Bundesliga

Kehrt Bittencourt am Ende doch nach Hoffenheim zurück?

"Außenstände" der TSG: So entwickeln sich die Leihspieler

Kehrt Bittencourt am Ende doch nach Hoffenheim zurück?

Kasim Adams: Trotz Leichtsinn weiter eine Perspektive

Der Innenverteidiger ist aktuell an den Ligakonkurrenten Fortuna Düsseldorf ausgeliehen, dort soll der Ghanaer Spielpraxis sammeln und zu mehr Zuverlässigkeit finden. In seiner ersten Hoffenheimer Spielzeit warfen den 24-Jährigen immer wieder Leichtsinnsfehler oder überhastete Aktionen zurück. Grundsätzlich verfügt der für acht Millionen Euro aus Bern verpflichtete Athlet über - nicht nur körperlich - beste Voraussetzungen. Bei entsprechender Weiterentwicklung und Seriosität im Spiel kann der noch bis 2023 unter Vertrag stehende Adams ab Sommer auch bei der TSG gute Perspektiven haben.

Leonardo Bittencourt: Abgehakt, eigentlich

Diese Personalie schien eigentlich abgehakt in Hoffenheim. Bittencourts Abschied ist im Grunde beschlossene Sache, auch wenn der offensive Mittelfeldspieler zunächst nur an Werder Bremen ausgeliehen ist für 600000 Euro. Dem Vernehmen nach greift aber nach der Saison eine bereits ausgehandelte Kaufverpflichtung, nach der Werder Bittencourt für weitere sieben Millionen Euro endgültig verpflichtet. Doch die Vereinbarung gilt wohl nur im Falle der Bremer Erstligazugehörigkeit. Die steht Mitte der Saison aber infrage, Bremen überwintert auf einem Abstiegsplatz. Stand jetzt, würde der 26-Jährige also zur TSG zurückkehren. Es sei denn, die Norddeutschen kriegen die Kurve.

Gregor Kobel: Neue Chance unter Matarazzo

Der Torhüter war zunächst nach Augsburg und ist nun an den VfB Stuttgart ausgeliehen. Dort soll der 22-jährige Schweizer weiter reifen. Beim Zweitligisten war Kobel bis kurz vor der Winterpause gesetzt und absolvierte 15 Partien, ehe er beim dem mittlerweile entlassenen Trainer Tim Walter in Ungnade gefallen war. Nach dem Winter ist mit Kobel beim VfB unter dem aus Hoffenheim geholten neuen Chefcoach Pellegrino Matarazzo wieder zu rechnen. Kommenden Sommer steht dann die Entscheidung an, ob und wie es mit Kobel und der TSG ein Jahr vor Vertragsende weitergeht.

Justin Hoogma: Nochmal Bank ist keine Option

Bei dem Innenverteidiger geht zumindest der Plan auf, endlich wieder regelmäßig Spielpraxis zu sammeln. Beim FC Utrecht, Tabellensiebter in den Niederlanden, hat der Linksfuß 17 von bisher 18 Partien dieser Saison über die volle Distanz absolviert. Im Sommer steht auch in diesem Fall eine Grundsatzentscheidung an, ob Trainer Schreuder fest mit seinem Landsmann plant oder sich Hoogma (Vertrag bis 2021) verändern muss. Eine weitere Spielzeit auf der Hoffenheimer Ersatzbank dürfte keine Option sein.

David Otto: Mittelfristig wird es wohl schwierig

Der junge Stürmer kann eine ordentliche Bilanz vorweisen auf seiner Reifestation beim Zweitligisten in Heidenheim. Das Hoffenheimer Eigengewächs kommt beim Aufstiegsaspiranten auf bislang immerhin 13 Einsätze und ein Tor. Dennoch scheint es derzeit fraglich, ob er noch bis 2021 gebundene Otto das Format eingeräumt wird, den hohen Hoffenheimer Maßstäben mittelfristig gerecht zu werden.

Alfons Amade: Derzeit stagniert das Talent

Der Perspektivspieler aus der eigenen Jugend sollte eigentlich beim Drittligisten Eintracht Braunschweig reifen, aber in der Winterpause sind für den Defensivspezialisten, der als Sechser oder Rechtsverteidiger eingesetzt werden kann, erst drei Einsätze notiert. Da scheint das Talent (Vertrag bis 2022 in Hoffenheim) derzeit keinen Schritt weiterzukommen.

Meris Skenderovic: Durchbruch sieht anders aus

Auch für den zum Drittligisten Carl Zeiss Jena ausgeliehenen Mittelstürmer läuft es nicht wesentlich besser. Immerhin kann der 21-Jährige aus der Hoffenheimer Talentschmiede (Vertrag bis 2021) zur Saisonhalbzeit 14 Einsätze vorweisen, allerdings blieb der U-21-Nationalspieler Montenegros bislang torlos und bereitete nur einen Treffer vor. Das klingt auch nicht eben nach Durchbruch.

Joao Klauss: Das Visier wird geschärft

Der noch bis 2022 in Hoffenheim unter Vertrag stehende Stürmer war zunächst nach Helsinki verliehen und wurde dort mit 21 Toren in 33 Spielen Torschützenkönig Finnlands. Seit einem Jahr und noch bis kommenden Sommer ist der 22-Jährige auf Leihbasis beim Linzer ASK in Österreich aktiv, seither hat Klauss in 18 Partien in der österreichischen Liga vier Tore geschossen. International sieht die Quote dagegen besser aus, in sechs Spielen in der Europa League traf der Brasilianer dreimal, in vier Partien in der Qualifikation zur Champions League in vier Spielen zweimal. Da werden die Hoffenheimer Scouts sicherlich noch mal genau hinschauen.

Felipe Pires und Bruno Nazario: Keine Zukunft bei der TSG

Die beiden Brasilianer werden die Liste derjenigen Südamerikaner verlängern, denen der große Durchbruch bei Hoffenheim nicht gelang. Nicht immer sind eben Entwicklungen wie bei Roberto Firmino oder zuletzt bei Joelinton möglich. Die Leihen von Pires (zuletzt an Fortaleza Esporte Clube) und Nazario (zuletzt an Club Athletico Paranaense) endeten jeweils zum 31. Dezember 2019, dem Vernehmen nach werden aber beide vertraglich noch bis 2021 an die TSG gebundenen Brasilianer nicht im Trainingslager in Marbella aufschlagen, beide haben in Hoffenheim keine Zukunft. Da stehen weitere Leihen oder Verkäufe an.

Michael Pfeifer