Europa League

"Einen Tag lang geknickt": Rose und der Witz des Fußballs

Borussia Mönchengladbach aus der Europa League ausgeschieden

"Einen Tag lang geknickt": Rose und der Witz des Fußballs

Marco Rose

So, wie er es sich nicht ausgemalt hatte: Marco Rose und Borussia Mönchengladbach überwintern nicht international. Getty Images

"So können Fußballspiele laufen", floskelte Rose nach Schlusspfiff ins RTL-Mikrofon, hatte sein Team fünf Tage zuvor gegen den FC Bayern doch selbst einen 0:1-Rückstand in der Nachspielzeit noch in einen Sieg verwandelt. Der Teamchef fasste die ernüchternde 1:2-Niederlage gegen Basaksehir aber auch noch in analytischeren Worten zusammen.

Die Standard-Verteidigung löst sich auf

Der Schicksalstreffer von Enzo Crivelli in Minute 90 sei auch deshalb gefallen, weil die Borussia die Folgesituation nach einem Standard "nicht mehr mannorientiert verteidigt" hatte. Gleichzeitig stellte der Istanbuler Siegtreffer den Höhepunkt einer Schlussphase dar, in der lange Zeit dominanten Hausherren die Partie mehr und mehr entglitten war. "Wir wollten aufs zweite Tor spielen, das haben wir gemacht", so Rose, "Fehlpässe und diese Unruhe dürfen nichts mit dir machen."

Und doch zeigte sich die Borussia irgendwie beeindruckt von der Größe des Moments, blieb inkonsequent, im Abschluss wie in der mannorientierten Verteidigung. "Es ist manchmal witzig im Fußball, die Dinge stellen sich ein, wie du dir es eigentlich nicht ausmalst", haderte Rose mit ein wenig Galgenhumor.

Rose verteidigt seine fünf Wechsel

Sein Team hatte zunächst "sehr gut angefangen, einige Situationen aber nicht sauber genug ausgespielt". Das sei der Knackpunkt gewesen, auch Verteidiger Stefan Lainer schlug in diese Kerbe: "Wir haben das Spiel dominiert, viele Möglichkeiten gehabt aber waren zu unsauber, haben uns nicht belohnt, sind selber schuld."

Rose, der die fünf personellen Änderungen im Vergleich zum Bayern-Sieg "mit Überzeugung" getätigt hatte, wollte seiner Mannschaft "keinen großen Vorwurf machen".

Geknickt: Nico Elvedi und Alassane Plea (r.) nach dem bitteren Vorrunden-Aus der Borussia.

Geknickt: Nico Elvedi und Alassane Plea (r.) nach dem bitteren Vorrunden-Aus der Borussia. Getty Images

So laufen Fußballspiele eben manchmal, mit diesen witzigen Aspekten, die nicht immer für jeden witzig sind. "Es schmerzt sehr, wir wollten unbedingt überwintern, danach angreifen, hatten hart für dieses Endspiel gearbeitet", so Rose, der nach der "großen Enttäuschung für Verein und Fans erst einmal durchschnaufen" will - ehe "wir uns morgen früh zusammensetzen und die richtigen Lehren ziehen".

Nur noch die Bundesliga bleibt

Denn am Sonntagnachmittag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) wartet beim VfL Wolfsburg die nächste Partie in der Bundesliga, die dem auch im DFB-Pokal ausgeschiedenen Spitzenreiter als einziger Wettbewerb bleibt. "Einen Tag wird die Stimmung geknickt sein, dann kommt Wolfsburg", will Rose den Weg in geregelte Bahnen finden - weil man das eben so macht: "Jeder weiß doch, wie das Geschäft funktioniert."

nba

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