Bundesliga

Vorschau zum 18. Spieltag der Fußball-Bundesliga

18. Spieltag: Spannung an der Spitze und im Keller

Die Liga hat Wort gehalten - Zum Start gibt's nur eine Gewissheit

Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann

Kann er Meister? Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann. picture-alliance

Kann Spitzenreiter Leipzig Meister werden? Gelingt dem FC Bayern abermals eine erfolgreiche Aufholjagd? Ruft Dortmund konstant das ab, was im Kader drinsteckt? Bleibt Schalke stabil? Und muss Werder nach dem Bundesliga-Aufstieg 1981 tatsächlich runter?

Fragen über Fragen vor dem Wiederanpfiff nach der Winterpause. Am 18. Spieltag wird nur eines sicher sein: Der 500. Saisontreffer ist nach bisher 492 Hinrunden-Toren kaum mehr zu vermeiden - in der 18er Liga könnte deshalb der Rekord aus der Saison 1984/85 geknackt werden, als Bayern mit 79 Toren Meister wurde und der VfB Stuttgart mit derselben Trefferanzahl Zehnter. Insgesamt klingelte es vor 35 Jahren 1074-mal.

Bundesliga - Scorer 2019/20
Werner Timo
27
Lewandowski Robert
23
Sancho Jadon
21
Bundesliga - 18. Spieltag
Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
RB Leipzig
40
2
Bayern München
36
3
Bor. Mönchengladbach
35
Bundesliga - Torjäger 2019/20
Lewandowski Robert
20
Werner Timo
20
Hennings Rouwen
11

Schalke schlägt Gladbach: Traum-Einstand für Gregoritsch

Michael Gregoritsch durfte am Freitagabend einen traumhaften Einstand im Trikot von Schalke 04 feiern. Der Österreicher, vom FC Augsburg ausgeliehen, legte mit seiner Vorlage zum 1:0 durch Suat Serdar (48.) und seinem Schuss zum 2:0 (58.) den Grundstein zum neunten Saisonsieg der Königsblauen, die damit vorübergehend den Erzrivalen Dortmund in der Tabelle überflügeln und Borussia Mönchengladbach die fünfte Niederlage beibringen konnten. In einem von Beginn an munteren Spiel mit Chancen auf beiden Seiten zeigte vor allem Gäste-Schlussmann Yann Sommer einige gute Paraden. Am Ende war Schalke ein verdienter Sieger, weil die Borussen trotz aller Bemühungen nach dem zweiten Gegentor kaum noch klare Chancen erspielen konnten.

Alles blickt auf Haaland

Von den anderen Leipzig-Verfolgern ist am Samstagnachmittag lediglich Borussia Dortmund im Einsatz. Der BVB tritt in Augsburg an, und es werden wohl alle Blicke auf Erling Haaland gerichtet sein (Paco Alcacer steht nicht einmal im Aufgebot). Der norwegische Nachwuchsstürmer, den die Borussen für 20 Millionen Euro im Poker gegen internationale Konkurrenz aus Salzburg zum BVB lockten, soll dem Offensivspiel der Dortmunder um die Feingeister Marco Reus und Jadon Sancho mehr Wucht geben. Die Augsburger stabilisierten sich gegen Ende der Hinrunde und können Mut aus der Statistik ziehen: Der FCA traf in den letzten zwölf Duellen mit dem BVB immer und jubelte im letzten Heimspiel mit 2:1. Ob dies reichen wird, bleibt abzuwarten - zumal auch der BVB statistisch einiges zu bieten hat: So verlor die Borussia in den vergangenen 15 Jahren kein einziges Spiel zum Rückrundenstart.

