf die spielerischen Stärken zu setzen. Man muss das beibehalten, woran man glaubt und was einen stark macht."

Großes Lob gibt es ebenfalls für den bis Saisonende aus Hoffenheim ausgeliehenen Kevin Vogt: "Ich finde, dass er als Neuverpflichtung passt. Ich habe einige Spiele von ihm mit Hoffenheim in der Champions League und Europa League gesehen. Als Typ und von seiner Spielweise her besitzt er Autorität auf dem Platz. Das ist gerade in dieser Situation wichtig."

Bratseths genereller Ausblick: "Alle müssen sich auf einen langen Kampf bis zum Ende der Saison einstellen. Aber Werder wird es wieder schaffen, drinzubleiben." Was den Fans durchaus Hoffnung machen darf. Die Wahrscheinlichkeit, dass einer wie Bratseth gleich zweimal hintereinander danebenliegt, sollte schließlich minimal sein.

Thiemo Müller

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