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Kfz-Versicherung: Zuschlag für Senioren

80-jährige zahlen doppelt so viel - Spar-Potenzial ausschöpfen

Kfz-Versicherung: Zuschlag für Senioren

Senioren im Auto

Eigentlich gibt es nichts zu lachen: Senioren zahlen oft mehr bei der Kfz-Versicherung. ampnet/DVR

Ein Fünftel aller deutschen Führerscheine befindet sich in der Hand von Senioren, die über 65 Jahre alt sind. Ab dieser Altersgrenze kann Autofahren aber auch deutlich teurer werden, weil die Kfz-Versicherer ihre Beiträge teils kräftig erhöhen. Das Vergleichsportal Verivox hat ausgerechnet, dass ein 65-jähriger durchschnittlich 15 Prozent mehr für Haftpflicht und Vollkasko ausgeben muss als ein 50-jähriger. Mit 70 erhöht sich der Zuschlag auf 31 Prozent, mit 75 auf 60 Prozent, und ein 80-jähriger zahlt beinahe den doppelten Beitrag.

Erhöhte Schadenhäufigkeit

Die Assekuranzen begründen den Senioren-Zuschlag mit der erhöhten Schadenhäufigkeit ihrer älteren Klientel. Tatsächlich haben laut Jahresstatistik der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) im Jahr 2017 nur gut fünf Prozent aller Autofahrer zwischen 42 und 62 Jahren einen Unfall gemeldet - aber fast zehn Prozent der ab 82-jährigen.

Meist handelt es sich dabei allerdings nur um Blechschäden und minderschwere Unfälle wie Parkrempler. Die richtigen üblen Crashs sind eher eine Domäne der berüchtigt-risikobereiten Gruppe männlicher Autofahrer zwischen 18- und 25 Jahren. Weil Senioren aber häufig hochwertige und teure Autos fahren, kosten die Reparaturen oft viel, auch das treibt den Versicherungsbeitrag nach oben.

Erfahrung wird belohnt

Zwar belohnen die Assekuranzen die Erfahrung von Senioren, indem für langjährig unfallfreies Fahren die Einstufung in eine hohe Schadenfreiheitsklasse erfolgt. "Viele Versicherer vergeben mittlerweile für maximal 50 schadenfreie Jahre einen Bonus", sagt Verivox-Geschäftsführer Wolfgang Schütz. Den Seniorenzuschlag könnten die älteren Fahrer aber auch mit dem höchstmöglichen Schadenfreiheitsrabatt nicht ausgleichen.

Möglichkeiten, den Versicherungsbeitrag zu drücken, gibt es aber dennoch. Manche Assekuranzen gewähren beispielsweise Rabatte für die Teilnahme an einem Fahrsicherheitstraining für Senioren. Sinnvoll ist es zudem, den Versicherungsvertrag zu überprüfen: Hat sich womöglich die Jahresfahrleistung reduziert? Ist der Kreis der berechtigten Fahrer kleiner geworden? Auch der Wechsel der Kfz-Versicherung (Stichtag zumeist 30. November) lohnt sich unter Umständen.

Auto auf das Kind zulassen

Auszahlen kann es sich aber auch, das Auto auf ein erwachsenes Kind zuzulassen. Das Vergleichsportal hat eine Beispielrechnung für einen 80-jährigen Autofahrer sowie dessen 50-jähriges Kind aufgemacht und im Haftpflicht-Modellfall 48 Prozent Ersparnis ermittelt. Wäre das Auto auf den Senior selbst zugelassen und würde nur die Versicherung auf das Kind laufen, ergäbe sich immer noch eine Ersparnis von fast einem Drittel.

Damit sich die Angelegenheit wirklich lohnt, muss allerdings der Schadenfreiheitsrabatt vom Elternteil auf das Kind übertragen werden. Dies ist in aller Regel kein Problem, sollte aber sicherheitshalber durch eine Anfrage beim Versicherer abgeklärt werden.

Ulla Ellmer