Bundesliga

Claus Vogt ist neuer Präsident beim VfB Stuttgart

Vogt ist neuer Präsident beim VfB Stuttgart

"Ich darf zum zweiten Mal in meinem Leben Ja sagen"

Claus Vogt

Hat sich bei der Mehrheit der Mitglieder durchgesetzt: Claus Vogt. picture alliance

Erst nachdem die Gattin ihr Einverständnis gegeben hatte, durfte Claus Vogt ans Rednerpult treten und verkünden: "Ich darf zum zweiten Mal in meinem Leben Ja sagen." Der 50-jährige Unternehmer aus Böblingen wird somit der neue Präsident des VfB Stuttgart. Vogt tritt die Nachfolge des im Juli zurückgetretenen Wolfgang Dietrich (71) an. Die Amtszeit des neuen Klubchefs läuft zunächst bis zur nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung im Herbst 2020. "Ich bin froh, dass der Wahlkampf jetzt vorüber ist und kurz vor Weihnachten ein bisschen Ruhe einkehrt", sagte Vogt nach der rund fünfstündigen Veranstaltung in der Hanns-Martin-Schleyerhalle. Auf den dreifachen Familienvater waren 1327 Ja-Stimmen (64,83 Prozent) entfallen.

Der Mitbegründer des kommerzkritischen "FC Playfair!" will nun Ruhe in den Verein bringen und dafür sein Netzwerk aus Politik, Sport und Wirtschaft nutzen. Auf seiner Agenda stehen auch die Einrichtung einer Frauenfußball- und einer Fan-Abteilung beim schwäbischen Traditionsklub. Zudem soll der langjährige Spieler und Trainer Rainer Adrion (66) in den Verein eingebunden werden. Wie genau, ließ Vogt offen: "Das haben wir noch gar nicht besprochen. Ich kann niemandem irgendetwas versprechen, weil wir viele Sachen gemeinsam in den Gremien entscheiden müssen."

Erstmals in der 125-jährigen Vereinsgeschichte hatten die Mitglieder bei der Präsidentenwahl die Auswahl zwischen zwei Kandidaten gehabt. Osiander-Geschäftsführer Christian Riethmüller (1029 Ja-Stimmen/52,69 Prozent) unterlag nur knapp - und war nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses einer der erste Gratulant. "Es war ein ehrlicher und fairer Wahlkampf. Christian ist ein sehr netter und sympathischer Mensch", so Claus Vogt.

Ob der frischgewählte Präsident am Montagabend mit der Mannschaft zum Auswärtsspiel beim SV Darmstadt 98 fahren wird, ist derweil noch nicht klar: "Ich möchte als Präsident nicht im Vordergrund stehen. Wenn ich morgen nach Darmstadt fahre, dann gibt es ein großes Risiko, dass ich im Fokus der Medien stehe - und nicht die Mannschaft. Aber vielleicht fahre ich inkognito mit."

Hitzlsperger verkündet Bau eines neuen Klubzentrums

Neben der Wahl eines neuen Präsidenten entschieden sich die VfB-Mitglieder am dritten Advent auch noch für ein neues Präsidiums- (Rainer Mutschler/60) und Vereinsbeiratsmitglied (Marc Nicolai Schlecht/45). Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger verkündete zudem unter großem Applaus die neue Partnerschaft mit einer Stuttgarter Brauerei und den Bau eines neuen Klubzentrums. "Mittelfristig brauchen wir ein Clubzentrum, das den Ansprüchen des heutigen Profifußballs Rechnung trägt", so der Ex-Profi. "Unser Klubzentrum ist fast 40 Jahre alt, und man merkt es ihm an."

Danny Galm