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Darts-WM: Van Barneveld scheitert bei seiner letzten WM in 1. Runde

Darts-WM, 2. Tag: Auch Cross schon raus

Bitteres Ende! Van Barneveld scheitert bei seiner letzten WM in 1. Runde

Raymond van Barneveld

Seine Karriere ist seit dem Samstagabend beendet: Raymond van Barneveld (52). Getty Images

Van Barneveld, der sich zwischen 1998 und 2007 fünfmal zum Weltmeister krönte, wollte beim letzten Turnier seiner Laufbahn nochmal sein Können beweisen, auch wenn ihm klar war, dass es für die Weltspitze nicht mehr reichen würde. Doch der US-amerikanische Außenseiter Darin Young stellte eigentlich nicht mehr als eine Pflichtaufgabe für den 52 Jahre alten Niederländer dar.

Wie schon in den vergangenen Jahren fand van Barneveld bei seinem Auftaktmatch im Londoner Alexandra Palace schwer ins Spiel - und verlor gleich den ersten Satz. Doch in der Folge wirkte es, als würde der große Publikumsliebling zu seiner Form finden. Knackpunkt der Partie war das Ende des dritten Satzes, als es van Barneveld nicht gelang, seine Satz-Darts zur 2:1-Führung zu nutzen. Young schnappte sich den Durchgang und eröffnete den vierten Satz gleich mit einem 160er-Finish zum Break.

Beim Stand von 1:2 Sätzen und 0:2 Legs sah sich der frühere Weltmeister mit dem Rücken zur Wand, doch der "Ally Pally" munterte seinen Favoriten mit lauten Gesängen auf. Der Ausgleich nach Legs glückte, doch nachdem van Barneveld abermals Satz-Darts vergab, bestrafte der US-Amerikaner dieses Versäumnis und sorgte für die Sensation. Mit einem kurzen Winken ins Publikum verabschiedete sich van Barneveld bemerkenswert kühl und schnell, er schien sein Karriereende noch nicht fassen zu können. Auch sein deutlich besserer Drei-Dart-Average (96,13 zu 87,92) rettete den Niederländer nicht.

Überraschung Nummer zwei: Auch Cross strandet

Deutlich nach van Barneveld hatte sich Rob Cross zum König der Dartswelt gekrönt, genauer gesagt im Januar 2018. Knapp zwei Jahre später erlebte die Karriere des gelernten Elektrikers einen gravierenden Knick. Das Zweitrundenmatch war nach einem Freilos sein erster Auftritt bei der laufenden Darts-WM - und ebenso sein letzter.

Gegen den Belgier Kim Huybrechts fand die Nummer zwei der Geldrangliste zu spät zu ihrem Können. Das 0:3 nach Sätzen klingt am Ende allerdings deutlicher, als es war. Vor allem in der Checkout-Quote unterschieden sich die beiden Spieler an diesem Abend. Während Huybrechts mit 9 von 17 mehr als die Hälfte seiner Doppelfelder traf, geriet die Quote von Cross mit 2 von 13 umso schlechter. Die zweite große Überraschung dieser noch so jungen Weltmeisterschaft war perfekt.

Österreicher Lerchbacher zittert sich weiter

Am frühen Abend war der Österreicher Zoran Lerchbacher als Außenseiter in sein Auftaktmatch gegen Lokalmatador Jamie Hughes gegangen. Auch wenn sein Drei-Dart-Average am Ende etwas schwächer war als der seines Gegners (94,22 zu 95,47 Punkte), durfte "The Hypercane" am Ende jubeln. Beim knappen 3:2-Erfolg gingen die beiden Kontrahenten in den letzten drei Sätzen jeweils über die volle Distanz, das Spiel hätte ohne Weiteres auch andersherum enden können.

Wattimena scheitert durch Sudden Death

Schon am Nachmittag war mit dem Niederländer Jermaine Wattimena der erste Top-20-Profi ausgeschieden. Der 18. der Geldrangliste unterlag in einem höchst dramatischen Match dem Engländer Luke Humphries. Nach 2:2 Sätzen und 5:5 Legs im Entscheidungssatz musste das Sudden-Death-Leg entscheiden.

Auch für den 65 Jahre alten Paul Lim aus Singapur ist die Weltmeisterschaft nach der 1. Runde schon wieder vorbei. Zwar spielte "The Singapore Slinger" einen respektablen Average von 93,14 Punkten und warf hervorragende fünf 180er, doch das reichte gegen Luke Woodhouse aus England nicht zum Weiterkommen.

Die Ergebnisse des 2. WM-Tages im Überblick:

1. Runde:
Labanauskas (Litauen) - Edgar (England) 3:0
Yamada (Japan) - Meikle (England) 3:1
Woodhouse (England) - Lim (Singapur) 3:0
McGeeney (England) - Campbell (Kanada) 3:1
Lerchbacher (Österreich) - Hughes (England) 3:2
Young (USA) - van Barneveld (Niederlande) 3:1

2. Runde:
Humphries (England) - Wattimena (Niederlande) 3:2
K. Huybrechts (Belgien) - Cross (England) 3:0

pab