Bundesliga

SC Freiburg - Petersen: "Das Spiel dürfen wir niemals verlieren"

Freiburger Ärger über das 0:1 in Berlin

Petersen: "Das Spiel dürfen wir niemals verlieren"

Herthas Siegtorschütze Darida gegen Freiburgs Nils Petersen

Ausgeglichenes Duell: Herthas Siegtorschütze Darida gegen Freiburgs Nils Petersen. imago images

Christian Streich rang mit den Worten, als er die Pressekonferenz im Olympiastadion mit seinem Statement beginnen sollte. "Es fällt mir gerade schwer", sagte der Freiburger Trainer, um dann doch eine pointierte Analyse abzuliefern: "Es ist ein Spiel gewesen, wo man gesehen hat, dass Hertha in letzter Zeit nicht so viele Erfolgserlebnisse hatte. Wir waren aber nicht in der Lage, daraus Profit zu schlagen und die eine oder andere Szene offensiv besser zu gestalten. Hertha hat die Räume zugemacht und auf unsere Fehler gewartet, um in den Konter zu gehen. Das haben wir gut verhindert, waren im letzten Drittel fußballerisch aber nicht gut genug, um ein Tor zu machen und in Führung zu gehen."

Nils Petersen sah es ähnlich. Der Ärger darüber, gegen eine sehr abwartend-defensive Haltung der Hauptstädter nicht erfolgreich gewesen zu sein, war dem Stürmer anzumerken. "Wir hatten so viel Ballbesitz, weil sich Hertha hinten versteckt hat. Dementsprechend wird es schwer, Chancen zu kreieren." Das gelang den Breisgauern zu selten. "Wir haben es nicht geschafft, ein Tor zu schießen", das müssen wir uns ankreiden lassen", übte Petersen Selbstkritik, sah ansonsten aber "keinen schlechten Auftritt von uns".

Mich ärgert es wahnsinnig, dass wir Hertha wieder ins Boot geholt haben.

Freiburg-Trainer Christian Streich

Klar ist jedoch: Dem SC fehlte es erneut an offensiver Durchschlagskraft. Weil dann auch noch Vladimir Daridas Fernschuss - der Tscheche durfte nach einem Ausrutscher Janik Haberers unbedrängt einen Doppelpass mit Davie Selke spielen und durchs Zentrum spazieren - einschlug, sprang nicht einmal ein Remis heraus. "Das ist eine ärgerliche Niederlage, das Spiel dürfen wir niemals verlieren. Wenn es 0:0 ausgeht, darf sich Berlin nicht beschweren. So sind sie diesen einen Fernschuss besser, das war der Unterschied. Bis zur Halbzeit sah es aber nicht danach aus, dass Hertha überhaupt gefährlich werden könnte", resümierte Petersen.

Und auch Streich brachte seinen Ärger zum Ausdruck: "Ich bin sehr enttäuscht, weil wir dieses Spiel aus unserer Sicht nicht verlieren dürfen. Heute stinkt es mir schon richtig", sagte Streich und machte erneut deutlich, dass er trotz der fortwährenden Platzierung im oberen Tabellendrittel weiterhin nur den Klassenerhalt im Auge hat: "Es wäre wichtig gewesen, Hertha auf Distanz zu halten, weil nur darum geht es. Mich ärgert es wahnsinnig, dass wir Hertha wieder ins Boot geholt haben."

Seit dem Sommer hat Freiburg keine zwei Niederlagen in Serie kassiert

Die Wahrscheinlichkeit, die verlorenen Punkte noch vor Weihnachten zurückzuholen, erscheint nicht besonders hoch angesichts der kommenden Gegner Bayern (H) und Schalke (A). Selbst, wenn kein weiterer Zähler hinzukommt, sind die bisher 25 vom SC gesammelten Punkte zweifellos eine starke Hinrundenbilanz für den südbadischen Klub, die Stimmung würde aber naturgemäß leiden. "Wenn du jetzt dreimal verlierst, gehst du nicht mit einem super Gefühl in die Winterpause", räumte Petersen ein: "Wir sind stolz auf die 25 Punkte, haben aber immer betont, dass eine Serie kommen kann, jetzt haben wir aber erst einmal wieder verloren. Es war klar, dass Rückschläge kommen werden, diesmal war er jedoch vermeidbar. Deshalb ist es ärgerlich und tut weh. Auch weil Hertha von den drei letzten Gegnern vor der Winterpause der leichteste war." Ein Mutmacher liefert jedoch der SC selbst. Seit dem Sommer hat er noch keine zwei Niederlagen in Serie kassiert.

Carsten Schröter-Lorenz

Bilder zur Partie Hertha BSC - SC Freiburg