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FIFA Ultimate Team - wer soll das bezahlen?

Wenn Kosten und Ertrag nicht mehr stimmen

FIFA Ultimate Team - wer soll das bezahlen?

FIFA Ultimate Team - Kosten und Ertrag passen nicht mehr zusammen

FIFA Ultimate Team - Kosten und Ertrag passen nicht mehr zusammen. kicker eSport

FIFA hat sich zu einem echten Verkaufsschlager entwickelt. Die Fußballsimulation gehört zu den erfolgreichsten Spielen der Welt. Jedes Jahr fährt die Reihe überwältigende Verkaufszahlen ein und hat den Konzern vermutlich auch schon über die eine oder andere Dürrezeit hinweggerettet. Vor allem der Ultimate Team-Modus ist über die Jahre immer mehr in den Vordergrund gerückt und wird von EA mittlerweile als beliebtester FIFA-Modus der Fans bezeichnet.

In FUT kann man ein eigenes Team aufbauen. Dafür werden Spielerkarten benötigt, die man in Kartenpackungen ziehen kann. Sie können entweder mit Münzen erworben werden, die man im Spiel durch gewonnene Partien und andere Aktionen bekommt oder mit Echtgeld - über die sogenannten FIFA Points. Was in diesen Packs drin ist, bleibt allerdings verborgen. Man kauft sie sozusagen blind. Diese Tatsache brachte FIFA eine saftige Glückspieldebatte ein und in Belgien sind die FIFA Points mittlerweile verboten.

Aus der Sicht von EA scheint der Modus über alle Zweifel erhaben. Das Unternehmen hat daraus über die Jahre ein gut laufendes Geschäft gemacht. Jedes Jahr werden neue Karten veröffentlicht, die weitere Möglichkeiten bieten, ein noch besseres Team aufzubauen. Jedes Jahr fangen die Spieler aber auch bei null an, denn die mühsam erstellte Mannschaft kann nicht in den neuen Teil importiert werden. Heißt also alles Geld, was man ins Spiel gesteckt hat, ist weg und mit jedem neuen Titel muss man von vorne beginnen. Dieser Umstand wird schon seit Jahren als großer Kritikpunkt gesehen, doch geändert hat sich bisher nichts. FUT bleibt ein Modus in FIFA und wird somit jedes Jahr neu veröffentlicht.

Viel Geld für nichts?

Wer keine Lust auf das Ziehen von Packs hat, der kann sich seine Lieblingsspieler auch auf dem internen Transfermarkt kaufen - wenn er die Münzen dafür hat. Denn mittlerweile sind die Preise in FUT derart exorbitant, dass es schwer ist, die Münzen überhaupt aufzubringen. Um Preiswucher zu reduzieren, hat EA die Preisspannen vor einigen Jahren eingeführt. Sie garantieren, dass ein Spieler nie teurer oder günstiger wird, als es die Spanne vorgibt. Doch wirklich besser wurde es nicht. Die Tatsache, dass gute Top-Spieler so selten in den Packs vorkommen, lässt die Preise dennoch stark nach oben schießen. Und so kommt man als normaler Spieler manchmal nie in den Genuss zumindest einige der besten Kicker ins Team zu holen.

Dennoch ziehen manche Leute für Echtgeld Packs im Wert von mehreren tausend Euro und bekommen am Ende viele Spieler, nur eben nicht die, die sie eigentlich wollten. Jüngste Beispiele zeigen aber auch, dass die Community mittlerweile hinterfragt und den Modus sogar boykottiert. Denn was bringt es EA, tolle Karten zu veröffentlichen, die keiner mehr will, weil sie schlichtweg nicht mehr erschwinglich sind. Gleiches gilt für das Ziehen der Packs. Wenn selbst über 6.000 Euro nicht mehr ausreichen, um ein Team voller TOTYs zu bekommen, muss man wirklich fragen: Wer soll das denn noch bezahlen?

Nicole Lange