2. Bundesliga

Spielt VfB-Stürmer Silas Wamangituka unter falscher Identität?

"L'Equipe"-Bericht sorgt für Wirbel um VfB-Profi

Spielt Wamangituka unter falscher Identität?

Silas Wamangituka

Der teuerste Transfer der Zweitliga-Geschichte: Silas Wamangituka. imago images

Im Sommer wurde Silas Wamangituka der teuerste Neuzugang der Zweitliga-Geschichte: Der VfB Stuttgart verpflichtete das kongolesische Sturmtalent für acht Millionen Euro vom französischen Zweitligisten FC Paris. Wie die seriöse "L'Equipe" nun berichtet, hätten andere Interessenten damals Abstand von einer Verpflichtung genommen - weil es Zweifel an dessen Identität gegeben habe.

Heißt Wamangituka eigentlich Mvumpa Katompa und ist ein Jahr älter?

Und tatsächlich gibt es laut einer Recherche der französischen Sportzeitung mehrere Hinweise, dass es sich beim 20-jährigen Wamangituka in Wahrheit um den ehemaligen kongolesischen Juniorennationalspieler Silas Mvumpa Katompa handle, der seit rund zwei Jahren vom Fußballradar verschwunden und genau ein Jahr älter sei, Wamangituka aber verblüffend ähnlich sehe.

Dem Bericht zufolge habe Wamangituka sein Schengen-Visum im Juni 2017 noch unter dem Namen Mvumpa Katompa erhalten, habe Anfang 2018 beim französischen Fünftligisten Olympique Ales jedoch unter dem Namen Wamangituka unterschrieben. "L'Equipe" veröffentlicht zudem E-Mails, die nahelegen, dass Max Mokey Nza-Ngi, Boss des kongolesischen Football Club MK, von dem Identitätswechsel gewusst habe und vom FC Paris für sein Schweigen bezahlt werden wollte.

Kongos Nationaltrainer: "Ich würde ihn gerne nominieren, kann aber nicht"

Der FC Paris bestätigt Gespräche mit Nza-Ngi, betont aber, keinerlei Geld gezahlt zu haben. Alle Papiere, die dem Klub damals vorgelegen hätten, seien in Ordnung gewesen, so Paris' Geschäftsführer Pierre Dreossi. "Wenn es ein Problem gibt, gab es das im Kongo."

Dort bestätigt Nationaltrainer Christian Nsengi-Biembe, dass es bei Wamangituka Pass-Probleme gebe: "Ich würde ihn gerne nominieren, kann aber nicht." Auch Kongos Teammanager Dodo Landu spricht gegenüber "L'Equipe" von einem "Problem": "Sicher ist, dass wir in diesem Land nie von diesem Silas Wamangituka gehört haben."

VfB wehrt sich - Walter will Umgang nicht ändern

Nicht ganz klar ist, warum Wamangituka seine Identität gewechselt haben könnte. "L'Equipe" schreibt nach eigenen Informationen lediglich davon, dass ihm das einen ablösefreien Wechsel zu Olympique Ales ermöglicht hätte, obwohl er zu diesem Zeitpunkt noch im Kongo unter Vertrag gestanden habe.

Der VfB wies die Anschuldigungen inzwischen entschieden zurück. "Dem VfB Stuttgart liegt nicht nur der Reisepass des Spielers vor, sondern auch die Spielerpässe der zuständigen Fußballverbände, die seine Karriere bis in das Jahr 2010 zurück vollständig abbilden", äußerte sich der Verein in einer Pressemeldung. "Wir sahen keinen Anlass und sehen weiterhin keinen Anlass, an der Echtheit oder der Richtigkeit dieser Dokumente zu zweifeln. Diese Dokumente wurden sowohl in der Vergangenheit von den französischen Behörden als auch im Sommer von allen zuständigen deutschen Behörden als richtig und ausreichend erachtet."

Walter: "Er ist ein sehr zurückhaltender junger Mann"

Auch für Tim Walter ändert sich durch den Bericht erst einmal nichts. "Wir gehen mit ihm so um, wie wir es die ganze Zeit getan haben. Ich bin immer für den Jungen da", sagte der Trainer auf seiner Pressekonferenz am Freitag. Gezielt über die heikle Thematik will er mit Wamangituka nicht sprechen, das Auswärtsspiel in Darmstadt am Montag stehe voll im Fokus. "Ich habe immer einen guten Austausch mit ihm, versuche immer, mit ihm herzlich umzugehen, weil er ein sehr zurückhaltender junger Mann ist, schon eher schüchtern teilweise in der Kabine", so Walter.

Wamangituka, der in zwölf Zweitligaeinsätzen bislang viermal getroffen hat, ist vertraglich bis 2024 gebunden.

jpe

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