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Nutzfahrzeuge mit E-Antrieb: Leisetreter liefern aus

Elektrische Transporter und Kleinbusse - Amazon wird selbst aktiv

Nutzfahrzeuge mit E-Antrieb: Leisetreter liefern aus

Opel Vivaro-e

Mit E-Kennzeichen: Opel bringt eine batterieelektrische Variante des Vivaro. Hersteller

Dass ausgerechnet die verhältnismäßig schweren Transporter und Kleinbusse elektrifiziert werden, macht auf den ersten Blick keinen Sinn. Auf den zweiten indes schon. Denn beide Fahrzeuggattungen befinden sich häufig im innerstädtischen Einsatz - die einen als Lieferwagen, die anderen als Personen-Shuttles. Weil in vielen Citys aber Fahrverbote für konventionelle Verbrenner drohen, bleibt nur der lokal emissionsfreie Elektroantrieb als Rettungsanker.

Statt nagelnden Dieseln also surrende Stromer? Sieht ganz so aus, denn die Hersteller haben bereits reagiert. Ford beispielsweise stattet Transit und Tourneo mit Plug-in-Hybrid-Antrieb aus und bringt 2021 eine rein elektrische Version des Transit. VW hat den e-Crafter in Dienst gestellt, gemeinsam mit Abt lässt man zudem den T6 zum Stromer umrüsten, 2022 folgen der ID.Buzz sowie dessen Cargo-Variante. Auch vom "Bulli" T6.1 ist eine batterieelektrische Variante avisiert. Mercedes betreibt den e-Vito, ergänzend bieten sich demnächst EQV und e-Sprinter als Leisetreter an. Opel schickt noch in diesem Jahr den Vivaro-e zum Kunden. Bei Renault stromert der Master Z.E., bei Nissan der E-NV 200. Und bei den Stadtlieferwagen werben VW Abt e-Caddy oder Renault Kangoo Z.E. um Kunden, auch der Nachfolger des Mercedes Citan bekommt Elektroantrieb, ebenso wie Opels Kastenwagen Combo Cargo.

Wird der StreetScooter überholt?

StreetScooter

Bekommt Konkurrenz: Der StreetScooter. Hersteller

Die Keimzelle der E-Lieferwagen, der StreetScooter, ist indes dabei, sein Alleinstellungsmerkmal zu verlieren und von den neuen, professionellen Mitbewerbern überholt zu werden. Wie aus einer Studie der Unternehmensberatung Arthur D. Little hervorgeht, stellte der StreetScooter noch 2018 insgesamt 85 Prozent der in Deutschland verkauften leichten Nutzfahrzeuge (LCV) mit Elektroantrieb. Vom prognostizierten Wachstum des Segments - bis 2025 soll der E-LCV-Markt um jährlich 30 Prozent expandieren - dürften aber vor allem die etablierten Hersteller profitieren. Mercedes, VW & Co. haben der Aachener Post-Tochter StreetScooter jahrzehntelange Erfahrung in der automobilen Massenproduktion voraus - und können zudem Skaleneffekte nutzen, indem sie auf den Plattformen ihrer bereits bestehenden Nutzfahrzeuge aufbauen.

Kein Problem mit der Akku-Kapazität

Mit der Akkukapazität der E-Transporter sollten die meisten Handwerker oder Lieferanten übrigens keine Probleme haben: Im Schnitt legen sie täglich maximal 200 innerstädtische Kilometer zurück - und auf ihren Firmengeländen ist zumeist genügend Raum für Ladestationen.

Logistik-Szenarien sehen vor, dass größere Lkw ihre Fracht künftig in Verteilerzentren am Stadtrand bringen. Dort wird das Transportgut in kleinere E-Transporter umgeladen, welche dann die lokal emissionsfreie Auslieferung an die endgültige Adresse übernehmen.

Amazon macht das Geschäft selbst

Weitsicht beweist in dieser Hinsicht einmal mehr Amazon. Der Online-Riese hat sich mit 700 Millionen Dollar beim Elektroauto-Startup Rivian aus Michigan eingekauft - und gleich 100.000 E-Transporter bestellt. 2021 sollen die ersten Einheiten ausgeliefert werden.

Ulla Ellmer

Die elektrischen Transporter kommen