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NFL: George Kittle fehlt im Training der San Francisco 49ers

Wird der Tight End auch gegen Green Bay zum X-Faktor?

Packers-Schreck Kittle fehlt im 49ers-Training: "Er mag das Theatralische"

George Kittle

Steht gerne im medialen Mittelpunkt: Niners-Star George Kittle. imago images

Die Überschriften könnten den Fans der 49ers zumindest kurzzeitig die Schweißperlen auf die Stirn getrieben haben: George Kittle verpasste das Training seines Teams am Mittwoch wegen einer Entzündung am Knöchel, nur vier Tage vor dem großen NFC-Showdown gegen die Green Bay Packers.

Die Niners bemühten sich um Entwarnung. Um eine reine Vorsichtsmaßnahme habe es sich gehandelt, nachdem Kittle leicht angeschlagen aus dem Sieg über die Minnesota Vikings am vergangenen Wochenende gegangen war. Teamkollege Kyle Juszczyk glaubte sogar an eine geplante Einlage von Wrestling-Fan Kittle. "Er mag das Theatralische. Er mag es, die Medien in Gang zu bringen, Spannung aufzubauen", sagte der 49ers-Fullback am Donnerstag in der TV-Show "Good Morning Football". "Ich glaube, es gibt nichts, das ihn vom Spielen abhalten könnte."

Erstmals "First Team All Pro": Kittle will die Fabelsaison krönen

Sollte der Worst Case für die Niners doch eintreten und der 26-Jährige gegen die Packers ausfallen, es wäre eine eminente Schwächung für die bislang so starken Kalifornier, die auch in der Nacht von Sonntag auf Montag die Favoritenrolle inne haben und mit einem Sieg erstmals seit 2013 (31:34 gegen die Baltimore Ravens) wieder in den Super Bowl einziehen könnten.

"Wenn er den Ball in den Händen hat, ist er vielleicht der beste Spieler der NFL", schwärmt Juszczyk. Der extrovertierte Modellathlet Kittle, der an der Seitenlinie gerne zum Headbanging ansetzt, verfügt nicht nur über eine beeindruckende Physis, sondern trotz seiner massiven Statur (113 Kilogramm bei 1,93 Meter) auch über eine für einen Tight End außergewöhnliche Schnelligkeit. 1053 Yards und fünf Touchdowns fing Kittle in 14 Regular-Season-Spielen und schaffte erstmals die Berufung ins "First Team All Pro", das AllStar-Team der "Associated Press", erhielt von den wahlberechtigten Sportjournalisten sogar den Vorzug vor Chiefs-Star Travis Kelce.

Kittle als Packers-Schreck - und entscheidendes Puzzlestück?

Sein vielleicht bestes Saisonspiel zeigte Kittle ausgerechnet gegen den nächsten Gegner. Ende November überrollten die 49ers den Gegner aus Wisconsin mit 37:8, Kittle war mit 129 Yards und einem Touchdown von den Packers zu keinem Zeitpunkt zu bremsen. Mehr Raumgewinn durch einen einzigen Spieler hatte Green Bay fünf Jahre lang nicht zugelassen.

Adrian Amos, George Kittle

Nicht aufzuhalten: George Kittle (re.) im Regular-Season-Spiel gegen Packers-Safety Adrian Amos. getty images

Packers-Schreck Kittle könnte also - mal wieder - zum entscheidenden Puzzlestück San Franciscos werden - auch weil Green Bay in dieser Saison immer wieder Probleme hatte, die Top-Tight-Ends der Liga in den Griff zu bekommen. Egal ob, Kittle, Kelce, Zach Ertz (Philadelphia) oder Darren Waller (Oakland) - alle kamen gegen die eigentlich solide Packers-Defense auf herausragende statistische Werte.

Ich finde, wir laufen nicht genug.

George Kittle nach dem Sieg über Minnesota.

Umso überraschender, dass es Kittle selbst scheinbar lieber wäre, wenn gar nicht so viele Bälle in seine Richtung fliegen würden. "Ich finde, wir laufen nicht genug", betonte er zuletzt und zeigte sich "glücklich" darüber, dass sein Head Coach Kyle Shanahan im Divisional Game gegen Minnesota ganze 47 Rushing-Spielzüge angesagt hatte. "Wenn es nach mir geht, hätten es mindestens 50 sein können." Denn: Kittle hat nicht nur Spaß am Bälle fangen, sondern auch am Blocken. Seine Fähigkeiten, gegnerische Verteidiger im Run Game auszuschalten, macht ihm zum wohl komplettesten Tight End der NFL.

"Ich bin mir sicher, dass der Coach einen Game Plan für uns bereit hat", sagte Kittle nach dem Vikings-Sieg mit Blick auf den "Championship Sunday". Er selbst dürfte sicher einen beträchtlichen Teil darin einnehmen - wenn er sich fit meldet.

mib

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