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Georg Grozer und die deutschen Volleyballer greifen nach Olympia

Starke Leistung gegen Bulgarien - nur noch ein Sieg fehlt

Tokio-Traum lebt! Grozers Volleyballer greifen nach Olympia

Jubel bei den deutschen Volleyballern

Jubel nach überzeugender Vorstellung: Die deutschen Volleyballer haben Bulgarien souverän geschlagen. imago images

Mit so einer leidenschaftlichen Leistung ist auch der Coup im Endspiel am Freitagabend in der Berliner Max-Schmeling-Halle gegen Frankreich machbar. Für Grozers Generation, der mit 17 Punkten bester deutscher Angreifer war, wäre es die erste Olympia-Reise seit 2012.

"Jeder Einzelne muss in den hoffentlich noch zwei Tagen an seinem persönlichen Limit spiele", hatte Giani vor dem Start in die K.o.-Runde erklärt. Und gegen diesen unangenehmen Gegner, der der deutschen Mannschaft bei Olympia 2012 im Viertelfinale eine schmerzhafte Niederlage zugefügt hatte, begannen Grozer & Co. auch hochkonzentriert. Der Diagonalangreifer spielte mit einem Überzieher um seine angeschlagene rechte Wade und machte gleich bei seinem ersten Aufschlag einen Fehler - der 35-Jährige ließ sich aber davon überhaupt nicht beirren.

Grozer hadert beim Aufschlag - aber überzeugt defensiv

Grozer und seine Teamkollegen agierten in der Offensive sehr variabel und machten auch in der Annahme eine gute Figur. Die eigentlich als gefährlich geltenden bulgarischen Aufschläge hatte Gianis Mannschaft im Griff. Nach einer 17:11-Führung blockte der Bezwinger von Europameister Serbien jedoch immer besser, Deutschland fehlte nun etwas die Durchschlagskraft.

Der in diesem Turnier bislang so starke Außenangreifer Christian Fromm bescherte seinem Team mit einer imposanten Aufschlagserie fünf Satzbälle. Kapitän Lukas Kampa verwertete mit einer cleveren Aktion den zweiten zur Führung. Grozer kam nach zwei Tagen Pause beim Aufschlag nicht richtig auf Touren - das konnten die Deutschen aber verkraften. Mit hoher Intensität und viel Teamgeist spielten sie weiter mutig und druckvoll. Grozer war immer wieder in der Defensive an wichtigen Aktionen beteiligt und brachte sein Team mit einem Block zum 12:8 in Führung.

Deutsche Auswahl behält den Fokus: Olympia zum Greifen nah

Deutschland ließ in der Folge etwas nach. Aber auch diesen Durchhänger mit vier Punkten nacheinander für Bulgarien zum 18:17 überwanden sie. Jetzt war Grozer zur Stelle - und wie! Dank seiner Schmetterbälle hatte Deutschland nun zwei Satzbälle. Und wieder saß der zweite. Die Halle tobte.

Deutschland um den überzeugenden Außenangreifer Denis Kaliberda behielt erstmal weiter den Fokus. Am Ende des dritten Satzes schlichen sich jedoch leichte Fehler ins Spiel von Gianis Team ein. Die Bulgaren nutzten ihre Angriffe konsequenter und verkürzten. Die Spannung blieb hoch. Erstmals setzten sich die Deutschen beim 15:11 im vierten Durchgang etwas deutlicher ab. Moritz Karlitzek bescherte Deutschland mit einem Ass dann das 21:18. Grozer & Co. gaben die Führung nicht mehr aus ihren Händen. Olympia ist nun zum Greifen nah.

dpa