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City Masters und das fehlende Sprungbrett für eSport-Amateure

Ein Spieler berichtet

City Masters und das fehlende Sprungbrett für eSport-Amateure

Die City Masters geben Amateuren die Möglichkeiten, auf einer Bühne vor Zuschauern zu spielen.

Die City Masters geben Amateuren die Möglichkeiten, auf einer Bühne vor Zuschauern zu spielen. MateCrate

Es ist ein Traum vieler junger Zocker: eSportler werden. Über den bloßen Gedanken kommen aber die Wenigsten hinaus. Denn was machen, wenn man kein herausragendes Talent hat? Vereine und Turniere, bei denen sich Amateure üben und verbessern können, sind eine Seltenheit in Deutschland. Und damit fehlt der klare nächste Schritt, um den eigenen Traum zu verfolgen.

"Wenn ich ein Amateur bin, ist es schwierig, irgendwie anzufangen. Es gibt keine klaren Anlaufstellen", berichtet auch Pascal Belledin. Es brauchte dementsprechend viel Zeit, Mühe und Glück, bis er einen Wettbewerb fand, der für angehende eSportler und Hobbyzocker wie ihn geeignet war - die City Masters. Der Wettbewerb ist extra für Amateure vorgesehen und lockt damit, dass Einzelpersonen teilnehmen können. Ein großer Vorteil, laut Belledin: "Zwar spielen auch viele meiner Freunde League of Legends, aber nicht auf demselben Level wie ich. Dadurch konnte ich vorher kein Team aufstellen, um zumindest semiprofessionell zu spielen."

Drang nach Wettbewerb

Belledins Motivation war damals sehr klar: "Ich habe neue Herausforderungen gesucht und wollte sehen, wo meine Grenzen liegen. Meine Intention war es, Abwechslung von der klassischen SoloQ zu bekommen, neue Spieler aus dem deutschsprachigen Raum kennenzulernen und ein Team zu finden. Ich wollte den Wettbewerb erleben, auf der Bühne stehen und zeigen, dass ich einer der Besten bin." Diese Meinung deckt sich mit der seiner Teamkollegen, die er von den Organisatoren der City Masters an die Seite gestellt bekam. Was sie damals vereinte, waren einzig die Fähigkeiten im Spiel: Alle fünf waren die Besten auf ihrer Position aus Frankfurt und Umgebung. Im Spiel bewegen sie sich zwischen den Rängen Diamant und Großmeister. Mit den Strukturen des Wettbewerbs im Rücken lernten sich die Spieler jedoch besser kennen und sammelten erste Erfahrung in der Teamumgebung.

Zu wenig

Obwohl alle fünf Spieler nebenbei studieren oder arbeiten, lief es so gut im Team, dass man sich entschied, auch nach Ablauf der Saison zusammenzubleiben, denn: "Durch die City Masters haben wir das Spielen auf Wettbewerbsebene kennengelernt und den Wunsch entwickelt, diesen Weg weiter zu beschreiten." Jetzt hat Belledin eine Mannschaft und ist in der Lage, an weiteren Wettbewerben teilzunehmen, wie auf der Gamevention in Hamburg, wo er mit seinen Teamkollegen sogar gegen das deutsche Team der Unicorns of Love antrat - ein weiterer Schritt in Richtung Profi-Traum. Er weiß aber auch, dass nicht alle Spieler dieses Glück haben. Seine Meinung ist dementsprechend klar: "Ich sehe den Bedarf für mehr Amateur-Turniere." Das hätte schließlich einen Nutzen für Amateure und Profi-Teams. Sie könnten die Wettbewerbe nutzen, um Nachwuchsspieler zu scouten. Die Talente hätten derweil einen klareren Weg, wie sie ihren Traum von der eSport-Karriere verwirklichen können.

Christian Mittweg