Bundesliga

Christian Streich kennt Jürgen Klinsmann nur aus dem Fernsehen

Flekken wieder im SC-Tor - Grifo nach Sperre zurück

Streich kennt Klinsmann nur aus dem Fernsehen

Christian Streich

Christian Streich kann die Partie in Berlin entspannter angehen als sein Gegenüber. Getty Images

Die meisten Trainer würden sich "nicht wirklich kennen", sagte Streich, sich höchstens "in ein paar Stunden intensiv kennenlernen" - gemeint hat er das Duell an der Seitenlinie. Und in dem trifft der 54-Jährige erstmals auf den ein Jahr älteren ehemaligen Bundestrainer. "Da wir fast gleich alt sind, habe ich ihm viele Jahre im Fernsehen beim Fußballspielen zugeschaut", sagte der SC-Coach, "er ist eine spannende Persönlichkeit im deutschen Fußball, sowohl als Spieler als auch als Trainer." Dass die Hertha auch unter Klinsmann noch sieglos ist - inzwischen seit sieben Spielen und damit am längsten in der Liga -, wollte Streich nicht kommentieren. "Man kann einen Trainer nicht nach zwei Spielen beurteilen." Außerdem habe Hertha gegen Dortmund gespielt, gegen die man durchaus verlieren könne, und ein Punkt in Frankfurt sei gut.

Klinsmann habe den Verein in einer Situation übernommen hat, "die nicht einfach ist", schließlich gebe es auch wegen der "finanzkräftigen Investoren" die Erwartungshaltung, dass die Mannschaft eher um die europäischen Plätze mitspielen soll als gegen den Abstieg zu kämpfen. "Natürlich ist die Drucksituation anders als bei uns in Freiburg, wenn wir in so einer Situation stecken", sagte Streich. Davon ist der Sport-Club jedoch in dieser Saison weit entfernt. Dennoch denke jetzt noch niemand an Weihnachten und die Winterpause, "es sind noch drei Spiele, und es gibt noch viel zu gewinnen und zu verlieren". Zwei dieser drei Spiele bestreiten die Freiburger auswärts (Berlin und Schalke), dazwischen kommt Bayern München ins Schwarzwald-Stadion. "Wir wollen anders auftreten als in den letzten beiden Auswärtsspielen", sagte Streich, der mit dem Defensivverhalten in Mönchengladbach und in Leverkusen nicht zufrieden war.

Beim 1:0 im Heimspiel gegen Wolfsburg stand die Mannschaft hingegen sehr kompakt, was allerdings zulasten der Offensivaktionen ging. Trotzdem war Streich damit "sehr zufrieden", denn oft habe "nur ganz wenig zu richtig großen Torchancen gefehlt". Überhaupt seien es häufig "Knackpunkte", die Spiele entscheiden, das habe man auch in den Champions-League-Spielen von RB Salzburg und Dortmund gesehen. Mit einem knappen Ausgang rechnet er auch am Samstag. "Ich glaube, dass es auch so ein Wimpernschlagspiel wird, ich hoffe es sogar." Obwohl die Ausfallliste etwas länger geworden ist, kann der SC angesichts der 25 Punkte und Platz fünf mit einem guten Gefühl in die Hauptstadt reisen.

Im Tor wird dann wieder Mark Flekken stehen, da Alexander Schwolow in dieser Woche erneut nur eingeschränkt trainiert hat und laut Streich "ziemlich sicher nicht dabei sein wird". Außerdem fehlen weiterhin Luca Waldschmidt (Jochbeinfraktur, Knie- und Sprunggelenkverletzung), Philipp Lienhart (Muskelfaserriss), Lukas Kübler (Reha nach Knie-OP) und Lino Tempelmann (Innenbandverletzung) sowie seit dieser Woche Yoric Ravet (Muskelfaserriss), der allerdings bislang noch nicht berücksichtigt wurde. Bis Mitte oder sogar Ende Januar wird außerdem Woo-Yeong Jeong fehlen, der sich derzeit mit der südkoreanischen Junioren-Nationalmannschaft im Trainingslager auf die U 23-Asienmeisterschaft in Thailand vorbereitet, die am 8. Januar beginnt.

Wieder dabei und hoch motiviert ist hingegen Vincenzo Grifo nach seiner Rot-Sperre. "Er hat gut trainiert und man hat gemerkt, dass er unter einer gewissen Spannung steht", sagte Streich, "wir entscheiden noch, ob er von Anfang an spielt oder reinkommt."

Daniela Frahm