2. Bundesliga

Hannover: Kocak kritisiert die 96-Nachwuchsspieler

Hannover: Moßmann folgt auf Sievers

Kocak kritisiert die 96-Nachwuchsspieler

Kenan Kocak

Ging mit den jungen Spielern hart ins Gericht: Hannovers Trainer Kenan Kocak. imago images

"Die Spieler aus dem Nachwuchsleistungszentrum sind noch nicht annähernd so weit, dass sie sich Hoffnung machen können in Richtung 2. Liga. Das muss man knallhart sagen", formulierte der Trainer von Hannover 96 in ungewohnter Deutlichkeit. "Alle jungen Spieler sind gut beraten, nicht nur auf ihre Qualität zu vertrauen, sondern sie brauchen auch Mentalität. Ich will die Mentalität sehen."

Kocaks harte Bestandsaufnahme gründete auf den nicht nur auf dem Test in Bremen, sondern auch auf dem Spiel 24 Stunden zuvor in Hannover gegen den SC Paderborn. In beiden Partien kamen alle Akteure des 96-Kaders plus einige Spieler aus dem Nachwuchsleistungszentrum zum Zuge. Spieler wie Mick Gudra, Marco Drawz, Tim Walbrecht oder Benjamin Hadzic sind einer breiten Fußballöffentlichkeit bislang gänzlich unbekannt - und werden es wohl nach dem harten Urteil des Cheftrainers auch erstmal bleiben. Auch Stürmer Sebastian Soto (19), der mit einem Profi-Vertrag ausgestattet ist, bekam von Kocak die Leviten gelesen: "Wenn Sebastian Soto so spielt wie heute, dann hat er keine Chance. Er arbeitet nicht genug gegen den Ball, hat keine Aggressivität, ist nicht präsent." Soto hatte schon unter Kocaks Vorgänger Mirko Slomka einen schweren Stand. Der 19-Jährige wollte schon im Sommer 96 verlassen. Ein Wechsel kam aber nicht zustande - vielleicht klappt es in der aktuellen Transferperiode.

Trotz aller Kritik an den Nachwuchskräften war Kocak mit den beiden Testspielen des Wochenendes insgesamt zufrieden: "Es waren gute zwei Tage. Wir haben unser physisches Ziel erreicht. Gewisse Abläufe haben aber nicht funktioniert. Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen." Noch haben die Hannoveraner Zeit, um sich einzuspielen. Das erste Pflichtspiel des neuen Jahres wird erst am 28. Januar in Regensburg angepfiffen.

Moßmann ist der neue Torwarttrainer

Kocak hofft, dass er dann auch Marcel Franke wieder einsetzen kann. Der Innenverteidiger, der eigentlich in den nächsten Tagen wieder ins Mannschaftstraining einsteigen wollte, laboriert immer noch an den Folgen seiner Knieverletzung (Teilruptur des Außenbands). "Ich hatte gehofft und bin davon ausgegangen, dass Marcel vom ersten Trainingstag an dabei ist. Aber Stand jetzt ist er immer noch nicht so weit. Er hat wieder Probleme. Das ist alles andere als erfreulich", erzählt der Coach, der aber immerhin wieder einen Torwarttrainer zur Verfügung hat. Rolf Moßmann heißt der Nachfolger des kurzfristig abgewanderten Jörg Sievers, der beim schottischen Klub Heart of Midlothian anheuerte. Moßmann und Kocak kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit beim VfR Mannheim. Von 2011 bis 2015 war der 50-Jährige Torwartkoordinator beim SV Sandhausen, wo Kocak als Cheftrainer gearbeitet hat, Moßmanns Vertrag gilt bis zum Saisonende. Weitere Neuzugänge hat der Klub aktuell allerdings nicht zu vermelden…

Gunnar Meggers