2. Bundesliga

"0:4 hört sich dramatisch an!"

HSV verliert gegen Schalke und freut sich auf Schaub

"0:4 hört sich dramatisch an!"

Dieter Hecking

Ordnete das 0:4 kritisch, aber nicht zu kritisch ein - und freut sich auf Louis Schaub: HSV-Trainer Dieter Hecking. imago images

Der Gegner steht eine Woche vor dem Ligastart und der Hamburger SV erst am Anfang der Vorbereitung - Anlass zur Augenwischerei sollten diese Fakten dennoch nicht geben. Die Elf von Dieter Hecking bekam beim 0:4 (0:1) gegen Schalker im Schongang gnadenlos die Grenzen aufgezeigt und der Trainer klare Erkenntnisse: es wartet ein Berg an Arbeit auf ihn, wenn Bundesligisten künftig nicht nur zu Freundschaftsspielen im Volkspark antreten sollen. Der Versuch, Zuversicht zu versprühen nach dem enttäuschenden Jahreskehraus ist jedenfalls gründlich misslungen.

Formschwankungen hinten wie vorne

Hecking hatte schon vor Beginn erste Signale gesetzt. Das Innenverteidigerpaar des starken Saisonstarts, Gideon Jung und Rick van Drongelen, musste sich erwartungsgemäß hinter Timo Letschert und Ewerton einreihen - Pluspunkte sammelten weder die Routiniers vor noch die Herausforderer nach der Pause. Zulegen muss auch Martin Harnik, dessen Platz auf dem Flügel Jairo zugewiesen bekommen hatte. Die Erkenntnis: dem Spanier fehlt seit seinem Totalschaden im Knie weiterhin die Durchsetzungsfähigkeit, um dem HSV wirklich weiterhelfen zu können.

Wirklich ebenbürtig war der Zweitligist lediglich kurz vor und nach der Pause, lief ansonsten immer dann hinterher, wenn Schalke ein wenig aufs Tempo drückte. Lukas Hinterseer macht kein Hehl daraus, dass sowohl der Auftritt als auch das Resultat schmerzen. "0:4", stöhnt der Österreicher, "ist schon hoch, das ärgert uns und darf uns nicht passieren! Wir waren zu ungenau und haben noch viel Arbeit vor uns."

Am Sonntag geht es Richtung Portugal

Hecking pflichtet ihm bei: "Eine Stunde haben wir es über weite Strecken ganz gut gemacht, aber wenn man den Gegner vier Mal zu Toren einlädt darf man sich nicht wundern. 0:4 hört sich dann dramatisch an." Sonntag hebt der HSV-Tross Richtung Portugal ab - mit Louis Schaub wird dann eine Verstärkung für die Offensive mit an Bord sein, die dringend notwendig erscheint.

Hinterseer jedenfalls glaubt, dass sein Landsmann helfen kann: "Louis ist super im eins gegen eins, sehr torgefährlich." Hecking geht von der Mitreise des Kölners aus: "Ich habe vor dem Spiel mit Jonas Boldt (HSV-Sportvorstand, d. Red.) gesprochen, er denkt, dass wir es zeitnah hinkriegen."

Sebastian Wolff