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NFL am Samstag: 49ers vs. Rams - Stürzen die New England Patriots?

NFL, Week 16: AFC- und NFC-Showdown zu ungewöhnlicher Zeit

Kracher-Samstag der NFL: 49ers vs. Rams - Stürzen die Patriots?

Tom Brady ist Quarterback bei den New England Patriots.

Die Play-offs sind erreicht, die Zukunft offen: Tom Brady visiert den siebten Ring an - und wird sich etwas überlegen. imago images

Der Dezember ist weit fortgeschritten - und damit auch die Regular Season dieser NFL-Saison. Bei einbrechender Kälte heißt das auch, dass auf den Football-Feldern die ganz heiße Zeit beginnt. Die Fragen, die dabei unter den Fingern brennen: Welche vier Teams sichern sich ein First-Round-Bye? Wer schnappt sich die vier noch offenen Play-off-Tickets? Und wer beißt in den sauren Apfel und hat ab Januar zusammen mit den bereits ausgeschiedenen Mannschaften frei?

Die Antworten dazu werden nicht nur am finalen Spieltag (29. Dezember) gefunden, sondern sicherlich auch an diesem Wochenende. Und hier, während Week 16, lässt die NFL gleich mal zur ungewöhnlichen Zeit in der Nacht von Samstag auf Sonntag drei Spiele mit Play-off-Relevanz steigen...

Tampa Bay Buccaneers (7:7) vs. Houston Texans (9:5) - Samstag, 19 Uhr MEZ

Mit einem knappen 24:21 samt kuriosem Spielverlauf beim direkten Rivalen Tennesseee hat sich Houston letzte Woche im Zuge von Week 15 einen Vorteil im Kampf um die AFC-South-Krone erarbeitet. Sollte es am Ende etwas mit Platz 1 werden, wäre das bereits der vierte Divisionssieg in sechs Jahren unter Head Coach Bill O'Brien. Dazu dürfen sich die Texaner, die noch mit der Rückkehr von J.J. Watt rechnen, allerdings keinen Ausrutscher bei den bereits ausgeschiedenen Bucs erlauben. Gar nicht so einfach, bedenkt man den Umstand, dass Tampa Bay nichts mehr zu verlieren hat und Quarterback Jameis Winston derzeit in starker Form ist. Der 25-Jährige hat sein Teams zu vier Siegen in Folge geführt und dabei unfassbare 1495 Passing Yards sowie zwölf Total Touchdowns bei sechs Interceptions erreicht. Überhaupt zwei Spiele in Folge mit jeweils mindestens 450 Passing Yards zu erreichen, hat bis dato noch niemand zuvor in der NFL-Geschichte geschafft. Aber die Top-Receiver Mike Evans und Chris Godwin fehlen.

Doch die Texans haben selbst auch genug Waffen, um selbst Schaden anzurichten - allen voran mit dem "dreiköpfigen Monster" bestehend aus den drei starken Wide Receivern DeAndre Hopkins, Will Fuller (vier Spiele verletzt in dieser Saison) und Kenny Stills (zwei). Denn wenn wie zuletzt wirklich alle drei Akteure zeitgleich auf dem Feld stehen, dann ist das brachial. In Week 15 erreichte das Trio so 215 Yards und zwei Touchdowns - und überhaupt zeigte sich das Dreigestirn in den acht gemeinsamen Partien für durchschnittlich 179,4 Yards sowie fünf Siege verantwortlich. "Zusammen sind wir wirklich wie ein dreiköpfiges Monster", sagt Stills selbstbewusst. "Wir bekommen viel Druck auf die gegnerische Defense - und das wissen wir." Dafür ist natürlich in erster Linie Spielmacher Deshaun Watson zuständig, der mit seinen Würfen (26 Passing und sieben Rushing Touchdowns) einmal mehr glänzt - und von Tampa Bays Trainer Bruce Arians (67) geschätzt wird: "Er ist einfach nur unglaublich. Er ist einer meiner liebsten Spieler in der Liga. Wenn er vom designten Spielzug abweicht und Hinterhof-Football spielt, dann ist er der Beste aktuell. Zusammen mit Russell Wilson. Er ist ein magischer Spieler."

