Bundesliga

Werder Bremens Neuzugang Kevin Vogt lehnte die "Grifo-Klausel" ab

Werders Neuer präsentiert sich mit klaren Vorstellungen

Vogt lehnte die "Grifo-Klausel" ab

Kevin Vogt

Bei Werder Bremen angekommen: Kevin Vogt. imago images

Dafür sprechen nicht nur Vogts Spielweise und sein Auftreten, sondern auch seine aktive Rolle beim Leihgeschäft zwischen Werder und Hoffenheim.

Da die TSG bereits am zweiten Rückrundenspieltag im wohninvest Weserstadion gastiert, wäre eigentlich davon auszugehen gewesen, dass Hoffenheim den Einsatz seines ehemaligen Kapitäns in dieser Partie per Vertragsklausel ausschließen lässt. So wie es die Kraichgauer bekanntlich im Fall Vincenzo Grifo anlässlich dessen Wechsel zum SC Freiburg taten. Doch machte Vogt am Montag deutlich, dass er eine solche Regelung nicht mitgetragen hätte, sondern in den Verhandlungen klar Stellung bezog: "Es war mein ausdrücklicher Wunsch, für Werder auch gegen Hoffenheim zu spielen. Das war mir definitiv wichtig." Ob er den Deal andernfalls sogar hätte platzen lassen, beantwortet der Blondschopf so: "Ich hätte so lange mit den Verantwortlichen geredet, bis die Klausel keinen Bestand mehr gehabt hätte." Dass die TSG-Geschäftsführung und Profi-Direktor Alex Rosen keinen großen Widerstand leisteten, weiß Vogt indes auch zu schätzen: "Ich bin Hoffenheim dankbar, dass mir keine Steine in den Weg gelegt wurden."

Druck ist für mich etwas Positives, das ist der Schlüssel.

Kevin Vogt

An die Weser kommt der Profi nun nach eigener Aussage mit "viel Optimismus und positiver Energie". Genau mit den Eigenschaften also, die der Bundesliga-Siebzehnte braucht: "Druck ist für mich etwas Positives, das ist der Schlüssel." Die Gespräche mit Trainer Florian Kohfeldt ergaben zudem eine praktisch deckungsgleiche Fußballphilosophie: "Ich mag mutigen Fußball und glaube, dass der am Ende auch belohnt wird. Außerdem bin ich von der Mannschaft total überzeugt, sonst wäre ich nicht hier. Ich sehe sehr, sehr gute Fußballer hier."

"Diese Spielart könnte man mir als Arroganz auslegen..."

Zu denen zählt Vogt natürlich auch seinen ehemaligen Hoffenheimer Teamkollegen und "guten Freund" Leo Bittencourt: "Was er mir über Bremen erzählt hat, war noch eine Schippe drauf auf meine ohnehin vorhandene Überzeugung." Die "positive Arroganz", die ihm Kohfeldt lobend attestierte, drücke sich nicht zuletzt in seiner Spielweise aus, bestätigt Vogt: "Ich versuche, maximal mutig zu spielen, auch wenn ich oft der letzte Mann bin. Wenn ein schwieriger Pass danebengeht, werde ich ihn beim nächsten Mal wieder so probieren. Das werde ich nicht ändern, egal ob auf Platz 17 oder auf Platz fünf. Diese Spielart könnte man mir als Arroganz auslegen. Aber ich versuche, damit auch die Mitspieler anzustecken."

Welche Rolle plant Kohfeldt für Vogt ein?

Vogt, darauf deutet alles hin, ist genau der, den Werder gesucht hat. Ein kleines Fragezeichen bleibt vorerst allerdings hinter der Rolle, in der Kohfeldt vorrangig mit ihm plant. Dass der Trainer öffentlich dabeibleibt, ein 4-3-3 sei Werders "Basis-System", steht im Gegensatz zu Vogts Idealposition als Mittelmann einer Dreier-Abwehrkette. "Das ist meine Parade-Disziplin", bestätigt der Verteidiger, "aber ich bin kein statischer Spieler. Unter Julian Nagelsmann habe ich auch mal drei Positionen in einem Spiel ausgefüllt. Ich bin flexibel - aber Florian weiß aus den Gesprächen, wo meine größten Stärken liegen."

Die Lösung könnte relativ simpel sein: Verteidigt Vogt als Sechser, könnte er sich im Spielaufbau dennoch zwischen die Innenverteidiger fallen lassen. Oder eben umgekehrt bei Bedarf aus der Dreier-Reihe eine Position nach vorne rücken, um dort als erster Abfangjäger zu fungieren. Entscheidend für Kohfeldt ist letztlich, dass Vogt eine zentrale Rolle einnimmt. Was seine Position angeht und auch seine Bedeutung.

Schlechte Nachrichten bei Bargfrede und Lang

Derweil erhielt Werder vom medizinischen Stab schlechte Neuigkeiten. Nach Michael Lang, der mit einer Muskelverletzung im Oberschenkel mehrere Wochen fehlt, ist jetzt auch klar, dass Philipp Bargfrede beim Rückrundenauftakt in Düsseldorf nicht zur Verfügung stehen wird. Die Bremer teilten mit, dass die MRT-Untersuchung am Montagvormittag eine Wadenverletzung ergeben habe.

Thiemo Müller

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