Bundesliga

Wird Ndicka zum großen Gewinner?

Systemumstellung: Auch Kostic könnte profitieren

Wird Ndicka zum großen Gewinner?

Evan Ndicka

Könnte von der Umstellung auf eine Viererkette profitieren: Evan Ndicka. imago images

Rein sportlich betrachtet ist es fast schon eine Sünde, dass Ndicka in der Hinrunde nicht häufiger aufgeboten wurde. Zweifellos ist der 20-jährige Linksfüßer das größte Talent bei der Eintracht. Der Franzose bringt alle Veranlagungen mit, um als Abwehrspieler eine große Karriere hinzulegen: Trotz seiner 1,92 Meter ist er kein hüftsteifer Innenverteidiger alter Schule, sondern beweglich und flink, dazu kopfballstark. Bei AJ Auxerre wurde der Juniorennationalspieler technisch sauber ausgebildet, sodass sich sein Aufbauspiel ebenso sehen lassen kann. Außerdem verfügt er über ein für sein Alter bemerkenswert gutes Stellungsspiel. Ndickas Zweikampfquote ist mit 56,7 Prozent gewonnener Duelle schon etwas besser als vergangene Saison (52,9 Prozent), aber gewiss noch ausbaufähig.

Ndicka Trotz des großen Talents noch kein Stammspieler

Nun mag man angesichts dieser Lobhudelei denken: Weshalb ist Ndicka nicht längst unangefochtener Stammspieler? Dafür gibt es im Wesentlichen zwei Gründe. Der eine heißt Martin Hinteregger, Frankfurts bester Verteidiger. Da der Österreicher wie Ndicka Linksfüßer ist, machte er ihm häufig die Position streitig. Erst gegen Ende der Hinrunde spielte der Franzose regelmäßiger, da David Abraham gesperrt fehlte und Hinteregger auch auf den anderen Positionen in der Dreierkette zum Einsatz kam. Der zweite Grund ist, dass Trainer Adi Hütter rechts in der Dreierkette lieber einen Rechtsfüßer aufbietet, was Ndickas Einsatzchancen auf der Position des rechten Innenverteidigers stark mindert.

Chance wohl auf der Linksverteidigerposition

Deshalb könnte der U-21-Nationalspieler zum großen Profiteur der Systemumstellung werden. Zwar ist Ndicka allein aufgrund seiner Körpergröße kein typischer Außenverteidiger, gleichwohl ist ihm die Position links hinten zuzutrauen, zumal er über ein ordentliches Tempo verfügt. Am 17. Spieltag in Paderborn testete Hütter ihn bereits auf dieser Position, prompt bereitete er den Treffer zum 1:2 vor. "Ich fühle mich eigentlich überall wohl und bin da nicht auf verlorenem Posten", sagt Ndicka, der auch in den Juniorennationalteams schon einige Male links in der Viererkette agierte. Im Abwehrzentrum wird voraussichtlich David Abraham an Hintereggers Seite auflaufen.

Macht Ndicka seine Sache gut, profitiert auch Filip Kostic. Einerseits bleiben dem Linksaußen die weiten Wege zurück in die letzte Linie erspart, andererseits könnte er selbst torgefährlicher werden, wenn ihn ein Mann hinterläuft und er in die Mitte zieht. Es wäre ein schöner Nebeneffekt der Umstellung, sollte Kostic häufiger aus aussichtsreichen Positionen abziehen können.

Julian Franzke