Bundesliga

Nur Amiri liegt im Soll

Was wurde aus Hoffenheims Sommerverkäufen?

Nur Amiri liegt im Soll

(v.li.) Nadiem Amiri, Joelinton und Nico Schulz

Brachten der TSG - ebenso wie Kerem Demirbay - im Sommer eine Menge Geld ein: (v.li.) Nadiem Amiri, Joelinton und Nico Schulz. imago images

Mit 45 Millionen Euro markierte Joelinton einen neuen Transferrekord für die Kraichgauer. Der Brasilianer übertraf bei seinem Wechsel nach England zu Newcastle United sogar die 41 Millionen, die vor vier Jahren der nach Liverpool verkaufte Roberto Firmino in die Hoffenheimer Kasse gespült hatte. Und das nach nur einer Saison in der Bundesliga, in der der zuvor zwei Jahre nach Wien ausgeliehene Stürmer in 29 Spielen sieben Tore und sechs Assists verbucht hatte. Das hat sich in England etwas relativiert.

20 Premier-League-Spiele - aber nur ein Tor

Zwar stand der 23-Jährige in allen 20 Premier-League-Spielen auf dem Platz, 19-mal sogar in der Startelf, doch in seiner Effizienz hat Joelinton offenkundig nachgelassen. Der bullige Stürmer konnte erst einen Saisontreffer bejubeln, am dritten Spieltag erzielte Joelinton beim 1:0 Auswärts-Coup bei Tottenham Hotspur den Siegtreffer. Seither herrscht Ebbe. Selbst der Ex-Hoffenheimer Fabian Schär, der nach der Zwischenstation bei Deportiva la Coruna mittlerweile auch in Newcastle spielt, hat mehr Treffer für United erzielt. Der Schweizer Nationalverteidiger erzielte an diesem Wochenende beim 1:2 gegen Everton sein zweites Saisontor. Insgesamt ist Newcastle auf Rang elf im Mittelfeld der Tabelle positioniert, sechs Zähler hinter den internationalen Rängen, sieben vor den Abstiegsplätzen.

Spielersteckbrief N. Schulz

Schulz Nico

Spielersteckbrief Demirbay

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Spielersteckbrief Amiri

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Schulz' Bilanz beim BVB ist durchwachsen

Durchwachsen lief es auch für Nico Schulz, den es für 25 Millionen Euro nach Dortmund zog. Verletzungsbedingt verpasste der Nationalspieler einige Partien, saß aber auch in fünf Spielen nur auf der Bank. Insgesamt stand der Flügelflitzer über die linke Außenbahn in der Bundesliga erst in acht Partien für den BVB auf dem Feld und verbuchte dabei ein Tor und eine Vorarbeit. Durchaus ausbaufähig. Das gilt auch für seine drei Auftritte in der Champions League mit einer kicker-Gesamtnote von 4,67. Insgesamt liegt Schulz mit den Borussen hinter den Erwartungen und als Tabellenvierter gleich sieben Punkte hinter Herbstmeister Leipzig unter Schulz' Ex-Trainer Julian Nagelsmann.

Demirbay ist noch torlos im Leverkusener Trikot

Auch für den für stattliche 32 Millionen Euro nach Leverkusen gewechselten Kerem Demirbay lief es nicht eben wunschgemäß. Nur in zwölf Partien der Hinserie stand der Mittelfeldstratege für Bayer auf dem Platz, neunmal in der Startelf. Es sind aber auch vier Spiele notiert, in denen Demirbay ohne Einsatz auf der Bank blieb, gegen Ende sogar dreimal in Folge. Auch mit lediglich zwei Assists und keinem einzigen Treffer blieb der Techniker hinter seinen eigenen Erwartungen zurück. Beim 0:0 gegen Ex-Klub Hoffenheim wurde er nach einer guten Stunde ausgewechselt - für Nadiem Amiri.

Amiris Ausbeute: Drei Assists in 16 Spielen

Der liegt in Leverkusen im Grunde eher im Soll. Für ihn hatte Bayer vergleichsweise bescheidene neun Millionen Euro nach Hoffenheim überwiesen. Nach der EM im Sommer fehlte der U-21-Vize-Europameister nur beim Saisonauftakt gegen Paderborn und stand in den folgenden 16 Bundesligaspielen immer für Leverkusen auf dem Platz. Drei Torvorbereitungen hat Amiri, inzwischen dreimaliger Nationalspieler, auf dem Konto, auf sein erstes Bundesligator für Bayer wartet aber auch das Hoffenheimer Eigengewächs noch. 41 Millionen Euro flossen für Amiri und Demirbay im Sommer allein aus Leverkusen nach Hoffenheim, in der Tabelle liegt Bayer gerade mal einen Platz und einen Punkt vor der TSG . . .

So richtig gerechnet hat sich unterm Strich die Sache bislang eigentlich nur für Hoffenheim. Die TSG nahm die Rekordsumme von 111 Millionen Euro ein und liegt dennoch - wie in den beiden Vorjahren - nach der Hinrunde auf Rang sieben.

Michael Pfeifer