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Pick Six für Tom Brady - Henry marschiert über die New England Patriots hinweg

Überraschende Heimpleite New Englands gegen Tennessee

Pick Six für Brady - Henry marschiert über die Patriots hinweg

Sein letzter Auftritt? Tom Bradys Zukunft bleibt unklar.

Sein letzter Auftritt? Tom Bradys Zukunft bleibt unklar. Getty Images

Im Nebel von New England deutet zunächst nicht viel hin auf die erste Play-off-Heimpleite der Patriots seit 2012. Nach nicht einmal drei Minuten standen die ersten Punkte auf der Tafel, Nick Folk verwandelte ein Field Goal aus 36 Yards. Doch schon in diesem ersten Drive sollte sich das Problem des Champions von 2019 abzeichnen - in der Red Zone ging für Brady & Co. nicht viel.

Und die Titans? Setzten natürlich auf ihre Spezialwaffe. Rushing Leader Derrick Henry bekam die Defense kaum in den Griff, seine Läufe brachten Tennessee bis auf 12 Yards an die Endzone heran. Quarterback Tannehill fand schließlich Tight End Anthony Firkser - fertig war der erste Touchdown der Partie!

Ein Yard ist diesmal zu viel für die Patriots

Die Patriots antworteten noch einmal, Julian Edelmann gelang der erste Running Touchdown seiner Karriere nach einem End Around über fünf Yards. Doch dann wieder die Schwächen in der Red Zone: Kurz vor der Pause war nur noch ein Yard zu überwinden, in Play-off-Spielen gelang in solchen Situationen zwölf Mal hintereinander ein Touchdown für die Patriots. Diesmal musste sich New England mit einem Field Goal aus 21 Yards zum 13:7 begnügen. Niemand in Foxborough ahnte, dass man soeben tatsächlich die letzten Punkte der Patriots in dieser Saison miterlebt hatte...

Die Titans antworteten sogar noch vor der Pause, oder besser gesagt: Derrick Henry. Sämtliche 75 Yards des Drives gingen auf sein Konto, am Ende musste er nur noch Inches überwinden und folgte dem Prinzip "Mit dem Kopf durch die Wand" erfolgreich. So unspektakulär wie das dritte Viertel verlief, so spektakulär begann der Schlussabschnitt. Tannehill leistete sich eine Interception, das Ei war komplett unterworfen. Die Patriots bestraften den Fehler nicht, kamen auch danach einfach nicht durch. Tennessee verwaltete den Vorsprung bis in die Crunchtime - und da ging dann alles schief für den Titelverteidiger. Brett Kern puntete derart akkurat, dass New England an der eigenen Ein-Yard-Line starten musste. 15 Sekunden waren noch zu spielen, die Hausherren hatten nicht mal mehr ein Time-out.

Eine ausweglose Situation, normalerweise ist nun Brady-Time. Doch nicht an diesem Samstagabend. Sein Pass auf Sanu wurde getipped, landete in den Armen von Logan Ryan, der zum Pick Six in die Endzone spazierte. 20:13 für Tennessee, die Entscheidung. New England war im Gillette Stadium übel rasiert worden.

Brady muss über Zukunft nachdenken

Was wird nun aus Brady? Sein Vertrag mit New England läuft nach 20 Jahren aus. "Ich möchte jetzt nicht groß über die Zukunft reden. Wir werden sehen", sagte der 42-Jährige (20 von 37 Pässen für 209 Yards, kein TD, eine INT). Es sei allerdings "recht unwahrscheinlich", dass er nun seine Karriere beende. Favoriten auf eine Verpflichtung sollen neben den L.A. Chargers die Titans sein, dort tummeln sich zahlreiche Ex-Weggefährten Bradys. Head Coach ist mit Mike Vrabel ein ehemaliger Mitspieler. Doch Brady sagte auch: "Ich liebe die Patriots. Das ist die beste Organisation." Bleibt er also doch?

Henry mag es "schmutzig"

Sicher bleiben werden die Titans, und zwar in den Play-offs. Für Tennessee geht es am kommenden Sonntag (2.15 MEZ) bei den Baltimore Ravens weiter. Vor allem Henry, der gegen die Patriots seinen 26. Geburtstag ganz besonders feierte, gilt es für die Ravens in den Griff zu kriegen. 182 Yards spulte der Superstar ab, damit brach er übrigens den Franchise-Rushing-Rekord von Eddie George (162). "So mögen wir das", sagte er nach seiner Gala. "Wir mögen es nicht leicht, sondern wir wollen es steinig, wir wollen es schmutzig. Diese Mentalität müssen wir haben."

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