Bundesliga

Christopher Trimmel: "Ich liebe leistungsbezogene Verträge"

Lob für Leipzig: "Sie haben das Gesamtpaket"

Trimmel: "Ich liebe leistungsbezogene Verträge"

Christopher Trimmel ist Kapitän von Union Berlin.

Traut RB Leipzig die Meisterschaft zu: Christopher Trimmel. picture alliance

Vom Tabellenführer hatte der Aufsteiger am 1. Spieltag eine Lektion erteilt bekommen. Eine "Ohrfeige" war dieses 0:4 bei der Bundesliga-Premiere im August, hatte Unions Trainer Urs Fischer damals gesagt. Eine erneute Klatsche, glaubt Trimmel, werden sich die Eisernen beim Wiedersehen am Samstag (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) in Leipzig jedoch nicht wieder einfangen. Warum nicht? "Weil wir dazugelernt haben", sagt Unions Mannschaftskapitän und erklärt: "Man hat damals schon gemerkt, dass der Respekt zu groß war. Der Mut hat gefehlt, wir waren zu passiv. Das ist uns in Erinnerung geblieben. Wir versuchen diesmal, mutig zu sein, und dann werden wir schauen. Wenn wir einen sehr guten Tag erwischen und die vielleicht keinen guten, nehmen wir vielleicht was mit."

Was mitgenommen hat Trimmel in jedem Fall schon vor dem Rückrundenauftakt. Wie die Eisernen am Samstag mitteilten, wurde der Vertrag des 32-Jährigen, der seine sechste Saison in Köpenick erlebt, bis 2021 verlängert.

Wie sein alter Vertrag sei auch der neue leistungsbezogen, berichtet Trimmel. Was andere Profis als Zeichen mangelnden Vertrauens werten könnten, sei für ihn kein Problem. "Ich liebe so leistungsbezogene Verträge. Die hatte ich eigentlich meine ganze Karriere immer so. Zum einen kann sich der Spieler was erspielen, andererseits ist es auch für den Verein keine schlechte Idee, weil der auch besser reagieren kann, falls ich mich mal verletze oder keine Leistung bringe", sagt der Außenverteidiger und ergänzt: "Was wäre denn, wenn ich in der Bundesliga eine Katastrophen-Hinrunde gespielt hätte? Dann hätte auch der Verein die Chance, zu reagieren. Es ist ja doch irgendwie ein leistungsbezogener Sport."

"...dann gucken wir mal"

Christopher Trimmel ist Kapitän von Union Berlin.

Christopher Trimmel ist in der Winterpause einmal mehr krank geworden. picture alliance

Einen Unterschied zu seinem alten Vertrag gebe es aber doch. Die alte Vereinbarung habe vorgesehen, dass der Verein den Vertrag hätte verlängern können, hätte Trimmel bei mehr als der Hälfte der Spiele in der Liga und im Pokal in der Startelf gestanden. Im neuen Vertrag gebe es diese Option nicht. "Jetzt läuft er bis zum Ende der nächsten Saison, und dann gucken wir mal", sagt der Österreicher, der 2014 von Rapid Wien nach Köpenick gekommen war und der am Samstag in Leipzig auf seine Landsleute Marcel Sabitzer, Konrad Laimer, Hannes Wolf und Stefan Ilsanker trifft.

Trimmel lobte Leipzig in den höchsten Tönen. Beim Tabellenführer stimme die Mischung aus Offensive und Defensive, auch bei Standards seien die Sachsen sehr gefährlich. "Die haben wirklich das Gesamtpaket", findet Trimmel, und weil das so ist, habe Leipzig auch "sehr gute Chancen" auf die Meisterschaft.

"...dann ist man einfach anfällig"

Für Union bedeutet das, dass der Aufsteiger anders als in den finalen Partien des vergangenen Jahres in Paderborn (1:1), gegen Hoffenheim (0:2) und in Düsseldorf (1:2) wieder mal über die gesamten 90 Minuten seine Leistung abrufen muss. "Wir wissen, dass wir es von der Fitness her können, das haben wir oft genug bewiesen. Daran liegt es nicht", sagt Trimmel. Man müsse aber die Basics abrufen, außerdem mutig agieren. Gelinge das, dann "gehe ich davon aus, dass wir so weit sind, um unser Ding über 90 Minuten durchzuziehen".

Auch er persönlich sieht sich nach einem Infekt, der ihn zum Vorbereitungsbeginn erwischt hatte, bereit für den Start. Es gehe ihm jetzt wieder gut. "Bei mir ist es fast schon normal, dass ich im Winterurlaub krank werde, weil es immer das Gleiche ist: Der Körper fährt runter - und dann ist man einfach anfällig", sagt Trimmel, der scherzt: "Für mich wäre es wahrscheinlich wirklich besser, durchzutrainieren. So blöd es klingt."

Jan Reinold

Alle Winter-Neuzugänge der Bundesligisten