Handball

Paukenschlag: Frankreich scheitert bereits in der Handball-EM-Vorrunde

Löwen-Spielmacher Schmid erzielt 15 Tore gegen Polen

Paukenschlag: Frankreich scheitert bereits in der EM-Vorrunde

Frankreich ist raus

Restlos bedient: Der mit Weltklasse-Spielern bestückte französische Kader blickt nach der Niederlage traurig drein. imago images

Frankreich hat zwei Tage nach der sensationellen Pleite gegen Portugal durch eine 26:28 (15:14)-Niederlage vorzeitig die letzte Chance auf die Hauptrunde verspielt. Direkt zu Beginn des ersten Abschnitts riss Norwegens Spielmacher Sander Sagosen (wechselt im Sommer von PSG zum THW Kiel) die Partie an sich und erzielte vier der ersten sechs Tore - ein spektakulärer Kempa zum 6:3 brachte die Halle erstmals so richtig zum Kochen (13.). Doch unter den Augen der deutschen Nationalmannschaft ließen die Norweger schlichtweg zu viele Chancen liegen, Frankreichs Keeper Vincent Gerard wurde zum Faktor. Beim 12:11 gingen "Les Experts" erstmals in Führung (25.) und nahmen diesen knappen Vorsprung auch mit in die Pause (15:14).

Nach dem Seitenwechsel bewies Norwegen Moral, verlor auch trotz eines 15:18-Zwischenstandes nicht die Nerven. Es entwickelte sich ein hochspannendes wie dramatisches Spitzenspiel, in dem es kaum an etwas mangelte. Bei den Gastgebern stand besonders Sagosen weiter unter Strom: Als sein Hammer zum 24:22 im linken oberen Eck landete, war ein neues Stimmungslevel in der Halle in Trondheim erreicht. Dass die Norweger am Ende tatsächlich mit 28:26 gewannen, war auch Keeper Torbjörn Bergerud zu verdanken. Der Keeper von der SG Flensburg-Handewitt wuchs speziell im zweiten Abschnitt über sich hinaus.

Der Grund, warum die Franzosen in Gruppe D schon derart unter Druck standen: Portugal hatte sein zweites Gruppenspiel gegen Bosnien-Herzegowina am Ende doch noch einigermaßen souverän gewonnen (27:24). Zwischenzeitlich hatten die Portugiesen aber arge Probleme mit diszipliniert spielenden Bosniern, weswegen sie auch nur mit 12:11 zur Pause führten und nach dieser zeitweise sogar zurücklagen. Garant für den wichtigen zweiten Sieg war letztlich Keeper Alfredo Quintana (36 Prozent Fangquote), der hinterher auch zum Spieler des Spiels gewählt wurde.

Schmid ist von Polen nicht zu halten

In Gruppe F wies die Schweiz am Sonntagnachmittag Polen in die Schranken. Beim 31:24 (14:12) der Eidgenossen überragte besonders Superstar Andy Schmid von den Rhein-Neckar Löwen. Der hochintelligente Spielmacher begeisterte als Shooter und erzielte alleine 15 der 31 Schweizer Tore. Dafür brauchte der 36-Jährige 20 Versuche (5/5 Siebenmeter). Nach der deutlichen Auftaktschlappe (21:34 gegen Schweden) bewahrte sich die Schweiz also die Chance aufs Weiterkommen.

Im späten Spiel der Gruppe bekam es Mitfavorit Schweden mit den stets schwer zu bespielenden Slowenen zu tun. Vom Start weg tat sich der Favorit extrem hart und lag nach 23 Minuten mit drei Toren hinten (6:9). Bis zur Pause kämpften sich Flensburgs Spielmacher Jim Gottfridsson (fünf Tore) & Co. zumindest auf 9:10 heran. Nach dem Seitenwechsel blieb Slowenien aber hartnäckig und ließ die Schweden nie in Führung gehen. So stand letztlich ein doch überraschender 21:19-Erfolg, bei dem Jure Dolenec mit sieben Treffern hervorstach.

Oldie Galia vernagelt für Tschechien den Kasten

In Gruppe B hat Tschechien nach der Auftaktniederlage derweil zurückgeschlagen und die Hürde Nordmazedonien beim 27:25 (9:11) etwas überraschend übersprungen. Die Tschechen ließen sich auch von einem Pausenrückstand nicht aus der Ruhe bringen und gingen letztlich als Sieger vom Feld. Garanten waren der 40-jährige, aus der Bundesliga bekannte Keeper Martin Galia (Göppingen, Lemgo, Großwallstadt) und Linkshänder Stanislav Kasparek (Pick Szeged). Während Galia 14 Paraden (38 Prozent gehaltene Bälle) aufs Parkett zauberte, erzielte der 2,02 Meter große Kasparek sieben Tore (bei acht Anläufen).

Den vorzeitigen Einzug in die Hauptrunde tütete Österreich ein, das die Ukraine beim 34:30 (18:17) in die Knie zwang. Zwischen beiden Mannschaften war es bis zur 56. Minute ein ständiges Hin und Her, ehe die Österreicher vorentscheidend von 30:29 auf 33:29 davonziehen konnten. Beim Sieger ragten vor allem die Bundesliga-Legionäre Nikola Bilyk (neun Tore, THW Kiel) und Robert Weber (acht Tore, HSG Nordhorn-Lingen) heraus. Mit 4:0 Punkten ist der ÖHB-Auswahl das Ticket für die nächste Runde nicht mehr zu nehmen.

msc

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