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Staatsanwalt rechnet mit "Aderlass"-Prozessbeginn Mitte 2020

Landgericht München II muss über Eröffnung des Prozesses entscheiden

Staatsanwalt rechnet mit "Aderlass"-Prozessbeginn Mitte 2020

Fassade des Landgerichts München II

Ein schneller Prozessbeginn vor dem Landgericht München II ist nicht zu erwarten. imago images

Er hatte in der Causa um jahrelanges Blutdoping Anklage gegen den mutmaßlichen Drahtzieher Mark S. aus Erfurt und vier Helfer erhoben. Nun liegen die Unterlagen beim Landgericht München II, das über eine Eröffnung des Prozesses entscheiden müsse. Da die Termine mit acht Verteidigern von fünf Angeklagten zu koordinieren sind, ist nicht mit einem schnellen Beginn der Verhandlungen zu rechnen, wie es hieß.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Erfurter Arzt und seinen Helfern unter anderen gewerbsmäßige und teilweise bandenmäßige Anwendung verbotener Dopingmethoden beziehungsweise Beihilfe dazu vor. 23 Sportlern wurden bei den Ermittlungen Blutdoping nachgewiesen.

Der Arzt sitzt in München in Untersuchungshaft, ihm droht eine mehrjährige Haftstrafe. Staatsanwalt Gräber berichtete, dass der Mediziner nach anfänglicher Kooperation inzwischen nicht mehr mit den Ermittlern rede. Er habe nach seiner Festnahme im Februar fünfmal ausgesagt und sich einmal schriftlich geäußert. "Irgendwann hat er dann keine Lust mehr gehabt", sagte Gräber.

dpa