Bundesliga

Schlager-Tor gegen Gladbach: DFB gesteht Fehler

Drees erklärt Vorgehen im Kölner Keller

Schlager-Tor gegen Gladbach: DFB gesteht Fehler

Die Sekunden nach dem Tor: Xaver Schlager (4.v.r.) lässt sich feiern - Joao Victor (Mitte) kommt hinzu.

Die Sekunden nach dem Tor: Xaver Schlager (4.v.r.) lässt sich feiern - Joao Victor (Mitte) kommt hinzu. imago images

Was lief in der 13. Minute des Wolfsburger Heimspiels gegen Gladbach am Sonntag im Kölner Keller ab? VfL-Mittelfeldspieler Xaver Schlager hatte soeben Yann Sommer im Gladbacher Tor mit einem Schuss ins obere linke Eck überwunden, allerdings hatte Schlagers Teamkollege Joao Victor dem Torhüter im Sichtfeld gestanden.

Doch obwohl auch die TV-Bilder eine Abseitsstellung des Brasilianers nahelegten, zählte der Treffer. Neben Schiedsrichter Dr. Felix Brych und dessen Assistenten hatte auch Videoassistent Günter Perl keine Einwände und verzichtete gar auf den Einsatz kalibrierter Linien. Wie kam es dazu?

Für Videoschiedsrichter Perl lag keine Sichtbehinderung vor

Das Tor sei wie jedes andere in der Bundesliga auch vom Videoassistenten-Team überprüft worden, erklärte Dr. Jochen Drees, fachlicher Projektleiter für den Bereich Videoassistent beim DFB, am Montag. Dabei hätten Perl & Co. "auch die mögliche Abseitsstellung des Wolfsburger Spielers Joao Victor mit der Frage einer Sichtbehinderung des Gladbacher Torwarts Yann Sommer bewertet".

Doch "da der Videoassistent Zweifel an einer den Torwart beeinträchtigenden Sichtbehinderung hatte und die Bewertung des Schiedsrichterteams auf dem Platz, die Torerzielung als korrekt anzusehen, als nicht falsch einschätzte, war der Einsatz der verfügbaren kalibrierten Linien, um die genaue Position des Wolfsburger Spielers zu ermitteln, nicht notwendig", so Drees weiter. "Diese wären nur dann zum Einsatz gekommen, wenn die einleitende Frage der Sichtbehinderung vom Videoassistenten bejaht worden wäre."

Richtig wäre laut Drees die Empfehlung eines On-Field-Reviews gewesen

Anders als Sommer selbst ("Ich sehe den Ball definitiv nicht") war das Schiedsrichterteam also nicht der Meinung, dass Joao Victor dem Gladbacher die Sicht versperrte. Eine Fehleinschätzung, wie auch Drees einräumt: "Nach unserer fachlichen Analyse der Szene wäre die Sichtbehinderung des Gladbacher Torwarts nach den vorliegenden TV-Bildern eher zu bejahen. Dementsprechend wäre die Empfehlung eines On-Field-Reviews an den Schiedsrichter richtig gewesen, so dass dieser nochmals eine eigene Einschätzung und Bewertung hätte vornehmen können."

Die Gladbacher hatten zwar unmittelbar nach dem 0:1-Rückstand durch Breel Embolo ausgeglichen, verloren jedoch durch ein spätes Tor von Maximilian Arnold mit 1:2 - und damit auch die Tabellenführung.

jpe

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