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Clowney zu Wentz-Aus: "Wollte ihn nicht verletzen" - Eagles-Quarterback erneut im Play-off-Pech

Quarterback der Philadelphia Eagles erneut mit Verletzungspech

Clowney zu Wentz-Aus: "Wollte ihn nicht verletzen"

Jadeveon Clowney gegen Carson Wentz

Die wohl mitentscheidende - aber auf jeden Fall am meisten diskutierte Szene der Partie: Seattles Defensive End Jadeveon Clowney (ob.) gegen Philadelphias Quarterback Carson Wentz. Getty Images

Carson Wentz und die Play-offs - es ist bisher alles andere als eine Liebesbeziehung. Der hoch talentierte Spielmacher der Eagles hatte vor dem mit 9:17 verlorenem Wild-Card-Game gegen die Seattle Seahawks noch keine einzige Play-off-Partie gespielt - obwohl er sich Super-Bowl-Champion nennen darf. Doch 2017, als die Eagles erstmals in ihrer Franchise-Geschichte triumphierten, riss er sich am 14. Spieltag das Kreuzband und musste zusehen, wie sein Vertreter Nick Foles zum "Super-Bowl-MVP" beim 41:33 gegen die New England Patriots wurde. Und eine Saison später zog er sich kurz nach seinem Comeback eine Stressfraktur an der Wirbelsäule zu, erneut war die Saison für ihn vorzeitig beendet.

In dieser Spielzeit sollte alles besser werden. Und obwohl die Eagles während der regulären Saison von einer fast schon unheimlichen Verletzungsmisere heimgesucht wurden, führte Wentz sein Team mit fünf Siegen in den letzten fünf Partien der regulären Saison noch zum Sieg in der NFC East und damit in die Play-offs. Doch in seiner ersten Partie in der Postseason konnte er im ersten Viertel nur zwei Drives spielen.

Dann wurde er von Seattles Defensive End Jadeveon Clowney hart von hinten angegangen - obwohl Wentz schon im Fallen war. Wentz schlug hart mit dem Kopf auf, blieb für zwei weitere Spielzüge aber auf dem Feld. Nachdem der Drive aber mit einem Punt geendet hatte, wurde er zunächst in das medizinische Zelt am Spielfeldrand und anschließend in die Kabine für weitere Untersuchungen geführt. Wentz kehrte nicht mehr zurück. Wie die Eagles noch im Verlauf der Partie mitteilten, hat er eine nicht näher konkretisierte Kopfverletzung erlitten. Dass diese aber schwerwiegend sein könnte, ist anhand der Tatsache, dass die Ehefrau von Wentz von der Tribüne in die Katakomben gebeten wurde, zu vermuten.

Keine Flagge durch die Referees - Peters: "Ein sehr, sehr schmutziges Spiel"

"Ich wollte ihn nicht verletzten", sagte Clowney nach der Partie. "Ich hoffe, es geht ihm gut." Für seine Aktion kamen Clowney und die Seahawks ungeschoren davon. Wentz trug in der Szene den Ball als Läufer, ging aber nicht mit den Beinen voraus zu Boden, um ein Tackle des Gegners zu verhindern. "Er hat sich nicht aufgegeben", erklärte Referee Shawn Smith laut "ESPN". "Wir sahen einen zufälligen Helmkontakt, dieser war unserer Einschätzung nach aber nicht als Foul einzustufen."

Die Eagles hatten verständlicherweise eine andere Sicht der Dinge, noch auf dem Feld nahm sich Philadelphias Tackle Jason Peters Clowney zur Brust. "Ich habe ihm gesagt, dass es ein 'schmutziges Spiel' (dirty play) war", wird der neunmalige Pro-Bowler auf der Eagles-Website zitiert. "Es war ein sehr, sehr schmutziges Spiel."

McCown: "Ich habe den Job nicht zu Ende gebracht"

Statt Wentz musste Backup Josh McCown ran. Der 40-Jährige wurde damit zum ältesten Quarterback, der jemals zu seinem Debüt in den Play-offs kam. Mit 18 von 24 angekommenen Pässen über 174 Yards sowie 23 erlaufenen Yards - davon ein Lauf über elf Yards für ein First Down - wies er eigentlich ganz gute Werte auf. Allerdings gelang ihm kein einziger Touchdownpass. Vielmehr hielt er des Öfteren das Ei zu lange, was allerdings angesichts der Tatsache, dass er mit den Spielzügen und damit mit den Laufwegen nicht ganz so vertraut gewesen sein dürfte, verständlich ist. "Ich habe den Job nicht zu Ende gebracht", sagte ein sichtlich emotionaler McCown nach der Partie.

jer

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