NFL

Eagles sichern sich Play-off-Ticket - Tennessee muss nach New England

NFL, Week 17: Die späte Schicht ab 22.25 Uhr

Eagles lassen die Cowboys vergeblich hoffen - Tennessee reist nach New England

Ryan Tannehill ist Quarterback der Tennessee Titans.

Hat die Tennessee Titans übernommen und in die Play-offs geführt: Quarterback Ryan Tannehill (ehemals Dolphins). Getty Images

Nachdem die New England Patriots zur frühen Stunde am Sonntagabend ihr eigentlich sicher erscheinendes First-Round-Bye aus der Hand gegeben sowie an die Kansas City Chiefs überreicht und die Green Bay Packers einen dramatischen Sieg mit ablaufender Uhr in Detroit eingefahren hatten, begann die Late-Night-Session in der NFL. Und obwohl auch hier einige dramatische Szenarien in Aussicht gestellt wurden, ging es am Ende doch den erwartbaren Gang. Doch der Reihe nach...

Houston Texans - Tennessee Titans 14:35

Das letzte Play-off-Ticket der AFC ging über die Titans, die bei den bereits qualifizierten Texans vorstellig wurden. Und Tennessee ließ sich die zweite Teilnahme an der Endrunde in diesem Jahrzehnt (2017) auch nicht mehr nehmen. Nach 0:7-Rückstand gegen die Texaner, die unter anderem Star-Quarterback Deshaun Watson schonten und stattdessen auf A.J. McCarron (225 Yards, kein TD, eine Int.) setzten, drehten vor allem Quarterback Ryan Tannehill (198 Yards, zwei TDs, keine Int.) und einmal mehr Running-Back-Maschine Derrick Henry (211 Yards, drei TDs - sechs Spiele über 100 Yards aus den vergangenen sieben Einsätzen) gehörig auf. Am Ende stand ein verdientes 35:14 zu Buche - und die Gewissheit, am kommenden Wochenende in der Wild Card Round auswärts bei den Patriots, dem amtierenden Champion, zu gastieren.

Stark: Anführer Tannehill, der zwischen 2012 und 2019 bei den Miami Dolphins gespielt hatte und dort abgeschrieben worden war, übernahm erst im Verlauf dieser Spielzeit beim Zwischenstand von 2:4 Siegen für den einmal mehr nicht vollends überzeugenden Marcus Mariota - und kam seither auf eine starke Bilanz von 7:3 Erfolgen (9:7 am Ende)! "Das ist großartig, wir lieben es zu gewinnen - und wollen natürlich auch um einen Titel mitspielen. Wir genießen den Moment und bereiten uns dann auf die nächste Prüfung vor", so der Quarterback im Anschluss auf der Pressekonferenz. "Das Vertrauen ist über die Saison immer größer geworden. Wir haben viele Kämpfer im Team, wir haben viele Waffen, alle glauben an sich, wir alle glauben an uns und kommen auch mit Rückschlägen klar. Deswegen sind wir auch immer im Rennen geblieben und haben die Play-offs am Ende erreicht."

Baltimore Ravens - Pittsburgh Steelers 28:10

Durch den Sieg der Titans war die Chance für die Steelers auf eine Endrundenteilnahme aber ohnehin dahin, weil Pittsburgh selbst die Chance in Baltimore nicht nutzte. Obwohl die heimischen Ravens, das Top-Team der AFC, auf zahlreiche Stars wie MVP-Top-Kandidat Lamar Jackson oder Running Back Mark Ingram verzichteten. Was bei "Steel City" einmal mehr auffiel: Ohne den seit Beginn der Saison verletzten Star-Spielmacher Ben Roethlisberger hat es einmal mehr auf der Quarterback-Position nicht so recht gepasst. Denn nach vielen Versuchen mit Mason Rudolph, der in dieser Spielzeit in eine Helmattacke verwickelt worden war , durfte abermals Devlin "Duck" Hodges ran ans Werk - und kapitulierte mit 95 Yards (kein TD, keine Int.). Am Ende wurde vor allem Baltimores eiskalter Kicker Justin Tucker (45, 22, 42, 47 Yards) mit vier Field Goals zum Matchwinner - genauso wie Safety Jordan Richards, der einen Fumble der Gäste aufnahm und in die Endzone trug.

