Wintersport

Ramona Hofmeister mit zuletzt vier Weltcup-Siegen in Serie

Deutsches Snowboard-Ass beherrscht den Weltcup

"Derzeit die Stärkste der Welt": Ramona Hofmeister

Hat derzeit viel zum bejubeln: Ramona Hofmeister

Hat derzeit viel zu bejubeln und ist das Maß aller Dinge im Snowboard-Weltcup: Ramona Hofmeister picture alliance

Rückblick auf den Sommer 2019: Eine Schulterverletzung, die sich Ramona Hofmeister aus einem Sturz im Januar 2019 in Rogla/Slowenien zugezogen hatte und bei der ein operativer Eingriff nötig war, zwang sie zu einer langen Zwangspause. Als die Verletzung ausgeheilt schien, folgte im August der nächste bittere Rückschlag: Hofmeister stürzte bei ihrem ersten Schneetraining für die anstehende Weltcup-Saison ausgerechnet auf ihre operierte Schulter. Dem ersten Schock folgte aber eine zügige Entwarnung seitens der Ärzte. Bei der erneut erlittenen Verletzung, handelte es sich "nur" um eine Muskelprellung.

Dennoch zog dieser Sturz für Hofmeister eine weitere Zwangspause nach sich. Erst Anfang Oktober konnte die aus Bischofswiesen stammende 23-Jährige wieder ins Schneetraining einsteigen. Keine optimalen Voraussetzungen für einen Angriff auf die vorderen Plätze im Gesamtweltcup, sollte man meinen.

Traumstart für Hofmeister in Russland und den Dolomiten

Mit eher zurückhaltenden Erwartungen ging sie deshalb beim ersten Weltcuprennen der Saison in Bannoye/Russland an den Start. Allerdings benötigte sie nicht besonders viel Anlaufzeit. Schon beim ersten Lauf auf russischem Boden fuhr sie unter die besten zehn. Am zweiten Tag folgte dann die faustdicke Überraschung: Beim Parallel-Slalom setzte sie sich an die Spitze und gewann am Ende sensationell das Rennen.

Eine Woche später sollte sie auch das Rennen in Cortina d'Ampezzo für sich entscheiden. Was ihr der Sieg bedeutete erzählte sie damals bei Eurosport: "Mir fehlen die Worte. Ich bin ohne großen Erwartungen nach Cortina gekommen. Der Hang lag mir eigentlich nie gut. Aber das Rennen hat so viel Spaß gemacht." Ein Beleg dafür, dass sie neben ihrer unbestrittenen Qualität nun auch konstant gute Leistungen abrufen kann. Also eben auch an Strecken, mit welchen sie bisher Probleme hatte.

Auch bei den vergangenen zwei Weltcup-Stationen, im schweizerischen Scuol und zuletzt in Bad Gastein grüßte sie jedes Mal ganz oben vom Podest. "Mega, besser kann es gerade nicht laufen", sagte Hofmeister der Deutschen Presse-Agentur nach dem Coup in Österreich. Die Athletin mit dem pinken Helm und dem leopardenfarbenen Schal wusste, dass dieser Erfolg noch höher einzuschätzen ist als jene in den drei jüngsten Parallel-Riesentorläufen von Bannoye, Cortina und Scuol. Es war nämlich erstmals auch Ester Ledecka dabei, welche die Szene seit Jahren dominiert, aber in diesem Winter bislang ausschließlich im Ski-Weltcup Rennen fuhr. "Wenn Ester dabei ist, dann ist es etwas anderes", berichtete Hofmeister.

Während die oft makellose Tschechin im Gastein-Finale am Dienstag patzte, raste Hofmeister zu ihrem insgesamt achten Weltcupsieg. "Ramona hat mit diesem Sieg gezeigt, dass sie im Moment die Stärkste der Welt ist. Ich freue mich, dass Ester wieder zurück ist und dass dieser Zweikampf weiter geht", sagte Bundestrainer Paul Marks.

Erste deutsche Gesamtweltcup-Siegerin seit 2009?

Der Siegeszug von Hofmeister macht sich auch in der Weltcup-Gesamtwertung deutlich bemerkbar. Die Deutsche liegt mit nun insgesamt 4.360 eingefahrenen Punkten auf Rang Eins des Rankings. Die zweitplatzierte Julie Zogg aus der Schweiz liegt bereits mit rund 1.700 Punkten hinter der Bischofswiesenerin. Die letzte Deutsche, die den Gesamtweltcup für sich entscheiden konnte, war Amelie Kober - im Jahr 2009.

kon/dpa