Bundesliga

Manuel Neuer zu Gast beim kicker: "Früher gab es immer nur ein Wir im Fußball"

Zu Gast beim kicker: Der Bayern- und DFB-Kapitän Neuer

Neuer: "Früher gab es immer nur ein Wir im Fußball"

Manuel Neuer

Guter Zuhörer und auskunftsfreudiger Gesprächspartner: Manuel Neuer besuchte die kicker-Zentrale in Nürnberg. kicker

Als Manuel Neuer in der Adventszeit den kicker in Nürnberg besuchte, bestaunte er im Treppenhaus erst einmal die sich über vier Etagen erstreckende Zeitleiste der Fußballhistorie. Er selbst ist dort natürlich ebenfalls vertreten, als er zum Beispiel nach dem verlorenen EM-Halbfinale 2012 in Warschau gegen Italien seine Handschuhe nach links über seine Schulter wegwirft. Und auch an einer Abbildung der ersten Rangliste des deutschen Fußballs von 1955 blieb sein Blick kleben: Fritz Herkenrath, Torhüter bei Rot-Weiss Essen, war damals in der Weltklasse eingestuft.

Mit diesem Namen eines seiner Ur-Ur-Ur-Ahnen im DFB-Tor konnte Neuer nicht wirklich was anfangen, dafür stand er kurz darauf in größerer Runde meinungsstark Rede und Antwort zu vielen aktuellen Ereignissen des Fußballs. Aber auch gesellschaftliche Themen wurden immer wieder angesprochen. Für Neuer können und müssen Fußballmannschaften zum Beispiel in allen Ligen für eine gelungene Integration stehen: "So bin ich aufgewachsen. Früher", so der gebürtige Gelsenkirchener, "wurden wir nicht in Nationen aufgeteilt, sondern: Wir waren Schalker, Dortmunder oder Bochumer. Es gab immer nur ein Wir im Fußball. Den Spruch übrigens", lacht Neuer, "hat mir Leon Goretzka geklaut ..."

Natürlich äußerte sich die Nummer 1 der deutschen Nationalmannschaft auch zur Herbstdebatte um sein Duell mit Barca-Keeper Marc-André ter Stegen. "Grundsätzlich wurde viel zu viel daraus gemacht", findet Neuer. "Ich hatte noch nie ein Problem mit Marc. Wir trainieren bei der Nationalmannschaft zusammen, rufen uns aber nicht an, wenn er mit Barcelona spielt oder ich mit Bayern, und wünschen uns viel Glück. Wir sitzen beim Frühstück zusammen, unterhalten uns ganz normal - als Teamkollegen, nicht als Konkurrenten."

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Trotzdem aber gab es die entsprechenden Aussagen ter Stegens. Neuer aber sieht das unaufgeregt: "Jeder von uns beiden versucht, seine beste Leistung für die Mannschaft abzurufen, damit wir erfolgreich sind. Das ist wichtig, denn wir spielen in einer Mannschaft. Im Fußball läuft es halt nicht wie im Handball mit Abklatschen und Umarmen und den nächsten Siebenmeter hältst du. Fußball ist eine andere Kultur."

Im Fußball läuft es halt nicht wie im Handball mit Abklatschen und Umarmen und den nächsten Siebenmeter hältst du. Fußball ist eine andere Kultur.

Manuel Neuer

Mit dem wiedererstarkten FC Bayern spielt Neuer erneut um die Meisterschaft und den Einzug ins Viertelfinale der Champions League. Im kommenden Sommer peilt er dann mit dem DFB-Team den EM-Titel an, einen Rücktritt bei einem möglichen EM-Triumph kann und will er übrigens nicht ausschließen. "Das lasse ich mir offen, weil ich auf meine Gesundheit höre und schauen möchte, wie fit ich bin und ob mir alles Spaß macht."

Selbst eine Teilnahme an der echten Heim-EM 2024 hält Neuer mit dann 38 Jahren für möglich: "Noch bin ich fit und von daher bereit!"

Im großen kicker-Interview der Montagsausgabe äußert sich Manuel Neuer auf sechs Seiten zu seinen Plänen mit den Bayern und der Nationalelf, zu Hansi Flick, Oliver Kahn, Lionel Messi, Robert Lewandowski, Mesut Özil und seinen Reklamier-Arm.

kon