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"Ich habe nicht viel für Wehmut übrig": Tom Brady wirkt gelassen

Absolviert der Star-Quarterback sein letztes Heimspiel für die Patriots?

"Ich habe nicht viel für Wehmut übrig": Brady wirkt gelassen

Tom Brady ist Quarterback bei den New England Patriots.

Blickt vielmehr aufs Spiel gegen die Titans als auf seine nahe Zukunft: Patriots-Quarterback Tom Brady (42). imago images

Lange Gesichter gab es am vergangenen Sonntag, als die Patriots als amtierender Champion vor heimischer Kulisse im im Gilette Stadium tatsächlich das letzte Spiel der Regular Season mit 24:27 gegen die längst ausgeschiedenen Miami Dolphins in den Sand gesetzt und so das anvisierte First-Round-Bye verpasst hatten. "Wir hatten Spielzüge, die ich besser hätte nutzen sollen. Doch ich habe es nicht genutzt. Deshalb verlierst du Spiele. Deswegen müssen wir in dieser Woche mehr Konzentration, Fokus, Entschlossenheit, Einstellung an den Tag legen", berichtete Tom Brady im Anschluss recht offen.

Damit ergibt sich folgendes Szenario: Erstmals seit 2009/10 (damals ein 14:33 gegen die Baltimore Ravens) muss der sechsmalige Super-Bowl-Sieger wieder in der Wild Card Round der Play-offs auftreten - was zugleich das letzte Heimspiel von Brady höchstpersönlich sein könnte. Denn der 42-jährige Star wird immer wieder mit einem Wechsel nach dieser Spielzeit in Verbindung gebracht, geht bald sowieso in sein letztes Vertragsjahr und darf von den Pats außerdem gar nicht mit dem "Franchise Tag" versehen werden. Kommt es so wirklich zu einem Wechsel zu Dolphins, Chargers oder einem anderen Team? Ans Aufhören denkt "TB12" in jedem Fall weiterhin nicht, was er immer wieder unterstreicht.

Brady hat dasselbe Gefühl wie seit 20 Jahren

Genauso wenig verspürt der erfolgreichste Quarterback der NFL-Geschichte Trauer in Bezug auf sein womöglich letztes Heimspiel gegen die Tennessee Titans in der Nacht von Samstag auf Sonntag (2.15 Uhr MEZ): "Ich habe nicht viel für Wehmut übrig. Ich bin vielmehr darauf fokussiert, was ich zu tun habe. Und so hat sich diese Woche genauso angefühlt wie jede andere in den letzten 20 Jahren."

Jeder weiß, was auf dem Spiel steht. Es ist Play-off-Football - und wir sind heiß und voll fokussiert.

Tom Brady

Sein Statement vor diversen US-Medien erweiterte der Routinier noch damit - speziell bezogen auf ein mögliches Ende seiner erfolgreichen Zeit in New England: "Über diese Dinge habe ich nicht nachgedacht. Und ich würde sowieso nicht über so etwas nachdenken. Es fühlt sich wirklich wie eine normale Woche für mich an. Was die anderen sagen, kümmert mich ebenso wenig. Ich habe den Fernseher die Tage ausgeschaltet gelassen, was sowieso besser ist nach unserer Niederlage gegen Miami." Vielmehr würden ihn die Titans kümmern und die Tatsache, mit einem Erfolgserlebnis seinen 31. Play-off-Sieg einstreichen zu können: "Dieser Gegner stellt dich vor viele Probleme. Sie zwingen uns dazu, eng zusammenzustehen. Wenn wir das nicht gemacht haben, hat es diese Saison schon schlecht ausgesehen. Wenn wir das aber gemacht haben, dann hat es gut ausgesehen. Jeder weiß, was auf dem Spiel steht. Es ist Play-off-Football - und wir sind heiß und voll fokussiert."

Was ist der Franchise Tag?

Der "Franchise Tag" ist eine Möglichkeit für NFL-Teams, einen Spieler aus dem aktuellen Roster mit auslaufendem Vertrag zumindest kurzfristig an sich zu binden. Seit 1993 ist der "Tag" zusammen mit dem "Salary Cap" (Gehaltsobergrenze der NFL-Teams) eine der Maßnahmen, um kleineren Teams zu ermöglichen, ihre Stars zu halten und damit für mehr Ausgeglichenheit zu sorgen. Der ausgewählte Spieler erhält dabei ein garantiertes Gehalt entsprechend dem Durchschnittseinkommen der fünf höchstbezahlten Spieler der Vorsaison auf der betreffenden Position - oder 120 Prozent seines vorherigen Jahresgehalts; je nachdem welches Gehalt höher ausfällt. Jedes Team kann nur einen "Tag" pro Jahr verwenden.

"Exclusive" oder "Non-exclusive"?

Gebräuchlicher ist für viele NFL-Teams eher der "Non-exclusive Tag", bei dem der jeweilige Spieler während der "Free Agency" mit anderen Klubs verhandeln und sogar eine Einigung erzielen darf. Der theoretisch abgebende Verein besitzt dann jedoch die Möglichkeit, ein identisches Angebot zu unterbreiten, um den NFL-Profi an sich zu binden. Sollte der Spieler den Klub verlassen, erhält der abgebende Verein zwei Erstrunden-Draft-Picks als Gegenleistung.

mag

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