Bundesliga

Hütter studiert die Viererkette ein

Frankfurt: Was wird aus "Libero" Hasebe?

Hütter studiert die Viererkette ein

Makoto Hasebe und Frankfurts Trainer Adi Hütter

Neue Taktik und neues Personal? Makoto Hasebe und Frankfurts Trainer Adi Hütter. imago images

Aus Frankfurts Trainingslager in Bradenton/Florida berichtet Julian Franzke

Einst war es Niko Kovac, der auf die geniale Idee kam, den gelernten Mittelfeldspieler Hasebe in die letzte Linie zurückzubeordern und als zentrales Glied der Abwehr-Dreierkette aufzubieten. In dieser Rolle blühte der Japaner auf und überzeugte mit exzellentem Stellungsspiel, Ruhe, einem guten Auge und klugen Bällen im Spielaufbau. Auch in der ersten Saisonhälfte war Hasebe aus der Elf kaum wegzudenken, allerdings ließen seine Leistungen im Vergleich zu den Vorjahren nach. Das sieht der Routinier, der am 18. Januar 36 Jahre alt wird, auch selbst so: "Mit meiner Leistung in der Hinrunde bin ich nicht zufrieden, es fehlte die Konstanz."

Hasebe droht die Bank

Sollte sich Hütter dazu entschließen, in der Rückrunde vermehrt auf eine Formation mit einer Abwehr-Viererkette zu setzen - und danach sieht es aus -, würde Hasebe der Verlust seines Stammplatzes drohen. Am Sonntag stand er im Training als Innenverteidiger an der Seite von Kapitän David Abraham. Als linker Innenverteidiger ist Martin Hinteregger jedoch gesetzt - unabhängig von der Formation. Der Österreicher konnte wegen einer Erkältung noch nicht mit dem Team trainieren, stieg am Sonntagmorgen aber zumindest ins Lauftraining ein.

Hasebe geht mit der Situation gelassen um. "Konkurrenzkampf gibt es immer. Wenn wir mit einer Viererkette spielen, haben wir keinen Libero mehr. Dann muss ich im Mittelfeld oder in der Innenverteidigung um meine Position kämpfen", sagt der Japaner und hebt das Positive hervor: "Wir wissen auch noch nicht, ob wir mit einer Dreier- oder Viererkette spielen werden, aber ich finde es gut, dass wir mehrere Optionen haben."

Am 17. Spieltag hatte Hütter in Paderborn sein Team erstmals in dieser Saison mit einer Viererkette aufs Feld geschickt. Hasebe selbst fühlt sich für alle Rollen gerüstet. "Ich muss für beide Positionen bereit sein und der Mannschaft helfen, egal wo. Zwar habe ich lange nicht mehr im Mittelfeld gespielt, aber ich habe fast meine ganze Karriere auf der Sechs gespielt", erklärt der Führungsspieler.

Wir wissen auch noch nicht, ob wir mit einer Dreier- oder Viererkette spielen werden, aber ich finde es gut, dass wir mehrere Optionen haben.

Makoto Hasebe

Als Außenverteidiger in einer Viererkette stehen Hütter in Timothy Chandler (rechts und links), Danny da Costa (rechts), Erik Durm (rechts und links), Almany Toure (rechts) und Evan Ndicka (links) fünf Profis zur Verfügung. Links offensiv ist Filip Kostic gesetzt, auch Mijat Gacinovic könnte wie in früheren Zeiten in diese Rolle schlüpfen.

Auf dem rechten offensiven Flügel bieten sich insbesondere da Costa und Durm, aber auch Gacinovic oder Kamada an. Die Aufzählung der letzten beiden Spieler mag auf den ersten Blick überraschen, allerdings darf man bei diesen Überlegungen nicht vergessen, dass die offensiven Flügel im 4-4-2 mit flacher Vier oder im 4-2-3-1 - anders als die beiden Außenbahnspieler im 3-5-2 - nicht an der Linie kleben, sondern einrücken, wenn die Außenverteidiger aufrücken. Kamada oder Gacinovic würde es somit immer wieder auch ins Zentrum ziehen. Ein schneller, dribbelstarker Rechtsaußen stünde dem Team nichtsdestotrotz wohl ganz gut zu Gesicht.

Hütter sieht indes schon jetzt genug Personal, um seine Elf im 4-4-2 oder 4-2-3-1 auszurichten. Der Test gegen Hertha BSC (Donnerstag, 1 Uhr MEZ) könnte erste spannende Aufschlüsse liefern. "In der Hinrunde haben wir wegen der vielen Spiele fast gar keine Taktik trainiert", berichtet Hasebe. Das ist nun anders, Hütter will die zwei Wochen bis zum Auftakt bei der TSG Hoffenheim nutzen, um seine Elf variabler auszurichten. Ob Frankfurt dann mit einer Dreier-/Fünferkette oder einer Viererkette auflaufen wird, lässt sich aktuell nicht prognostizieren. Der Coach wird sich in dieser Frage auch kaum in die Karten schauen lassen. Womöglich wird das Geheimnis der Formation beim Rückrundenauftakt erst am Spieltag gelüftet werden.

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