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Was zeichnet einen Gewinner aus? Doppelweltmeister 'Topson' erklärt

Dota 2-Profi im Interview

Was zeichnet einen Gewinner aus? Doppelweltmeister 'Topson' erklärt

Innerhalb von zwei Jahren wurden 'Topson' von einem unbekannten Spieler zu einem der erfolgreichsten Dota 2-Spieler. Valve

Blickt man auf die erfolgreichsten eSportler im Vergleich zur Länge ihrer Karriere, der Name 'Topson' käme unweigerlich sehr früh auf. Erst 2018 trat der Finne seinem ersten professionellen Team bei: OG. Nur wenige Monate nach seinem Debüt folgte der erste Weltmeistertitel bei The International 2018. OGs ungewöhnlicher Stil gepaart mit gutem Teamwork ließen der Konkurrenz keine Chance. Ein Jahr verging, und dasselbe Spiel wiederholte sich: OG ging als großer Underdog ins Turnier, siegte jedoch überzeugend. Dem Team war damit gelungen, was noch keine Mannschaft zuvor geschafft hatte: Zwei Mal The International zu gewinnen.

Was zeichnet ein Gewinnerteam aus?
Jeder Spieler muss sich seiner Rolle im Team bewusst und auf einer Wellenlänge sein. Zudem ist es sehr wichtig, dass alle die Einstellung haben, sich ständig verbessern zu wollen.
Wie wichtig sind Aspekte wie Teamchemie, Motivation, Strategie oder ein passendes Meta?
All diese Dinge spielen eine Rolle für den Erfolge eines Teams. Meiner Meinung nach sind Teamchemie und Motivation aber am wichtigsten.
Die Teamchemie bei OG scheint großartig zu sein. War das von Anfang an so oder hat das lange gedauert?
Als ich neu ins Team kam, hatte ich von Anfang an das Gefühl, dass meine Mitspieler verstanden haben, was für ein Mensch ich bin. Das ist ganz natürlich geschehen, aber sicherlich war auch gemeinsame Zeit notwendig, um auf den Stand zu kommen, auf dem wir aktuell sind.

Bei beiden International-Siegen hattet Ihr als Team, aber insbesondere Du selbst einen eigenen, ungewöhnlichen Spielstil. Warum habt Ihr diesen Weg gewählt und wie viel hat es zu den Titelsiegen beigetragen?
Aus meiner Sicht ist es sehr wichtig, so zu spielen, wie man selbst es für richtig erachtet, anstatt zu versuchen, andere Teams zu kopieren. Zudem mag ich es einfach nicht, die Standardhelden zu spielen und möchte mich von anderen Spielern unterscheiden. Deshalb fällt meine Wahl auch häufig auf unkonventionelle Helden. Dieser uns eigene Stil spielt zudem eine große Rolle bei unserem Erfolg, da andere Teams nicht gewohnt sind, dagegen zu spielen.
Nach den beiden letzten TI-Siegen habt Ihr Euch als Team eine Auszeit genommen. Warum haltet Ihr das für notwendig? Die Dota 2-Saison ist sehr vollgestopft. Deswegen bleibt kaum Zeit, irgendetwas anderes zu machen, als Dota zu spielen. Das ist auch der Grund, warum wir und andere Teams die ersten Turniere überspringen. Sie sind weniger wichtig und die Pause hilft uns, Burnout zu vermeiden.
Wie beurteilst Du den aktuellen Stand der Dota 2-Szene?
Ich glaube, die eSport-Szene ist momentan in einem guten Zustand. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass fast das gesamte Preisgeld in einem Jahr beim International ausgeschüttet wird. Das ist nicht gut.
Als zweifacher International-Champion hast Du schon über fünf Millionen US-Dollar durch Dota 2 gewonnen. Was machst Du mit dem Geld?
Bislang habe ich nicht sonderlich viel damit gemacht. Ich investiere einen Teil und spare den Rest für die Zukunft.

Christian Mittweg