New England Patriots (11:3) vs. Buffalo Bills (10:4) - Samstag, 22.30 Uhr MEZ

Seit dem 23. September 1960, einem damaligen 13:0-Shutout für die Bills, fechten diese beiden Football-Teams ihre Rivalität auf dem Feld aus. Insgesamt hat es schon 118 Aufeinandertreffen gegeben, das jüngste am 29. September mit einem knappen 16:10 für die Patriots, die in diesem Duell klar mit 75 Erfolgen (43 Niederlagen, ein Remis) die Oberhand haben. Allerdings hätte wohl vor der Saison niemand geglaubt, dass es bis in Week 15 hinein für beide Mannschaften noch um richtig viel geht - und beide Truppen seit vergangener Woche bereits für die Endrunde ab Januar qualifiziert sind. Doch was genau befindet sich noch auf dem Gabentisch vor Weihnachten? Ganz einfach: Aktuell hat der sechsmalige Super-Bowl-Sieger um Aushängeschild Tom Brady (3565 Yards, 21 Passing Touchdowns, drei Rushing Touchdowns, sieben Interceptions), der sich zugleich zum elften Mal in Folge für die Play-offs qualifiziert hat (Rekord), mit einem Sieg mehr die Nase vorn. Doch Buffalo, erst zum zweiten Mal in diesem Jahrtausend in den K.-o.-Spielen im Einsatz (2017, 2019), lauert auf den ersten NFC-East-Sieg seit 1995 und damit auf ein Heimspiel.

Und die Chancen stehen nicht schlecht: Die Bills verfügen mit Josh Allen (467 Rushing Yards) über einen mobilen und nicht mehr allzu fehleranfälligen Quarterback (2876 Passing Yards, 18 TDs, neun Int.), das Laufspiel um Rookie Devin Singletary läuft stets rund (135 Yards im Schnitt). Zwar passieren auch häufig Fumbles (20), dafür glänzt auf der anderen Seite des Balles eine überragende Abwehr. In allen Bereichen bereitet die Defense der gegnerischen Offense Probleme, allen voran mit der Secondary um Cornerback Tre'Davious White (insgesamt 13 Interceptions, acht Fumbles). Und dann wäre da noch das schwächelnde Offensivspiel der Patriots, wo ein gewisser Herr Brady mit seinen 42 Jahren zunehmend unzufrieden wirkt - und deswegen immer häufiger mit einem Wechsel zur nächsten Saison in Verbindung gebracht wird. Die Miami Dolphins oder die Los Angeles Chargers gelten zum Beispiel als potenzielle Kandidaten. Oder ist das alles nur das Standard-Prozedere der Medien, ehe der nächste Rush auf den dann siebten Ring von "TB12", Bill Belichick & Co. folgt?

San Francisco 49ers (11:3) vs. Los Angeles Rams (8:6) - Sonntag, 2.15 Uhr MEZ

Richard Sherman ist Cornerback bei den San Francisco 49ers.

Zurück nach Verletzung: 49ers-Cornerback Richard Sherman. imago images

Zum Abschluss des NFL-Samstags kommt es zu späterer Stunde noch zu einem NFC-West-Showdown, bei dem es sowohl für San Fran als auch für L.A. um richtig viel geht. Denn weil die Niners zuletzt mit der dritten knappen Niederlage (zweimal späte Field Goals gegen Seattle und in Baltimore, jetzt späte Touchdowns gegen Atlanta) plötzlich von Rang 1 der gesamten NFC auf Platz 5 abgerutscht sind, würden sie Stand jetzt in der Wild Card Round auswärts (!) auf die eigentlich deutlich schwächeren Dallas Cowboys (7:7) treffen. Viel lieber hätten die Kalifornier natürlich Heimspiele in den Play-offs - und mit zwei Siegen in den letzten zwei Wochen wäre zumindest eines garantiert (Week 17 beim direkten Konkurrenten in Seattle). Auf der anderen Seite stehen die Rams, der Super-Bowl-Finalist dieses Jahres, der in dieser Spielzeit immer wieder Probleme hat und zuletzt in Dallas mit 21:44 deutlich unterlag. Mit der Bilanz von 8:6 ist ein Weiterkommen allerdings nicht mehr allzu wahrscheinlich, es braucht zwei eigene Siege und zwei Niederlagen der Vikings (10:4).

Auf Seiten San Franciscos kann Head Coach Kyle Shanahan wieder auf Star-Cornerback Richard Sherman zählen. Gerade einmal zwei Wochen nach seiner erlittenen Oberschenkelverletzung ist der frühere Seahawk gerade rechtzeitig fürs Saisonfinale wieder bereit. "Yeah, ich werde auf dem Feld stehen am Samstag", so der insgesamt schon zum fünften Mal in den Pro Bowl gewählte Sherman am Donnerstag (Ortszeit). "Darüber bestehen keine Zweifel. Ich brauche niemandem etwas zeigen, ich habe trainiert und bin bereit. Ich mache mir überhaupt keine Sorgen." Wie wichtig der Corner ist, zeigen die starken Zahlen des 31-Jährigen: In 13 Spielen kommt der Mann aus der Secondary bislang auf 53 Tackles, drei Interceptions, sechs abgewehrte Pässe und einen Touchdown. Beachtlich ist das alles auch, weil es gegnerische Quarterbacks generell vermeiden, allzu oft (manchmal auch überhaupt nicht) in die Richtung des Athleten werfen. Ob sich Rams-Spielmacher Jared Goff traut?

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