Bundesliga

Mainz 05: Levin Öztunali spricht im Interview über Perspektiven

Interview mit dem Mainzer Mittelfeldspieler

Öztunali: "Manchmal denken wir einen Tick zu offensiv"

Levin Öztunali hat beim 1. FSV Mainz 05 wieder Fahrt aufgenommen.

Levin Öztunali hat beim 1. FSV Mainz 05 wieder Fahrt aufgenommen. imago images

kicker: Herr Öztunali, das neue Jahr ist erst wenige Tage alt, was haben Sie sich für 2020 vorgenommen?

Levin Öztunali: Wir waren nicht ganz zufrieden mit der Hinrunde, auch nicht mit der Punktausbeute. Direkt vor der Winterpause war es gegen Leverkusen ärgerlich, dass wir so ein Spiel noch hergeben. Wir haben gut gespielt, aber der Lucky Punch hat uns gefehlt, dann haben wir kurz vor dem Ende noch ein Gegentor bekommen. Das hat ein bisschen an uns genagt. Solche Spiele wollen wir 2020 gewinnen und als Mannschaft mehr Punkte holen.

kicker: Gegen Bremen und Leverkusen war ein Aufwärtstrend erkennbar, wie haben Sie ihn erlebt?

Öztunali: In Bremen haben wir die Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht und auch gegen Leverkusen waren wir gut drin in der Partie. Aber auch die Spiele davor gegen Hoffenheim und Frankfurt haben wir gut gespielt und gepunktet. Es waren viele gute Sachen dabei, auch wenn wir gegen Leverkusen keine Punkte mitgenommen haben. Es gilt, noch konsequenter zu werden und sich als Mannschaft zu belohnen.

kicker: Fehlt die Kaltschnäuzigkeit oder Cleverness?

Öztunali: Gegen Bremen hatten wir sie, als wir schnell nach vorne gespielt haben. Gegen Leverkusen haben wir uns immer wieder gute Chancen erarbeitet, dann gelang der letzte Pass nicht hundertprozentig. Trotzdem haben wir immer weitergemacht. In diesem Spiel hätten wir auf jeden Fall kaltschnäuziger sein müssen. Allerdings geht es nicht nur darum, vorne das Tor zu machen, sondern auch darum, hinten nicht noch das Spiel zu verlieren. Ein wichtiger Schritt für uns kann sein, auch mal unentschieden zu spielen und die Null zu halten. Das würde uns in der Tabelle guttun.

kicker: Warum war Mainz bis zum 16. Spieltag kein Zu-Null gelungen?

Öztunali: Manchmal denken wir vielleicht einen Tick zu offensiv, dass jeder nach vorne will. Gegen Leverkusen waren wir sogar in Überzahl und wollten, da es ein Heimspiel war, unbedingt ein Tor machen. Wir müssen mehr in unserer Ordnung bleiben - im Trainingslager hatten wir genug Zeit, um daran zu arbeiten, um mehr Konstanz reinzubringen.

kicker: In den sechs bisherigen Spielen unter Trainer Achim Beierlorzer hat Mainz drei verschiedene Grundordnungen gespielt. War es für Sie Neuland, in der Dreier-/Fünferkette rechter Außenverteidiger zu spielen?

Öztunali: Wir haben es als 3-5-2 bezeichnet. Ich hatte die gesamte rechte Seite für mich, offensiv wie defensiv. Insgesamt war es aber eher offensiv ausgerichtet, je nach Spielsituation sollte ich hinten helfen. Auf die Gegner Hoffenheim und Frankfurt hat es sehr gut gepasst, wir haben die Punkte geholt. Für mich war die Rolle relativ neu, aber ich habe mich darin wohlgefühlt.

kicker: Zuletzt gab es ein 4-2-3-1, da haben Sie noch einen Mann hinter sich, ist das die Grundordnung, die Ihnen am meisten liegt?

Öztunali: Es kommt auch immer auf den Gegner an, gegen Hoffenheim hat es auch im 3-5-2 sehr gut gepasst - ich fühle mich auf jeden Fall auf der rechten Seite sehr wohl.

kicker: Drei Tore, drei Vorlagen - nach zwei torlosen Spielzeiten geht es wieder bergauf, was ist der Grund?

Öztunali: Gegen Paderborn kam ich in die Mannschaft, mir gelangen auf Anhieb zwei Vorlagen. Dann möchte man natürlich dranbleiben und Gas geben. In der Hinrunde lief es danach ganz gut. Daran will ich im neuen Jahr anknüpfen.

kicker: Vergangenen Sommer schien es sogar möglich, dass Mainz Sie zwei Jahre vor Vertragsende transferiert, wie konkret war das Thema?

Öztunali: Ich hatte mich zunächst auf die U-21-EM fokussiert und danach einen relativ kurzen Sommerurlaub, danach ging es direkt mit der Saisonvorbereitung los - alles Schlag auf Schlag. Ich habe mir keine Gedanken gemacht, was alles hätte sein können. Ich habe auch gar nicht so mitbekommen, was alles in den Zeitungen geschrieben wurde.

Interview: Michael Ebert

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