NFL

Ups! Patriots verpassen First-Round-Bye - Packers-Aufholjagd ins Glück

NFL, Week 17: Die frühe Schicht ab 19 Uhr

Ups! Patriots verpassen First-Round-Bye - Packers-Aufholjagd ins Glück

Tom Brady ist Quarterback bei den New England Patriots.

Haben dieses Jahr ein First-Round-Bye in den Play-offs verpasst: die New England Patriots und Star Tom Brady. Getty Images

New England Patriots - Miami Dolphins 24:27

Mit einer Bilanz von 4:11 waren die zu Saisonbeginn ganz schwachen Dolphins ins Gastspiel bei AFC-East-Dauersieger New England gegangen - und erwiesen sich nach den guten, kreativen, frechen letzten Wochen auch beim amtierenden Super-Bowl-Sieger als richtig harter Brocken. Nach einem Field Goal und einer vom ehemaligen Patriots-Profi Eric Rowe (Safety, zweimaliger Meister) abgefangenen und zum Touchdown getragenen Tom-Brady-Interception stand es 10:0, später nach einem eigenen Lauf in die Endzone von Quarterback-Routinier Ryan Fitzpatrick (37) sogar noch 17:10.

Doch umso näher die Crunchtime rückte, umso mehr drehte auch der Angriff New Englands auf. War anfangs noch Sony Michel zu einem Score gelaufen, folgten im weiteren Verlauf zwei Touchdown-Pässe von Brady (42) zu seinem eigentlichen Linebacker und hier als Receiver angemeldeten Elandon Roberts (38 Yards) sowie James White (13 Yards). Und zack, war knapp vier Minuten vor Ablauf der Uhr die 23:20-Führung für die Pats hergestellt und das anvisierte First-Round-Bye in der AFC greifbar.

Der amtierende Super-Bowl-Sieger sollte sich allerdings exakt 24 Sekunden vor Schluss noch einen heftigen Nackenschlag einfangen! Fitzpatrick (320 Yards, ein TD, keine Int.) hatte hier zunächst einen sauberen Drive aufgezogen, ehe er einen kurzen, scharfen, akkuraten TD-Pass auf Tight End Mike Gesicki warf und so das 27:24 herstellte. Verzweifelte Laterals New Englands halfen am Ende nicht mehr in Richtung Sieg oder Verlängerung - und so müssen Brady (221 Yards, zwei TDs, eine Int.), Julian Edelman, Head Coach Bill Belichick & Co. tatsächlich zum ersten Mal seit 2009/10 (damals ein 14:33 gegen die Baltimore Ravens) bereits in der Wild Card Round der NFL ran ans Werk.

Kansas City Chiefs - Los Angeles Chargers 31:21

Weit entfernt im gewohnt lautstarken Arrowhead Stadium kam genau wegen dieses Ergebnisses der New England Patriots das mit 73.680 Zuschauern besetzte und nicht überdachte Rund fast zum Zerbersten. Denn weil hier die Kansas City Chiefs um Star-Quarterback Patrick Mahomes (174 Yards, ein TD, eine Int.) ihre Aufgabe gegen die Los Angeles Chargers um Philip Rivers (281 Yards, zwei TDs, zwei Int.) mit einem 31:21 lösten, zog KC an diesem letzten Spieltag der Regular Season tatsächlich noch an den Pats vorbei und sicherte sich selbst ein First-Round-Bye.

Das Kuriose dabei: Rein statistisch hatten die Chiefs laut "ESPN" eine Chance von drei nur Prozentpunkten, noch am amtierenden Champion vorbeizuziehen. Doch diese Chance wurde genutzt - unter anderem mit zwei Touchdowns am Stück. Zum einen rannte Returner Mecole Hardman einen Kickoff über 104 (!) Yards zurück in die Endzone, zum anderen sprintete Running Back Damien Williams über 84 zu Punkten.

Detroit Lions - Green Bay Packers

Mason Crosby (Mitte) ist Kicker der Green Bay Packers.

