Bundesliga

Werder Bremens Trainer Florian Kohfeldt zu den zwei Bayern-Pleiten: "Das ist ein Treppenwitz"

Bremen: Kann Bittencourt in München spielen?

Kohfeldt zu den zwei Bayern-Pleiten: "Das ist ein Treppenwitz"

Florian Kohfeldt

Will mit seinem Team auch in München mutig sein: Bremens Trainer Florian Kohfeldt. imago images

Nach dem 3:2 in Wolfsburg hofften die Werderaner auf eine Wende, diese Hoffnung wurde am Sonntag jäh zerstört, denn es gab zu Hause gegen Schlusslicht Paderborn ein 0:1. "Ich bin mir absolut sicher, dass das keine Einstellungssache war", sagte Kohfeldt auf der Pressekonferenz am Donnerstag. "Wir sind wütend auf die Situation und auf unsere Leistung gegen Paderborn. Es gibt zwei Wege, da rauszukommen. Entweder man nimmt eine Haltung ein, nach dem Motto, es wird schon vorbeigehen. Oder du fängst an, dich aktiv dagegen zu wehren, wie wir es in Wolfsburg gemacht haben - das Ganze ein bisschen umzuwandeln in Energie."

Allerdings ist die Situation im Norden Deutschlands aktuell prekär. Bremen steht mit 14 Punkten auf Rang 14 und hat nur zwei Zähler mehr als der 16. Düsseldorf. Vom vorgegebenen Ziel Europa ist der SVW meilenweit entfernt. Vor dem Winter stehen nun noch die Partien in München, gegen Mainz sowie in Köln auf dem Programm. An der Zielsetzung ändern die Werderaner erst einmal nichts. "Drei, vier Tage vor einer englischen Woche, die sehr wichtig für uns ist, vorschnell Dinge rauszugeben, ist aus meiner Sicht der falsche Weg. Vor drei komplizierten Spielen ist es wichtig, sich nur damit zu beschäftigen und nicht groß nach rechts und links zu schauen", gab Geschäftsführer Frank Baumann vor.

Der volle Fokus gilt nun also dem FC Bayern, der auf Platz sieben stehend auch den eigenen Erwartungen hinterherhinkt. Zuletzt verloren die Münchner in der Liga zweimal in Folge gegen Leverkusen und in Gladbach (zweimal 1:2). "Das sie die letzten beiden Spiele in der Liga nicht gewonnen haben, ist ein Treppenwitz. Sie hatten so viele Torchancen, ganz klare Torchancen. Darauf wollen wir uns nicht verlassen, dass es jede Woche in der Liga so ist. Wir spielen gegen die stärkste Mannschaft Deutschlands", machte Kohfeldt klar. "Wir stellen uns auf einen unglaublich spielstarken Gegner ein, der gegen den Ball sehr aggressiv ist. Sie laufen dich sofort an, lassen keine Ballzirkulation zu. Offensiv agieren die Bayern sehr variabel."

20 Pflichtspiele in Folge verloren

Die eigene Form der Bremer stimmt aktuell nicht, es gab in den letzten zehn Ligaspielen nur einen Sieg. Ein Blick auf die Statistik aus den vergangenen Partien gegen die Bayern spricht zudem eine überdeutliche Sprache: Werder hat die letzten 20(!) Pflichtspiele gegen den deutschen Rekordmeister verloren (17-mal in der Bundesliga, dreimal im Pokal). "Klar wissen wir das. Aber das spielt für das einzelne Spiel keine Rolle", wollte Kohfeldt nicht viel auf diese Statistik geben.

Mutig sein - mit Bittencourt?

Auch wenn die Rollen vor der Partie klar verteilt sind, wollen die Bremer natürlich auch in München ihre Chance suchen. "Auch sie haben Momente, in denen sie etwas zulassen. Sie kassieren in letzter Zeit schon häufiger Gegentore. Das wird ein Schlüssel sein, dass wir mutig mit dem Ball spielen und den ein oder anderen Nadelstich setzen", gab der SVW-Coach vor, der klarmachte. "Keiner fährt nach München und taktiert. Wir werden die bestmögliche Mannschaft auf den Platz stellen und versuchen, etwas mitzunehmen." Ob Leonardo Bittencourt helfen kann, ist noch offen. Den Offensivspieler legte zuletzt eine Magen-Darm-Grippe flach. Doch der Sommer-Neuzugang soll am Donnerstag wieder mittrainieren. "Ich gehe davon aus, dass er zum Kader gehören wird. Ob er spielen kann, wird sich kurzfristig entschieden", berichtete Kohfeldt, der ansonsten bis auf die Langzeitverletzten auf alle Spieler zählen kann.

mst