Denver Broncos - Oakland Raiders 16:15

Ein klein wenig auf die Play-offs hatten auch noch die im nächsten Jahr nach Las Vegas umziehenden Raiders gehofft. Doch das Team von Trainer Jon Gruden verlor selbst mit 15:16 bei in der "Mile High City" Denver - und hätte außerdem noch weitere Bedingungen (u.a. eine Titans-Niederlage) gebraucht. Nach lediglich drei Field Goals von Kicker Daniel Carlson und trotz eines ordentlichen Auftritts von Quarterback Derek Carr (391 Yards, ein TD, keine Int.) inklusive verpasster Two-Point-Conversion sieben Sekunden vor Schluss war das Aus aber gewiss - und damit auch die Erkenntnis, zum letzten Mal als Team aus der kalifornischen Stadt Oakland angetreten zu sein. Auf der anderen Seite zeigte indes Broncos-Spielmacher Drew Lock (177 Yards, ein TD, keine Int.) einmal mehr, dass er der künftige Starter sein kann.

New York Giants - Philadelphia Eagles 17:34

Carson Wentz und Joshua Perkins sind Spieler der Philadelphia Eagles.

Auf geht's Richtung Play-offs: Quarterback Carson Wentz und Tight End Joshua Perkins sind mit den Eagles dabei. Getty Images

Was auch noch bis zu diesem letzten Sonntag von Week 17 offen war: der Titel in der NFC East und damit ein Heimspiel in der Wild Card Round. Das alles ging am Ende an die Eagles, den Super-Bowl-Sieger von 2018. Wobei das alles schwieriger war, als vom reinen Blick aufs Ergebnis gedacht. Denn obwohl Philadelphia anfangs mit 3:0, 10:3 und 17:10 geführt hatte, kam New York unter anderem mit einem 68-Yard-Rush von Star-Läufer Saquon Barkley immer wieder zurück. In diesem Fall zum 17:17. Doch zwei kurze Touchdown-Sprints von Boston Scott (insgesamt drei TDs) jeweils über zwei Yards genauso wie eine starke Fumble Recovery von Fletcher Cox ließen die Sorgen verschwinden. Am Ende stand ein 34:17 zu Buche - inklusive starker Leistung von Carson Wentz (289 Yards, ein TD, keine Int.).

Apropos Wentz: Der 27-Jährige, in der Vergangenheit immer wieder von Verletzungen heimgesucht und so tatsächlich noch ohne einen aktiven Auftritt in den Play-offs (!), ist in dieser Saison insgesamt auf 4039 Yards Raumgewinn durch Pässe. Die 4000er Marke hat bis dato nicht nie zuvor ein Quarterback der Eagles in der NFL innerhalb einer Regular Season erreicht. Für Kritiker, die unter anderem auch in Bezug auf die schwache Bilanz der gesamten NFC East den Endrundenmodus kritisieren, hatte Wentz zum Schluss auch noch ein paar Worte parat: "Ich würde sagen, jetzt ist Play-off-Zeit - und hier zählt die Bilanz nicht mehr."

Dallas Cowboys - Washington Redskins 47:16

Nach einem mauen 6:3-Start nach Punkten ließen die Cowboys ab dem zweiten Viertel gegen NFC-East-Rivale Washington gar nichts mehr anbrennen. Zwei Touchdowns von Running Back Ezekiel Elliott (insgesamt 122 Rushing Yards) und satte drei gefangene Touchdown-Pässe von Wide Receiver Michael Gallup (98 Yards insgesamt) sorgten letztlich für einen überdeutlichen 47:16-Blowout gegen die Redskins. Aber das alles sorgte aufgrund des Sieges von Philadelphia eben nicht mehr für den Einzug in die Play-offs für das Team um Quarterback Dak Prescott (303 Yards, vier TDs). Eine Saisonbilanz von 8:8 bedeutete am Ende wenig verwunderlich ein weiteres Mal das Aus für den fünfmaligen Super-Bowl-Sieger (letzter Triumph 1995/96). Gut möglich, dass am sogenannten "Black Monday" Head Coach Jason Garrett seinen Hut nehmen muss. Schließlich sieht Besitzer und Milliardär Jerry Jones "America's Team" stets als Super-Bowl-Anwärter.

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