Bundesliga

FC Bayern nach dem 6:1: Drei Baustellen für Trainer Hansi Flick

Verbesserungspotenzial trotz des 6:1 gegen Bremen

Drei Baustellen für Flick

FC Bayern Mücnhens Interimstrainer Hansi Flick am Rande der Partie gegen Werder Bremen (6:1).

Kann trotz des 6:1-Erfolges über Werder Bremen noch an einigen Stellschrauben drehen: Hansi Flick. imago images

Stichpunkt Chancenverwertung: 15 Möglichkeiten erspielte sich der FC Bayern gegen Bremen, sechs davon nutzte er. Dank der zweiten Halbzeit ein ordentlicher Wert, aber: "Die ersten zehn Minuten kamen wir gut ins Spiel, hatten gute Torchancen. Da haben wir wieder etwas liegen gelassen, das war sinnbildlich für die letzten Spiele", gab Manuel Neuer zu. Serge Gnabry, Robert Lewandowski und Philippe Coutinho scheiterten an Jiri Pavlenka und/oder sich selbst. Mit dem Ausgleich in der 45. Minute schien sich der Knoten zu lösen. "Der Wille war da, dass wir zum Torerfolg kommen, wir haben die Dinger dann gemacht", lobte Neuer.

Stichpunkt Abwehrschwäche: Der FC Bayern verteidigte hinten Mann gegen Mann, ging bewusst ins Risiko. Das spielte Werder zunächst in die Karten. Auf kicker-Nachfrage bestätigte Werder-Coach Florian Kohfeldt nach der Partie den Plan, die Bayern-Verteidiger mittels langen Bällen übers Mittelfeld in Laufduelle zu verwickeln. Jerome Boateng und Benjamin Pavard sahen früh Gelb, vor allem Boateng bekam Milos Rashica nicht in den Griff, wurde aber von seinen Mitspielern auch im Stich gelassen. Eine gute Konterabsicherung sieht anders aus, wurde von Leverkusen (1:2) und Gladbach vor dem entscheidenden Elfmeter (1:2) härter bestraft als von mehr und mehr nachlassenden Bremern.

Stichpunkt Ungenauigkeiten: Wo vor ein paar Jahren der Ball noch wie selbstverständlich durch die Reihen lief, Fehlpässe eine Seltenheit waren und sich die Schlinge bei jedem Angriff immer enger um den verteidigenden Gegner zog, schlichen sich auch gegen Bremen Schludrigkeiten ein: hier ein Ball von Thiago ins Seitenaus, dort eine schlampige Ballmitnahme von Gnabry oder eine Flanke hinters Tor von Pavard und ein schlecht abgestimmter Laufweg zwischen Alphonso Davies und Coutinho. Kleinigkeiten, die Sand ins Getriebe streuen.

Fazit: Verbesserungspotenzial gibt es nach wie vor reichlich, zunächst zählen jedoch vor allem zwei weitere Siege vor Weihnachten. In Freiburg am Mittwochabend steht Javi Martinez nach seiner Gelb-Rot-Sperre wieder zur Verfügung. Thomas Müller, dieses Mal Joker, empfahl sich mit einem Tor und einem Assist für eine Rückkehr in die Startelf. Und Coutinho sollte nach seiner Gala mit drei Toren und zwei Vorlagen eigentlich vor Selbstvertrauen strotzen.

Frank Linkesch

Bilder zur Partie Bayern München - Werder Bremen