Bremen braucht Belege

Mit einem halben Auge dürfte auch die Bremer Delegation auf das Duell in Augsburg blicken, denn wenn der BVB gewinnt und der SV Werder verliert, dann sind die Norddeutschen ihren zweiten Platz in der Ewigen Tabelle der Bundesliga los. Dringlicher gestaltet sich das Problem der Kohfeldt-Elf in der aktuellen Tabelle, denn dort sind die Bremer als Tabellenvorletzter in nicht vorstellbare Regionen abgerutscht. Alle im Lager des SVW versichern mittlerweile, dass der Abstiegskampf in den Köpfen angekommen ist, der erste Beleg darüber wird in Düsseldorf zu erbringen sein - die Fortuna rangiert nur einen Punkt und einen Platz höher als Bremen. Wer ein rassiges Duell im Keller erwartet, dem sei gesagt, dass die beiden sprintschwächsten Teams der Liga aufeinandertreffen und zugleich der schwächste Angriff (Düsseldorf, 18 Tore) die Schießbude der Bundesliga (Werder, 41 Gegentore) herausfordert.

Union als erneuter Spitzenreiter-Schreck?

Jung gegen Alt, die beiden frischesten Gesichter der Bundesliga, Kurzpass versus Langholz - so könnte man das Topspiel-Duell Leipzig gegen Union Berlin am Samstagabend flapsig überschreiben. Konkret bedeutet dies: RB stellt den jüngsten Kader (24,56 Jahre im Schnitt), die Eisernen den ältesten (27,79), Leipzig reihte sich als Neuling Nummer 55 in die Bundesliga-Historie ein, Union als Nummer 56 - und die Hinrunde hat ergeben, dass die Elf von Trainer Urs Fischer mit 1238 weiten Pässen Spitzenreiter in dieser Kategorie ist und die Sachsen mit 830 Schlägen Schlusslicht. Zum tatsächlichen Tabellenersten machte Leipzig allerdings eine Serie von acht Bundesligaspielen ohne Niederlage, jeweils garniert mit mindestens drei Treffern. Im einzigen Test der Vorbereitung - beim 2:0 gegen Zweitligist Osnabrück - blieben sie unter diesem Schnitt und dürften vor dem kecken und kampfstarken Aufsteiger aus Köpenick auch deswegen gewarnt sein, weil die Unioner schon zweimal in der Hinrunde einen Spitzenreiter bezwangen: 3:1 gegen Dortmund, 2:0 gegen Gladbach.

kicker.tv-Hintergrund

Die Gejagten aus Leipzig - "Für mich ist Dortmund ein Titelfavorit"

alle Videos in der Übersicht

Volles Haus in Berlin - Thomas Müller trifft seinen "Entdecker"

Am Sonntagnachmittag freut sich Hertha BSC auf ein volles Olympiastadion - der FC Bayern kommt in die Hauptstadt. Vor allem für Berlins Trainer Jürgen Klinsmann ist das Duell mit seinem früheren Arbeitgeber als Spieler und Trainer (Thomas Müller debütierte unter ihm am 15. August 2008) ein besonderes - das wird der 55-Jährige nicht müde zu betonen. Für das aktuelle Transferfenster hatte die Hertha dank Investor Lars Windhorst große Ziele beim Personal, doch zum Rückrundenstart wird wohl nur der Ex-Stuttgarter Santiago Ascacibar als frisches Gesicht in Klinsmanns Kader auftauchen - für Ondrej Duda und Eduard Löwen indes war kein Platz mehr. Und die Bayern? Die hoffen vor allem darauf, dass Robert Lewandowski an seiner Weltklasse-Hinrunde leistungsmäßig anknüpfen kann - der polnische Mittelstürmer hatte sich nur wenige Stunden nach dem Abpfiff gegen Wolfsburg unters Messer gelegt (Leisten-OP) und stieg am Mittwoch wieder ins Mannschaftstraining ein. Ohne den 31-Jährigen scheint das Unternehmen achte Meisterschaft in Serie, das mit einer abermaligen Aufholjagd in der Rückserie verbunden sein muss, unmöglich zu sein.

bst/kon

Alle Winter-Neuzugänge der Bundesligisten