2. Bundesliga

Aue: Schusters Respekt wird zum taktischen Kniff

Wann verlängert Hochscheidt seinen Vertrag?

Aue: Schusters Respekt wird zum taktischen Kniff

Dirk Schuster

Hatte bei Aues Erfolg entscheidend die Finger mit im Spiel: Trainer Dirk Schuster. imago images

Vor der letzten Hinrunden-Partie hatte sich bei Erzgebirge Aue viel um die Ausrichtung gedreht: Nachdem die Veilchen zuletzt einige Gegentore nach Standards hinnehmen mussten, hatte sich Coach Schuster in der Trainingswoche eine "neue Taktik" überlegt. Eine Mischung aus Raum- und Manndeckung sollte seine Mannschaft nach zuletzt zwei Pleiten in der Fremde wieder in die Spur bringen. "Und das haben wir sehr gut gemacht", resümierte Schuster. Doch damit längst nicht genug: Gegen Jahn Regensburg, das mit 29 Toren eine der gefährlichsten Offensiven der Liga stellt, warf der Trainer sein komplettes Defensivkonzept um - mit Erfolg.

Aues Fünferreihe überzeugt

"Wir haben gesehen, dass die Regensburger viel gegenpressen, nach Ballverlusten früh draufgehen", erklärte der 51-Jährige auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. "Deswegen haben wir eine Systemstellung vorgenommen." Zugegeben: Der gebürtige Chemnitzer hatte sich für das Duell mit dem Tabellennachbarn wahrlich keine neuen taktischen Raffinessen überlegt, doch die Umstellung auf eine Fünferkette zündete. Die offensiven Außenverteidiger Calogero Rizzuto und John-Patrick Strauß sorgten auf den Seiten für mächtig Betrieb, drei Alu-Knaller inbegriffen. "Sie haben ihre Defensivaufgaben erledigt und sich gut in die Offensive eingeschaltet", so Schuster.

Und auch auf die zentralen Verteidiger war Verlass: Louis Samson sorgte bei seinem erst zweiten Startelf-Einsatz in der laufenden Spielzeit für wichtige Tacklings und Sören Gonther glänzte nicht nur in der Defensive. Mit einem Kopfballtreffer, Gonthers erstes Pflichtspieltor seit über acht Jahren, entschied der 32-Jährige am Ende das Aufeinandertreffen mit den Oberpfälzern. Im Verbund mit Marko Mihojevic ließen Gonther und Samson die beiden "Kanten" im Jahn-Sturm, Marco Grüttner und Andreas Albers, kaum ins Spiel kommmen. Dafür gab es von Jan Hochscheidt im Anschluss ein Sonderlob: "Sie haben das sehr gut verteidigt und großen Anteil am heutigen Heimsieg." Es war der sechste im achten Spiel. Aue bleibt im Erzgebirgestadion weiter ungeschlagen.

Hochscheidts Vertrag läuft noch bis Juni 2021

Jan Hochscheidt

Daumen nach oben: Jan Hochscheidts Zukunft scheint in Aue zu liegen. imago images

Über sich selbst wollte Aues Offensivmann jedoch nicht so gerne sprechen. Vor dem Duell hatte Präsident Helge Leonhardt ein "verfrühtes Weihnachtsgeschenk" für die Fans angekündigt. Nicht wenige hatten mit einer vorzeitigen Vertragsverlängerung (aktuelle Laufzeit bis Juni 2021) des Publikumslieblings gerechnet. Am Mikrofon von "Sky" erklärte Hochscheidt mit einem breiten Grinsen im Gesicht: "Wir werden sehen, was passiert. Jetzt wollen wir erst einmal das letzte Heimspiel des Jahres gegen Fürth gewinnen. Und vielleicht gibt es dann danach auch noch etwas anderes zu feiern." Ein Dementi hört sich wahrlich anders an...

tow