Bundesliga

Neuer TV-Vertrag: Die Bundesliga braucht 5,2 Milliarden Euro

Abschluss im Mai - Neue Mitbewerber dürften einsteigen

Neuer TV-Vertrag: Die Bundesliga braucht 5,2 Milliarden Euro

Es war im Frühjahr 2016 ein gewaltiger Sprung von im Schnitt 628 Millionen auf im Schnitt 1,16 Milliarden Euro pro Saison bei Abschluss der Fernsehverträge für die Spielzeiten 2017/18 bis 2020/21. Ein Zuwachs von 83 Prozent von insgesamt 2,512 auf 4,64 Milliarden Euro für den spektakulären Vierjahresvertrag. In wenigen Tagen wird die DFL die Ausschreibung für die neuen nationalen Medienverträge ab der Saison 2021/22 bis zum Abpfiff der Saison 2024/25 starten. Mindestens 5,2 Milliarden Euro erhoffen sich die 36 Profiklubs.

Seit zwei Jahren, beginnend mit den Gesprächen mit dem Bundeskartellamt, bereitet DFL-Boss Christian Seifert die Ausschreibung vor. Bis Ende April soll das Bieterverfahren abgeschlossen sein. Im Mai wird die DFL die neuen Verträge auf einer Mitgliederversammlung den 36 Profivereinen präsentieren.

Die Zahl der Interessenten ist so groß wie nie zuvor

Eine Steigerung vom 65 Prozent wie beim letzten Abschluss gibt der Markt nicht her, obwohl die Zahl der Interessenten am Erwerb der Übertragungsrechte so groß wie nie zuvor ist. Neue Player wie Amazon, Telekom oder Vodafone dürften in das Bieterverfahren um die Live-Übertragungsrechte neben den aktuellen Rechtehaltern Sky und DAZN einsteigen. Im sogenannten Free-TV wird es ab der Saison 2021/22 insgesamt nur neun Liveübertragungen von Bundesliga- und Relegationsspielen zu sehen geben.

Mindestens 5,2 Milliarden Euro erwarten die Profiklubs, damit sich ihre Einnahmesituation gegenüber der Saison 2020/21 nicht verschlechtert. In der kommenden Saison werden insgesamt 1,306 Milliarden Euro unter den Vereinen der Bundesliga und der 2. Liga aus der Vergabe der nationalen Medienrechte verteilt. Die Verteilung der Gelder aus den Vierjahresverträgen ist progressiv gestaffelt. Aus dem aktuellen Vertrag erhielten die Vereine in der Saison 2017/18 insgesamt 986 Millionen Euro. 2018/19 waren es 1,117 Milliarden Euro, in der aktuellen Spielzeit 2019/2020 kommen 1,241 Milliarden Euro zur Auszahlung.

La Liga verzeichnet ein 10-Prozent-Plus

Die Enden der inflationären Entwicklung der Zahlungen bei den begehrten Übertragungsrechten zeichnen sich ab. Das zeigen die jüngsten Abschlüsse in anderen großen Ligen Europas. Die Serie A in Italien erzielte beim jüngsten Abschluss einen Zuwachs von drei Prozent. Ein Plus von zehn Prozent registrierte die spanische Primera Divison.

Die englische Premier League muss sogar einen Rückgang von zehn Prozent akzeptieren. Den größten Zuwachs erfuhr mit 15 Prozent die französische Ligue 1. Nach der Premier League erzielt die Bundesliga derzeit die höchsten Erträge aus der Vergabe der Medienrechte.

In einer früheren Version des Artikels war ein Zehn-Prozent-Plus der Premier League genannt. Es ist aber ein Rückgang um zehn Prozent.

Rainer Franzke

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