Bundesliga

TSG Hoffenheim: Trainer Alfred Schreuder fordert offensive Neuzugänge

Hoffenheims 2:4 gegen Augsburg macht Problemzonen deutlich

Schreuder fordert offensive Transfers: "Brauchen im Winter ein, zwei Spieler"

Alfred Schreuder

Wünscht sich Wintertransfers für den Angriff: Hoffenheims Trainer Alfred Schreuder. imago images

Die Stimmen aus dem Hoffenheimer Lager nach der dritten Niederlage aus den letzten vier Spielen ähnelten sich extrem: "Wir sind gerade keine Killer vor dem Tor" (Kevin Akpoguma). "Wir hatten genug Chancen, aber wir waren nicht gut genug in den Strafräumen" (Robert Skov). "Wir haben oft im letzten Drittel die falsche Entscheidung getroffen" (Florian Grillitsch). "Der letzte und vorletzte Pass hat oft gefehlt" (Oliver Baumann). Die Kernthese aller TSG-Akteure: Vor dem gegnerischen Tor stottert der TSG-Motor.

Selbstredend sprachen die Genannten hinterher explizit auch die Balance zwischen Defensive und Offensive an. Vier Gegentore zu Hause gegen Augsburg sollten auch ein Warnsignal im Hinblick auf die Abwehrleistung sein. Ungeachtet dessen waren sich angesichts von 76 Prozent Ballbesitz und 19 Torschüssen alle einig, gerade auch vorne zu wenig aus der optischen Überlegenheit gemacht zu haben.

Spielersteckbrief Kramaric

Kramaric Andrej

Spielersteckbrief Adamyan

Adamyan Sargis

Spielersteckbrief Bebou

Bebou Ihlas

Spielersteckbrief Skov

Skov Robert

Bundesliga - 15. Spieltag
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3
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Trainersteckbrief Schreuder

Schreuder Alfred

Skov überzeugt - harmloses Offensivtrio

Der Auffälligste in der Offensive war der als Linksverteidiger aufgebotene Däne Skov, der mit seinem Treffer zum 1:1 und der Vorarbeit zum 2:3 durch Jürgen Locadia die Hoffnung auf einen Punktgewinn hochgehalten hatte. Doch abgesehen von diesen beiden Aktionen gelang gerade im Strafraum der Gäste nicht allzu viel, die offensive Dreierreihe um Ihlas Bebou, Andrej Kramaric und Sargis Adamyan konnte sich selten entscheidend in Szene setzen - und wenn, dann war entweder Schlussmann Tomas Koubek oder ein Augsburger Verteidiger im Weg.

"Wir sind natürlich sehr enttäuscht mit dem Ergebnis", resümierte Schreuder, der "eines unserer besten Heimspiele" gesehen hatte. "Wir haben uns sehr viele Torchancen herausgespielt, aber zu wenige Treffer erzielt." Auch der Niederländer hatte das Spiel im "letzten Drittel" als markanten Unterschied ausgemacht. Dort "war Augsburg heute einfach besser".

Schreuder: "Vorne brauchen wir noch Qualität"

Angesichts der Harmlosigkeit vor des Gegners Tor sprach Schreuder nach der Partie das Thema Winterneuzugänge offensiv an: "Vorne brauchen wir noch ein bisschen Qualität. Wir brauchen da im Winter ein, zwei Spieler." Der Abgang von Joelinton (13 Scorerpunkte in der abgelaufenen Saison) im Sommer sowie der langfristige Ausfall von Ishak Belfodil (Kreuzbandverletzung) haben ihre Spuren hinterlassen, die Sommerneuzugänge Bebou, Adamyan und Locadia haben naturgemäß noch Probleme, in die großen Fußstapfen ihrer Vorgänger zu treten. Bei einem möglichen Transfer müsse allerdings das Gesamtpaket stimmen, man werde laut Schreuder "nur etwas machen, wenn es uns stärker macht, sonst nicht".

Vor vier Spieltagen lag Hoffenheim noch aussichtsreich im Rennen um die Champions-League-Ränge, damals feierte die TSG fünf Ligasiege am Stück. Das Blatt hat sich längst gewendet, nun ist endgültig Ernüchterung eingekehrt im Lager des Vorjahresneunten. Trotz der negativen Serie mahnt Schreuder: "Wir bleiben ruhig. Natürlich ist noch Luft nach oben. Aber wir machen viele Sachen sehr gut." Die Balance zwischen Angriff und Verteidigung gehört aktuell eher nicht dazu.

psz