Bundesliga

Drei Gründe für Dortmunds Pleite - Hummels gibt erste Entwarnung

Favre spricht von "Dummheit"

Drei Gründe für BVB-Pleite - Hummels gibt erste Entwarnung

Mats Hummels

Glück im Unglück: Mats Hummels. imago images

"Ich bin konsterniert, wie wir das Spiel verloren haben", sagte Sportdirektor Michael Zorc im ZDF. "Wir hatten klare Torchancen, die wir nicht nutzen. Das ist das Problem." Coach Lucien Favre stimmte mit ein und reagierte für seine Verhältnisse beinahe cholerisch. Der Schweizer fasste sich an die Stirn und wetterte: "Es war so einfach, das 2:0 zu machen, das 3:0 zu machen. Das ist unglaublich, das ist dumm."

Vor allem vor dem Seitenwechsel waren die Westfalen über den rechten Flügel immer wieder in sehr gute Abschlusssituationen gekommen, hatten aber teils leichtfertig vergeben oder waren am gut aufgelegten TSG-Schlussmann Oliver Baumann gescheitert. Nach der Pause wurden die Möglichkeiten allerdings deutlich weniger. Dortmund agierte weiterhin feldüberlegen, ließ aber die Präzision und Durchschlagskraft in vorderster Front vermissen. "Wir spielen es falsch", resümierte Favre. "Wir schießen, wenn wir flanken sollen. Das macht den Unterschied. Das ist Dummheit. Wir wollen es immer fantastisch machen und verlieren Bälle, anstatt es einfach zu spielen und mehr Ballbesitz zu haben. Deswegen müssen wir immer zu zurücklaufen."

Spielersteckbrief Hummels

Hummels Mats

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Hazard Thorgan

Trainersteckbrief Favre

Favre Lucien

"Am Ende haben auch die Körner gefehlt": Müdigkeit ein Faktor?

Damit einher ging ein weiterer Faktor, den die Verantwortlichen anführten. "Wir sind langsam sehr müde", meinte Favre nach dem 25. Pflichtspiel der Saison, in dem sein Team mal wieder in der Schlussphase einen Sieg aus der Hand gegeben hatte und sich nach dem Ausgleich aus dem Nichts durch Sargis Adamyan auch noch das 1:2 durch Andrej Kramaric hatte einschenken lassen. Zorc analysierte: "Am Ende haben auch die Körner gefehlt. Jetzt tut uns die Pause gut."

Man muss auch schauen, wer am Ende noch auf dem Platz stand.

Michael Zorc

Am 3. Januar startet der BVB in die Wintervorbereitung. Dann hoffen die Verantwortlichen auch darauf, einige zuletzt Rekonvaleszente zurück begrüßen zu können. Denn auch die Personallage sei mitverantwortlich für die Niederlage in Sinsheim gewesen, sagte Zorc und wählte recht klare Worte: "Man muss auch schauen, wer am Ende noch auf dem Platz stand." Diese hatten seiner Meinung nach wohl nicht mehr die allerhöchste Qualität verkörpert.

Hummels: "Glück im Unglück"

Neben Axel Witsel und Thomas Delaney, die bereits seit längerer Zeit ausfallen, musste der BVB im Kraichgau auch auf Kapitän Marco Reus (Faserriss) verzichten. Zudem war Favre zur Halbzeit gleich doppelt zum Wechseln gezwungen. Abwehrchef Mats Hummels war nach einer eigenen Kopfballchance Mitte des ersten Durchgangs unglücklich aufgekommen, hatte sich am Handgelenk verletzt. Dieses war im Anschluss bedenklich angeschwollen. Hummels schleppte sich noch bis in die Halbzeit, wurde dann aber ausgewechselt und ins Krankenhaus gebracht. "Er musste raus, er hatte zu viele Schmerzen", meinte Favre. Für Hummels kam Lukasz Piszczek, der vor dem 1:1 entscheidend patzte. "Die Hand ist gut verpackt, vermutlich hatte ich noch Glück im Unglück", schrieb Hummels auf Instagram und zeigte seine dick bandagierte Hand. "Viel schmerzhafter ist die Niederlage in einem Spiel, das wir einfach niemals verlieren dürfen..."

Auch Thorgan Hazard konnte nach dem Seitenwechsel nicht mehr weitermachen. "Ich habe einen Schlag gekriegt auf die Wade, danach hatte ich Schmerzen im Knie und konnte nicht mehr laufen", gab der Belgier, der im ersten Durchgang einer der Aktivposten gewesen war, nach der Partie an.

Wird Reus zur Vorbereitung fit? Zorc und Kehl verschiedener Meinung

Bei Delaney und Reus äußerte Zorc Hoffnung, dass sie zum Trainingsauftakt wieder fit sind. "Wir gehen davon aus, dass sie Anfang Januar wieder dabei sind." Sebastian Kehl, Leiter der Lizenzspielerabteilung, gab sich skeptischer - zumindest, was den BVB-Kapitän betrifft. "Da muss man jetzt mal den Verlauf abwarten", sagte Kehl. "Das ist ein Faserriss und der braucht Zeit."

Bleibt nur noch die Frage nach der weiteren Ambition zum Hinrundenabschluss. Ist die vor der Saison ausgerufene Zielsetzung Meisterschaft noch aktuell? Offensivmann Julian Brandt meinte: "Das ist momentan kein Thema, mit dem ich mich befasse."

mib

Bilder zur Partie TSG Hoffenheim - Borussia Dortmund