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"Die große Chance" in den Sand gesetzt: Patriots-Dynastie vor Ende?

New England rutscht ab und muss in der Wild Card Round ran

"Die große Chance" in den Sand gesetzt: Patriots-Dynastie vor dem Ende?

Tom Brady ist Quarterback bei den New England Patriots.

Keine Pause erspielt: Tom Brady und die New England Patriots müssen schon in der Wild Card Round ran ans Werk. imago images

Hart formuliert könnte man schreiben: Die Saison für Tom Brady und die New England Patriots scheint gelaufen. Denn nach der kurz vor Schluss erlittenen 24:27-Pleite gegen das bis dahin viertschlechteste NFL-Team aus Miami hat der von der Quarterback-Legende angeführte Titelverteidiger das Freilos in der ersten Play-off-Runde noch aus der Hand gegeben. Statt am kommenden Wochenende also den von der harten Regular Season geschundenen Körper zu schonen, müssen die Patriots in der Nacht von Samstag auf Sonntag (2.15 Uhr MEZ) gegen die Tennessee Titans ran. Ein Auftritt in der Wild Card Round? Das hat es seit 2009/10 (damals ein 14:33 gegen die Baltimore Ravens) nicht mehr gegeben.

"Wir hatten die große Chance auf eine Pause - und wir haben sie nicht genutzt. Wir müssen im nächsten Spiel viel besser sein", äußerte sich ein geknickter Brady, der laut US-Medien mit der Zusammenstellung seiner Offense unzufrieden sein soll und sogar nach dieser Saison woanders hin wechseln könnte. Bei jedem seiner sechs Super-Bowl-Siege war "TB12" mit einem Freilos in die Play-offs gestartet, worüber der Routinier noch bei seiner wöchentlichen Radioshow "WEEI" sagte: "Wir hatten Spielzüge, die ich besser hätte nutzen sollen. Doch ich habe es nicht genutzt. Deshalb verlierst du Spiele. Deswegen müssen wir in dieser Woche mehr Konzentration, Fokus, Entschlossenheit, Einstellung an den Tag legen. Alles muss in dieser Woche top, top, top sein. Denn wir können es besser als gestern."

Nun verbleibt es den Kansas City Chiefs, den Green Bay Packers, den San Francisco 49ers und jenen Ravens aus Baltimore, der Konkurrenz in der bevorstehenden ersten Runde bei der Arbeit zuzuschauen und die nächsten Gegner zu analysieren. Das aufregendste Wild-Card-Duell verspricht das der New Orleans Saints gegen die Minnesota Vikings zu werden. Zudem treffen die Philadelphia Eagles auf die Seattle Seahawks und die Houston Texans auf die Buffalo Bills.

Vieles spricht gegen die Patriots - bis auf Faktor x

Bill Belichick ist Head Coach der New England Patriots.

Muss sein Team in kurzer Zeit auf die Tennessee Titans vorbereiten: New Englands Head Coach Bill Belichick. imago images

Doch im Rampenlicht steht einmal mehr Brady. Nicht nur seine unterdurchschnittliche Vorstellung gegen die Dolphins, bei der nur 16 seiner 29 Pässe ihr Ziel fanden, macht den Fans in und um Boston Sorgen. Während die Defensive bisher das Prunkstück war, ist die Offensive ihre Meister-Tauglichkeit oft schuldig geblieben. Die Patriots verloren drei ihrer vergangenen fünf Spiele, ließen die in Richtung Play-offs nötige Bissigkeit vermissen. Der US-Sportsender "ESPN" räumt der einstigen Über-Mannschaft nur eine Chance von gut acht Prozent ein, den Super Bowl Anfang Februar in Miami zu erreichen.

Allerdings sind die Patriots eben kein x-beliebiges Team. Und dazu gehört auch, dass Head Coach Bill Belichick schon oft einen Ausweg fand, wenn man mit dem Rücken zur Wand stand. "Hoffentlich zeigen wir das im nächsten Spiel", sagte der sichtlich verstimmte 67-Jährige am Sonntag (Ortszeit): "Wir haben immer noch die Chance, etwas zu erreichen."

Die schlechte Laune des ohnehin selten lächelnden Masterminds muss wie eine Drohung für die Konkurrenz sein. Der Weg zum Super Bowl wird dennoch verdammt hart. Bei einem Sieg gegen die Titans müssten die Patriots anschließend nach Kansas City ins Arrowhead Stadium, das lauteste Stadion der Welt. Und gegen das Team um den 2019er MVP Patrick Mahomes unterlag man erst Anfang Dezember. Keine guten Aussichten. Zumindest rein statistisch - ohne Patriots-Faktor x.

mag/dpa

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