Lautstarke Jubelschreie der Packers: Kicker Mason Crosby (Mitte) hat soeben den Sieg bei den Lions eingetütet. Getty Images

Wie schlecht kann ein Spiel eigentlich beginnen? Diese Frage stellten sich an diesem Sonntag die Fans der Packers - und das, obwohl ihr Team nach dem Sieg bei den Minnesota Vikings doch mit Rückenwind und mit dem Titel des König des Nordens nach "Motor City" gereist war. Doch Quarterback Aaron Rodgers (323 Yards, zwei TDs, eine Int.), der im gesamten ersten Quarter nur einen (!) Pass an den Mann brachte und allgemein nicht so recht an seine gewohnten persönliche Zahlen anknüpft, wusste mit seinen Gefährten tatsächlich wenig zu gefallen. Die Konsequenz: Unter anderem nach einem frechen Trickplay der Lions (Wide Receiver Danny Amendola mit einem 19-Yard-Touchdown-Pass auf Spielmacher David Blough) stand es zur Halbzeit verdientermaßen 3:17 aus Sicht Green Bays.

Mit soliden Läufen, konzentrierterem Angriffsspiel und vor allem präziseren Würfen von Rodgers meldete sich "The Pack" nach der Pause aber wieder an. Und wenngleich sicher nicht alles klappte, so saß ein 20-Yard-Touchdown-Pass auf Davante Adams genauso wie ein Field Goal aus 40 Yards von Mason Crosby. Beim Stand von 13:20 fing Linebacker Blake Martinez sogar eine Interception von Detroits Spielmacher Blough (122 Yards, kein TD, eine Int.), ehe Rodgers bei 4th&1 Adams für ein neues First Down fand, so die Chance wenige Minuten vor dem Ende am Leben erhielt und sogar Allen Lazard für einen 28-Yard-Touchdown zum 20:20-Ausgleich fand.

Doch eine sensationell gefangene Interception von Cornerback Amani Oruwariye, insgesamt erst der vierte gesicherte Fehlpass von "A-Rod" in dieser Saison, brachte nochmals alles ins Wanken. Allerdings sicherten sich die Käsestädter den Ball schnell wieder, arbeiteten sich voran - und mit Ablauf der Uhr verwandelte Kicker Mason Crosby aus 33 Yards sicher zum lautstark umjubelten 23:20. Der "hässliche Sieg" war damit eingefahren. Damit haben auch die Packers eine Play-off-Runde frei, ehe ein Heimspiel in der Divisional Round bevorsteht. "Es gibt kaum etwas Schöneres, als hier auf dem Ford Field so zu gewinnen. Das war ein knappes Ding, aber wir haben unseren Job erledigt. Wir haben das Bye... Ich liebe dieses Team!", äußerte sich direkt ein glücklicher Matchwinner Crosby.

Positiver Nebeneffekt: Green Bay beendete die Regular Season damit mit einer internen NFC-North-Bilanz von 6:0. Es konnten demnach die Rivalen Minnesota, Chicago und Detroit jeweils zweimal besiegt werden.

Carolina Panthers - New Orleans Saints 10:42

Ihren Status als echten Super-Bowl-Anwärter untermauerten zur frühen Stunde des Sonntags noch die Saints. Im Grunde machte die Mannschaft aus New Orleans auswärts bei den Carolina Panthers mit dem Gegner, was sie wollte: Erst rannte Running Back Alvin Kamara zu zwei Scores, ehe Linebacker A.J. Klein ein Zuspiel von Quarterback Will Grier, der für Kyle Allen (295 Yards, kein TD, eine Int.) eingesprungen war, zum Pick-Six abfing und Star Drew Brees mit drei Touchdown-Pässen folgte. Weil bei Carolina indes gar nichts ging - auch Dauermotor Christian McCaffrey war abgemeldet (26 Yards, ein TD) - fuhren die Saints einen deutlichen 42:10-Blowout ein und gehen mit breiter Brust in die bereits in einer Woche startenden Play-offs. Das First-Round-Bye verpasste die Truppe aus "The Big Easy" allerdings aufgrund des Sieges der Packers. Stolz zeigte sich Brees (253 Yards, drei TDs, keine Int.) trotzdem: "Ich mag dieses Team wirklich sehr. Ich liebe die Reife der Jungs und die Führungsqualitäten jedes einzelnen Spielers."

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