Bundesliga

1. FC Köln: Vize Jürgen Sieger bestätigt Rücktritt

Binnenklima bleibt vergiftet

Kölns Vize Sieger bestätigt Rücktritt

Jürgen Sieger

Bestätigt seinen Rückzug: Jürgen Sieger. picture-alliance

Während der Klub diese Nachricht nicht bestätigen wollte, sagte Sieger der "Kölnischen Rundschau": "Ja, es stimmt. Ich fühle mich aber dem FC verbunden. Deshalb möchte ich noch nichts weiter dazu sagen."

Eine Personalie, die überrascht und erneut ein bezeichnendes Licht auf das völlig vergiftete Binnenklima in diesem Traditionsverein wirft. Sieger ist noch keine 100 Tage im Amt, sein Vorstandskollege, Klubpräsident Werner Wolf, ließ noch vor nicht allzu langer Zeit verlauten, man trotze der sportlichen Krise, die Leidenschaft für den Job sei vorhanden, "bei meinen beiden Kollegen und mir gleichermaßen."

Da hatte er sich wohl geirrt, Sieger räumt nun seinen Stuhl. Ein schallende Ohrfeige bedeutet diese Entscheidung vor allen Dingen für den mächtigen Mitgliederrat um den Vorsitzenden Stefan Müller-Römer. Dieses Gremium hatte nach wochenlangem Casting das Dreigestirn aus Wolf, Sieger und Eckart Sauren, dem zweiten "Vize", gefunden und mit einer Menge Vorschusslorbeer nominiert. Die Mitglieder folgten dem Vorschlag und wählten im September das Trio mit einem deutlichen Votum von über 78 Prozent ins Amt.

Spekulationen bezüglich Gisdol und Heldt

Siegers Beweggründe liegen im Dunkeln, spekuliert wird, dass der Jurist mit den zuletzt gefällten Entscheidungen für Trainer Markus Gisdol und Geschäftsführer Horst Heldt nicht einverstanden gewesen sein soll. Sein interimistischer Nachfolger im Amt wird laut Satzung vom Mitgliederrat entsandt. Dessen Vorsitzender Müller-Römer folgte bereits im März dem damaligen Präsident Werner Spinner im Amt. Ob er nun erneut das Mandat des Mitgliederrates erhält, ist nicht sicher. Es heißt, sein Vertreter Carsten Wettich habe eine starke Lobby im Gremium und bei den verbliebenen Vorstandsmitgliedern.

Frank Lußem

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